Zum Tod von Peter H. Fürst

Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn ich Peter H. Fürst bei Ausstellungen und anderen Veranstaltungen in Köln getroffen habe. Wir hatten zwar nie sehr viel miteinander zu tun, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir uns beide mochten und wertschätzten. Das erste Mal mit seinem fotografischen Werk in Berührung gekommen bin ich übrigens durch eine Ausstellung während des Photoszene-Festivals 2008 (?), als er seine Amerika-Fotos aus den 1960er Jahren ausstellte. Ich war völlig begeistert, wusste zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts von seiner Karriere als Mode- und Unterwäschenfotograf und von seinem Spitznamen “Mieder-Fürst”.

Die Nachricht von seinem Tod am 12. Januar überraschte mich und machte mich sehr traurig, denn trotz seiner 84 Jahren erschien mir Peter immer sehr gesund und fit. Mein kurzer Nachruf ist im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen – leider fehlte mir die Zeit, für einen längeren und angemesseneren Artikel.

Link: Peter H. Fürst

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Die erste Foto-Ausstellung

Für das FotoMagazin durfte ich eine schöne Geschichte recherchieren und schreiben über die Hürden und Tücken, abe auch über die Möglichkeiten, die man mit einer (ersten) Ausstellung hat – egal ob Kulturzentrum, Off-Raum, Galerie oder Museum. Ich habe mit den Fotografen Rudi Meisel, Frederik Busch, Anna Ehenstein, Hendrik Bloem und Marvin Ruppert gesprochen, habe die Galeristen Robert Morat, Julian Sander und Alexander Golya von Camera Work interviewt und auch mit Hochschul-Professor Dirk Gebhardt von der FH Dortmund geredet – und dabei selbst viele spannende Einblicke in die Arbeits- und Denkweise der unterschiedlichen Protagonisten und ihren individuellen Interessen auf dem Kunst- und Fotografiesektor erhalten.

Meinen Artikel gibt es hier als PDF.

Link: FotoMagazin, Camera Work, Robert Morat Galerie, Galerie Julian Sander, Dirk Gebhardt, Rudi Meisel, Anna Ehrenstein, Frederik Busch

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“The Family Imprint” von Nancy Borowick

Thomas Gerwers hat mich gefragt, ob ich jeden Monat ein Interview mit einem Fotografen für sein Magazin ProfiFoto führen möchte. Diese Gelegenheit lasse ich mir natürlich nicht entgehen, denn ich finde ohnehin, dass man den Gesprächen mit Künstlern mehr Raum geben sollte.

Auf der ParisPhoto traf ich mich also zu meinem ersten Interview mit Nancy Borowick. Für ihr Buch “The Family Imprint. A Daughter’s Portrait of Love and Loss”, das bei Hatje Cantz erschienen ist, hat die Amerikanerin ihre Eltern Howie und Laurel begleitet. Beide sind innerhalb eines Jahres an Krebs erkrankt und schließlich auch daran gestorben. Dennoch ist “The Family Imprint” kein Buch über den Tod. Es ist vielmehr ein Buch über die Liebe.

Das dreiseitige Gespräch findet ihr hier als PDF.

Links: Nancy Borowick, Hatje Cantz

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“Evidence” von Larry Sultan und Mike Mandel

Ich kenne „Evidence“ von Larry Sultan und Mike Mandel schon eine ganze Weile, aber es hat etwas gebraucht, bis ich es wirklich verstanden und damit lieben gelernt habe. Wobei es nicht unbedingt mein Lieblingsfotobuch ist. Aber es ist vielleicht das wichtigste Fotobuch für mich. Es ist so wichtig, weil mir dieses Buch die Augen geöffnet und verdeutlicht hat, wie Fotografie (auch) funktioniert und wie man sie kritisch und skeptisch hinterfragen sollte. Und das scheint mir in einer Zeit der sogenannten Bilderflut besonders wichtig – schließlich spielt die sich nicht nur auf Facebook, Instagram und Snapchat ab, sondern auch in den (vor allem digitalen) Medien, da diese über die sich überschlagenden geopolitischen Ereignisse nie ohne illustrierende Fotografien berichten.

Meine Besprechung zu “Evidence” ist auf dem Blog on artbooks von artbooksonline erschienen und gibt es hier.

Link: artbooksonline

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“For Sale” von Oliver Sieber

Fotografen und ihre Kameras – das ist eine ganz besondere Beziehung. Das Klischee vom Fotografen, der technisch immer auf dem neuesten Stand ist, aber kein einziges gutes Bild fotografieren kann, besteht bis heute. Gleichzeitig muss ein Fotograf sein Equipment kennen und beherrschen – und oft erkennt er schon am Geräusch, ob irgendetwas nicht stimmt.

Der Düsseldorfer Oliver Sieber hat nun mit “For Sale” (erschienen bei Böhm/Kobayashi, 68 Euro) ein kleines Buch veröffentlicht, in dem er sich seiner eigenen Fotoausrüstung widmet. Auf 51 Fotografien zeigt Sieber wesentliche Teile wie Kameras, Objektive und Blitzgeräte. Alles in Schwarzweiß fotografiert und oft vor einem grauverlaufenden Hintergrund, manchmal sieht man aber auch schemenhaft sein Düsseldorfer Wohnatelier oder Teile der Studiokonstruktion. Das Buch ist eine Liebeserklärung an den Fetisch Fotografie und zugleich stellt er ihn auch ein Stück weit bloß. Genau dieser Zwiespalt macht es so interessant.

Meine Besprechung ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Oliver Sieber

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Die Fotosammlung Michael Horbach

Seit sechs Jahren zeigt Michael Horbach in seinen fast 1000 Quadratmeter großen Kunsträumen in der Kölner Südstadt Fotografieausstellungen, verleiht Stipendien und vergibt alle zwei Jahre einen mit 10.000 Euro dotierten Fotopreis.

Nun zeigt der 66-Jährige in einer großangelegten Schau einen größeren Ausschnitt der eigenen Fotosammlung. Sie trägt den bedeutungsschweren und doch sehr passenden Namen „sehn sucht/anhelo“. Damit wird gleich in mehrfacher Hinsicht deutlich, was den Besucher erwartet: Ein Einblick in die private Sehnsuchtswelt Michael Horbachs, die eng mit dem lateinamerikanischen Kontinent verbunden ist. Es geht aber auch um die Sucht des Sammelns und um das Sehnen nach dem Fernen, zu sehen sind Arbeiten u.a. von Bill Perlmutter, Marcos Zimmermann, Pierrot Men, Flor Garduño, Lucana, Pep Bonet, Raúl Cañibano, Frank Gaudlitz, Alfredo Sarabia Senior und Junior, Sebastião Salgado, Alberto Korda und Beat Presser.

Mein umfangreicher Artikel ist in der Photonews erschienen und gibt es hier. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. August zu sehen.

Link: Michael Horbach Stiftung

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“leben 24/7 – 100 Jahre Nikon”

Ich freue mich sehr, dass mich Alain Bieber vom NRW-Forum Düsseldorf mit der Aufgabe betraut hat, eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Firma Nikon zu kuratieren.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Schau „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ fotografische Positionen, die die Tugenden, die Qualität, die Vielseitigkeit und nicht zuletzt auch den Mythos und die Geschichte Nikons in den Vordergrund stellen – mit Reportagen und Dokumentationen, aber auch mit Bildikonen und Konzeptserien, die Geschichte geschrieben haben und die zahlreiche Aspekte des menschlichen Lebens reflektieren: Krieg und Frieden, Liebe und Schmerz, Familie und Freundschaft, Natur und Starkult, Glamour und Tristesse.

Natürlich stecken wir noch mitten in den Vorbereitungen, aber soviel kann schon mal verraten werden: Wir zeigen mehr als 100 Arbeiten unter anderem von Charlie Cole, Thekla Ehling, Volker Hinz, Joel Marklund, Steve McCurry, Duane Michals, Ed Ruscha, Moises Saman, Jérôme Sessini, Ami Vitale und von der Nasa. Die Eröffnung ist am 21. September und ich würde mich freuen, viele von euch dort zu treffen.

Link: leben 24/7

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Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler

Erstmals in ihrer 20-jährigen Geschichte widmet sich die Fondation Beyeler in Basel ausführlich dem Medium Fotografie und tut dies mit einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans. Der 48-Jährige zeigt in dem von Renzo Piano entworfenen Gebäude einen Überblick über 30 Jahre seines Schaffens – von Porträts über Landschaften und Stillleben bis zu seinen Sequenzen und Experimenten mit der Konkreten Fotografie.

Auf den ersten Blick erwartet den Besucher eine typische Tillmans-Ausstellung – mit Tesastreifen, Binder Clips und einer intuitiven Hängung, bei der alles miteinander kombiniert werden kann und doch jedes Bild für sich steht. Doch sowohl dem Künstler als auch der Kuratorin Theodora Vischer geht es in dieser Schau vor allem um den Blick auf die bewusste Gestaltung der Bilder. Das ist ein wichtiger Punkt. Ein vielleicht sogar so wichtiger Punkt, dass er fast überflüssig weil offensichtlich klingt. Und dem die Ausstellung zugleich doch nicht gerecht wird.

Meine ausführliche Besprechung ist heute in der taz erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fondation Beyeler, Hatje Cantz

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“Buzzing at the sill” von Peter van Agtmael

Mit “Buzzing at the sill” hat Peter van Agtmael seine eigene inoffizielle, traumwandlerische Fortsetzung des Buches “Disco Night Sept 11″ vorgelegt. Die Serie war eine Mischung aus dem wenig heldenhaften Alltag von US-Soldaten im Einsatz und der frustrierenden Zeit danach, wenn sie mit amputierten Gliedmaßen auf dem Sofa sitzen oder mit ihren Kindern und Lichtschwertern ausgestattet Star Wars spielen.

„Buzzing at the sill“ zeigt hingegen keine Kriegsfotos, sondern die Vereinigten Staaten, wie er sie nach seiner Heimkehr vorgefunden hat. Das ist allerdings weniger überraschend als es zunächst erscheint, denn Magnum-Mitglied van Agtmael sieht sich selbst nicht als Kriegsfotograf, sondern als Amerika-Fotograf – sein Buch ist somit eine Art emotionale Bestandsaufnahme einer Nation nach zwei sinnlosen Kriegen und wie sie mit ihrer eigenen, nicht immer ruhmreichen Geschichte umgeht.

Meine Besprechung aus der Photonews gibt es hier als PDF.

Link: Kehrer Verlag, Magnum

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Peter H. Fürst

40 Jahre lang, von 1960 bis 2000, hat der Kölner Fotograf Peter H. Fürst Dessousmode fotografiert – im Studio genauso wie außerhalb dieses geschützten Raums. Er gehörte zu den ersten, die Miederwäsche an „echten“ Models zeigte – das Zeigen von nackter Haut galt damals noch als unanständig.

Im Verlag der Buchhandlung Walther König ist kürzlich sein Buch “Die Philosophie der zweiten Haut” erschienen, in dem er sein berufliches Leben Revue passieren lässt. Meine Besprechung des Buches ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Verlag der Buchhandlung Walther König

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