Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler

Erstmals in ihrer 20-j√§hrigen Geschichte widmet sich die Fondation Beyeler in Basel ausf√ľhrlich dem Medium Fotografie und tut dies mit einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans. Der 48-J√§hrige zeigt in dem von Renzo Piano entworfenen Geb√§ude einen √úberblick √ľber 30 Jahre seines Schaffens – von Portr√§ts √ľber Landschaften und Stillleben bis zu seinen Sequenzen und Experimenten mit der Konkreten Fotografie.

Auf den ersten Blick erwartet den Besucher eine typische Tillmans-Ausstellung – mit Tesastreifen, Binder Clips und einer intuitiven H√§ngung, bei der alles miteinander kombiniert werden kann und doch jedes Bild f√ľr sich steht. Doch sowohl dem K√ľnstler als auch der Kuratorin Theodora Vischer geht es in dieser Schau vor allem um den Blick auf die bewusste Gestaltung der Bilder. Das ist ein wichtiger Punkt. Ein vielleicht sogar so wichtiger Punkt, dass er fast √ľberfl√ľssig weil offensichtlich klingt. Und dem die Ausstellung zugleich doch nicht gerecht wird.

Meine ausf√ľhrliche Besprechung ist heute in der taz erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fondation Beyeler, Hatje Cantz

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“Mit anderen Augen” in K√∂ln und Bonn

Ich habe mich sehr auf die Doppelausstellung ‚ÄěMit anderen Augen‚Äú in K√∂ln und Bonn gefreut – ein so wichtiges Feld wie die Portr√§tfotografie einmal unter die Lupe zu nehmen, erschien mir nicht nur wichtig, sondern geradezu notwendig. 50 K√ľnstler werden gezeigt, die Spannweite reicht von Thomas Struth, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans und Pieter Hugo √ľber Barbara Probst, Erik Kessels, Albrecht Fuchs, Oliver Sieber und Katja Stuke bis Pepa Hristova, Charles Fr√©ger, Clegg & Guttmann, Jan Paul Evers und Tobias Zielony.

Dabei haben die Kuratoren Stefan Gronert und Barbara Hofmann-Johnson f√ľr das Kunstmuseum Bonn (bis 8. Mai) und Gabriele Conrath-Scholl und Claudia Schubert f√ľr die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur (bis 29. Mai) meiner Meinung nach sehr vieles richtig und nur ein wenig falsch gemacht. Was das genau ist, erfahrt ihr aus meiner ausf√ľhrlichen Besprechung, die im aktuellen fotoMagazin erschienen ist und die es hier als PDF gibt.

Link: Mit anderen Augen

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Fotostadt Köln: DGPh

Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Photographie, kurz DGPh, wurde von L. Fritz Gruber initiiert und von K√∂lns Oberb√ľrgermeister Robert G√∂rlinger 1951 gegr√ľndet. Heute z√§hlt sie mit √ľber 1000 berufenen Mitgliedern zu den wichtigsten Organisationen f√ľr Fotografie in Deutschland und vergibt unter anderem den Kulturpreis und den Dr.-Erich-Salomon-Preis.

Im Rahmen der Serie Fotostadt Köln des Kölner Stadt-Anzeiger stelle ich die Arbeit der DGPh vor.  Meinen Text gibt es hier als PDF.

Link: DGPh

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“Foto A-Z” im NRW-Forum

Das war’s also. Nach 15 Jahren schlie√üt das D√ľsseldorfer Ausstellungshaus NRW-Forum zum Jahreswechsel seine T√ľren. Die beiden Initiatoren und Ausstellungsmanager Werner Lippert und Petra Wenzel haben nach der vierten Vertragsverl√§ngerung entschieden, dass sie definitiv aufh√∂ren wollen. Zum Abschluss zeigen sie nun noch einmal ‚ÄěFotografen, die wir gezeigt haben, und die, die wir immer schon gerne gezeigt h√§tten‚Äú. Der Titel der Ausstellung lautet schlicht ‚ÄěFoto A-Z‚Äú und pr√§sentiert unter anderem Arbeiten von Nobuyoshi Araki, Guy Bourdin, Anton Corbijn, Philip-Lorca diCorcia, William Eggleston, Nan Goldin, Joel Sternfeld, Wolfgang Tillmans, David LaChapelle, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Paul Outerbridge,¬† Thomas Ruff, Cindy Sherman und Jeff Wall.

Und auch Candida H√∂fer ist dabei mit ihrer “On Kawara”-Serie, die hier sehr sch√∂n in Vitrinen ausgelegt ist – es bleibt eine der wenigen Serien, die ich von ihr mag. √Ąhnliches gilt f√ľr Richard Prince, dessen Marlboro-Cowboys ich noch nie so √ľberzeugend gesehen habe wie hier. Die Ausstellung l√§uft noch bis zum 5. Januar 2014.

In der aktuellen Photonews ist ein l√§ngerer Artikel erschienen, indem ich auch ausf√ľhrlich auf die Geschichte und die Zukunft des NRW-Forums eingehe. Den Text gibt es hier.

Link: NRW-Forum

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Wolfgang Tillmans im D√ľsseldorfer K21

Das K21 St√§ndehaus in D√ľsseldorf zeigt bis zum 7. Juli eine gro√üe √úberblicksausstellung von Wolfgang Tillmans. Der 44-J√§hrige hat 14 R√§ume mit seinen All-Over-Installationen bespielt und zeigt dabei Arbeiten aus den vergangenen 25 Jahren – eine gute Gelegenheit, um sich einmal intensiv mit dem geb√ľrtigen Remscheider, der den Turner-Prize genauso erhalten hat wie den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft f√ľr Photographie, auseinanderzusetzen.

Meine ausf√ľhrliche Besprechung ist heute in der¬†taz erschienen.

Link: Kunstsammlung NRW

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Andreas Gursky im Museum Kunstpalast

Die gro√üe Andreas Gursky-Retrospektive im Museum Kunstpalast in D√ľsseldorf l√§uft ja schon eine ganze Weile, allerdings ist meine ausf√ľhrliche Besprechung erst jetzt in der taz erschienen.

Inhaltlich bin ich weniger auf die Ausstellung selbst eingegangen – die meisten Arbeiten kennt man ohnehin. Mich hat vielmehr die Person Gursky und ihre Inszenierung und Mythisierung interessiert: Auch w√§hrend der Pressekonferenz mit Kunstpalast-Generaldirektor Beat Wismer (ich war noch nie auf einer Fotografie-Pressekonferenz, an der so viele Journalisten teilgenommen haben!) wurde wieder viel von Intuition gesprochen, obwohl sie Genie meinten, was sicherlich auf viele Fotografen zutrifft – nur nicht auf einen alles bis ins Detail planenden, kontrollierenden und manipulierenden Andreas Gursky. Auf die sch√∂ne Frage eines Kollegen, wie Gursky damit umgehe, dass er als gr√∂√üter lebender Fotograf gehandelt werde, sagte er zudem, dass er Jeff Wall und Wolfgang Tillmans “als gleichwertig ansehe”. Wenn das als Ausdruck seiner Bescheidenheit gemeint war, d√ľrfte das eher nach hinten losgegangen sein.

Wer mag, kann sich meinen Artikel hier durchlesen.

Link: Museum Kunstpalast

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Neue Fotobuch-Empfehlungen im Ksta

Nach einer l√§ngeren Pause ist am Wochenende wieder vier Fotobuchrezensionen von mir im Magazin des K√∂lner Stadt-Anzeiger erschienen. “Power” von Platon Antoniou und “Illuminance” von Rinko Kawauchi habe ich an anderer Stelle ja schon besprochen, ich stelle aber auch das neue Buch “Abstract Pictures” von Wolfgang Tillmans sowie die nicht gerade billige, aber f√ľr Fotohistoriker quasi unverzichtbare Reproduktion des ersten Fotobuches √ľberhaupt vor: “The Pencil of Nature” von William Henry Fox Talbot.

Meine Besprechung findet ihr hier.

Links: Schirmer/Mosel, Kehrer, Hatje Cantz, Hirmer

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“Fotografen A-Z” von Hans-Michael Koetzle

Das Fotobuch lebt. Das merke ich nicht nur daran, dass die Zahl der Publikationen, speziellen Buchl√§den, Internetblogs, Festivals und nicht zuletzt auch die Preise f√ľr vergriffene Exemplare st√§ndig steigen. Ich merke es auch, weil der K√∂lner Taschen Verlag, der ja eher f√ľr Mainstream-Ware bekannt ist, nun einen dicken W√§lzer (444 Seiten, 49,99 Euro) zu diesem Thema herausgebracht hat. Der Titel “Fotografen A-Z” suggeriert eher ein Fotografen-Lexikon wie die ebenfalls bei Taschen erschienene Foto:Box, doch es geht in dem Buch von Autor Hans-Michael Koetzle tats√§chlich weniger um die Fotografen, sondern vielmehr um ihre “sch√∂nsten Monografien”, wie es in der Pressemitteilung hei√üt.

So ist das Buch nun auch eine Art Enzyklop√§die geworden, streng alphabetisch (und nicht etwa chronologisch) geordnet, die kompetent Auskunft geben will, die aber nicht den Anspruch auf Vollst√§ndigkeit erhebt. Wie soll sie auch? Daf√ľr l√§dt sie ein zum ziellosen Bl√§ttern, St√∂bern, Surfen – kurz: zum Entdecken. Und zu entdecken gibt es viel, denn das Buch geizt nicht mit gro√üen, popul√§ren Namen wie Nobuyoshi Araki, Diane Arbus, Richard Avedon, Anton Corbijn, Peter Lindbergh, Man Ray, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Leni Riefenstahl, Cindy Sherman, Wolfgang Tillmans, Ellen von Unwerth und Weegee, stellt aber auch weniger bekannte vor.

Das ist zwar alles sch√∂n und gut und lockt sicherlich auch Kunden an, die sich sonst eher nicht mit dem Thema Fotobuch auseinandersetzen w√ľrden. Wahrscheinlich aber auch nur die. Denn die Texte, die Koetzle dem interessierten “Leser” liefert, sind wenig aufschlussreich: Ein als Flie√ütext getarnter Lebenslauf wird durch die Auflistung von Ausstellungen und weiteren B√ľchern des Fotografen angereichert. Auf die Bilder geht Koetzle kaum, auf die vorgestellten Monografien gar nicht ein. Daf√ľr werden Journalisten, Kuratoren, Sammler, Fotografen und weitere “Foto-Prominente” kurz zitiert und beziehen so wenigstens ein wenig Stellung.

Nat√ľrlich ist es nicht einfach, ein gescheites Buch √ľber Fotob√ľcher herauszubringen, schlie√ülich haben Martin Parr und Gerry Badger mit “The Photobook: A History” die Messlatte sehr hoch gelegt: Die zweib√§ndige Publikation gilt heute als Kanon, Standardwerk und Bestellkatalog f√ľr Sammler zugleich. Der Taschen Verlag tut gut daran, sie nicht einfach zu kopieren. Gleichzeitig muss er dem Leser, der immerhin 50 Euro f√ľr “Fotografen A-Z” hinbl√§ttern soll, inhaltlich mehr liefern als blo√üe Faksimiles aus B√ľchern und Zeitschriften. In der jetzigen Form wirkt es jedenfalls wie ein Schnellschuss aus der H√ľfte und verkommt zum blo√üen Coffee Table Book. Und genau das sollen gute Fotob√ľcher ja eben nicht sein.

Links: Taschen Verlag

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