Ausstellung “Menschen auf der Flucht”

Es ist nicht ganz einfach sich dem Flüchtlingsthema fotografisch zu nähern, weil man leicht in die gängigen Dokumentations-Klischees verfällt. Spannende Ausnahmen sind beispielsweise das Postcards from Europe-Projekt von Eva Leitolf.

In den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung sind unter dem Titel “Menschen auf der Flucht” nun Arbeiten von den Fotografen Christoph Püschner, Frank Schultze und Sinawi Medine zu sehen. Alle drei sind klassische Fotoreporter, aber interessant ist die Zusammenstellung dennoch, weil sie zum einen den Bogen spannt von einem kleinen Flüchtlingsrettungsschiff auf dem Mittelmeer bis zu anderen Flüchtlingskrisen aus den vergangenen 25 Jahre.

Meine Ausstellungsbesprechung aus dem Ksta gibt es hier als PDF.

Link: Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

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Tagung “Smart as Photography”

ASIA-TYPHOON/

Heute vor zehn Jahren hat Steve Jobs das iPhone vorgestellt und damit nicht nur das Mobiltelefon revolutioniert, sondern auch die Fotografie maßgeblich beeinflusst, schließlich ist die vielzitierte Bilderflut vor allem eine Folge der Smartphone-Nutzung.

Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) hat im November 2016 in Mannheim die wohl weltweit erste Tagung zum Thema “Smartphone-Fotografie” veranstaltet. Mehr als ein Dutzend Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen (darunter der Medienwissenschaftler Jens Ruchatz von der Philipps-Universität Marburg und der Kommunikationswissenschaftler Peter Vorderer von der Universität Mannheim) sind dem Thema auf die Spur gegangen. Am Ende sind viele Fragen offen geblieben oder haben sich neue ergeben, aber dennoch war es eine spannende, wichtige und vor allem inspirierende Veranstaltung, die hoffentlich fortgeführt wird.

Das wichtigste Fazit, das ich für mich aus dem Symposium mitgenommen habe, ist, dass trotz Bilderflut und vielfacher Behauptung insgesamt kein größeres Interesse am Medium Fotografie in der Bevölkerung besteht. Das Interesse gilt in erster Linie dem Medium Smartphone und mit diesem Gerät wird heute nun einmal mehr fotografiert und kommuniziert, aber das bedeutet eben nicht, dass sich die Nutzer auch mehr für Fotografie interessieren: Nur, weil sie mehr schreiben oder spielen, interessieren sie sich ja auch nicht mehr für Sprache oder Spiele.

Meine ausführliche Besprechung der Veranstaltung ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF. Die gesamte Tagung kann übrigens auf YouTube angeschaut werden.

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Annelise Kretschmer im Kollwitz-Museum

Annelise Kretschmer (1903 bis 1987) eröffnete als eine der ersten Frauen in Deutschland ein eigenes Fotostudio und nahm 1929 an der legendären Wanderausstellung „Film und Foto“ des deutschen Werkbundes sowie 1930 an der Ausstellung „Das Lichtbild“ in München teil, weshalb sie gerne auch als „eine der bedeutendsten Porträtfotografinnen der späten Weimarer Republik“ bezeichnet wird. Dennoch ist sie heute nahezu unbekannt.

Das Käthe-Kollwitz-Museum in Köln möchte dies mit der Ausstellung „Annelise Kretschmer – Entdeckungen. Photographien 1922 bis 1975“ (bis 27. November 2016) ändern. Meine Besprechung der Ausstellung, erschienen in der taz, gibt es hier als PDF.

Link: Käthe-Kollwitz-Museum

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Photoszene-Festival 2016

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Heute und morgen eröffnen wir das Photoszene-Festival 2016 mit der zentralen Ausstellung “Innere Sicherheit / The State I Am In”, die von Katja Stuke und Oliver Sieber kuratiert wurden und in der Arbeiten von Günter Karl Bose, Beate Geissler/Oliver Sann, Stephen Gill, Allan Gretzki, Jochem Hendricks, Francesco Jodice, Daniel Josefsohn, Jason Lazarus, Nils Petter Löfstedt, Astrid Proll, Max Regenberg, Simon Menner, Petra Stavast, Ryudai Takano, Marc Thümmler, Harald Hauswald, Jan Dirk van der Burg, Luisa Whitton und Huang Xiang zu sehen sind.

Darüber hinaus bietet das Photoszene-Festival aber auch 104 weitere Ausstellungen sowie zahlreiche Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet.  Alle Infos bekommt ihr auf der Website. Viel Spaß beim Entdecken.

Link: Photoszene

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Portfolio-Review SICHTBAR

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Es war etwas ruhig auf meinem Blog. Das liegt daran, dass ich gerade in den Vorbereitungen für das Photoszene-Festival 2016 stecke. Das Festival findet vom 16. bis 25. September statt und am Freitag, 23. September, wird es auch wieder das Portfolio-Review SICHTBAR mit Fotografie-Experten aus Köln und Umgebung geben. Mit dabei sind Claudia Schubert, Gérard Goodrow, Katja Stuke und Oliver Sieber, Simone Klein, Hartwig Schwarz, Norbert Moos, Barbara Hofmann-Johnson, Thekla Ehling, Alain Bieber, Wolfgang Vollmer, Christoph Bangert, Michael Horbach, Clara Maria Sels, Manfred Zollner, Nils Müller, Ferdinand Brüggemann und Jan Wenzel.

Anmeldeschluss ist der 31. August!

Link: Photoszene

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Juergen Teller in der Bundeskunsthalle Bonn

Ich war noch nie ein Fan von Juergen Teller - ich mag seine Schnappschuss-Ästhetik nicht, ich mag seine pubertäre Selbstdarstellungsweise nicht und ich mag auch seine angebliche Vielschichtigkeit nicht, weil sie sich meist als leere Bildhülsen herausstellen. Aber das, was Teller aktuell in der Bundeskunsthalle unter dem Titel “Enjoy Your Life!” zeigt und die Art, wie die Kuratoren Susanne Kleine und Rein Wolfs größte Banalitäten und Selbstverständlichkeiten als Genie-Streich präsentieren, hat mich tatsächlich richtig sauer gemacht.

Ich habe versucht, das in meiner Besprechung im Kölner Stadt-Anzeiger, die es hier als PDF gibt, ausführlich zu begründen, aber eigentlich hätte ich doppelt so viel Platz gebraucht.

Es gibt noch einige Aspekte, die ich gerne angesprochen oder ausführlicher behandelt hätte, z.B. seine angebliche Beschäftigung und Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Hässlichkeit, Schönheit, Nacktheit, Kleidung, soziale Beziehungen und Freundschaft, wie Susanne Kleine mir auf Nachfrage erklärte. Aber Teller beschäftigt sich nicht mit solchen Themen. Es ist absurd zu behaupten, dass man Hässlichkeit reflektiert, nur weil man sie darstellt. Und sich mit Abseitigem zu beschäftigen, macht daraus noch lange keine Kunst.

Ich kann aber nachvollziehen, dass Juergen Tellers Arbeiten in gewissen gelangweilten Mode- und Hipster-Kreisen, in der jeder Kratzer auf der aalglatten Oberfläche zur Kunst deklariert wid, sehr gut funktioniert. Aber dann sollen seine Fotos auch weiter in Magazinen veröffentlicht und nicht in den Kunstkontext gestellt werden – dort gehören sie einfach nicht hin.

Link: Bundeskunsthalle

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Jojakim Cortis/Adrian Sonderegger: “Icons”

Wenn mir jemand sagt, dass er mit seiner Kunst irritieren wolle, gehe ich sofort in Hab­acht­stel­lung: Viel zu oft habe ich diese Worthülse schon in Pressetexten und Kritiken gelesen oder auf Eröffnungen und in Gesprächen gehört. Und viel zu oft hat sich nichts dahinter verborgen.

Doch bei Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger ist es anders. Ich mag ihre Serie “Icons” sehr gerne, hat sie meiner Meinung nach doch die richtige Mischung aus künstlerischem Konzept, fotohistorischem Hintergrund, handwerklichem Know-how und eben diesen besonderen Moment der anfänglichen Irritation. Außerdem sehen die Bilder auch einfach toll aus.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich ja meinen Artikel aus der aktuellen Ausgabe des fotoMagazin durchlesen, den es hier als PDF gibt.

Link: Cortis & Sonderegger

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“Mit anderen Augen” in Köln und Bonn

Ich habe mich sehr auf die Doppelausstellung „Mit anderen Augen“ in Köln und Bonn gefreut – ein so wichtiges Feld wie die Porträtfotografie einmal unter die Lupe zu nehmen, erschien mir nicht nur wichtig, sondern geradezu notwendig. 50 Künstler werden gezeigt, die Spannweite reicht von Thomas Struth, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans und Pieter Hugo über Barbara Probst, Erik Kessels, Albrecht Fuchs, Oliver Sieber und Katja Stuke bis Pepa Hristova, Charles Fréger, Clegg & Guttmann, Jan Paul Evers und Tobias Zielony.

Dabei haben die Kuratoren Stefan Gronert und Barbara Hofmann-Johnson für das Kunstmuseum Bonn (bis 8. Mai) und Gabriele Conrath-Scholl und Claudia Schubert für die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur (bis 29. Mai) meiner Meinung nach sehr vieles richtig und nur ein wenig falsch gemacht. Was das genau ist, erfahrt ihr aus meiner ausführlichen Besprechung, die im aktuellen fotoMagazin erschienen ist und die es hier als PDF gibt.

Link: Mit anderen Augen

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“The New West” von Robert Adams

Der Steidl-Verlag hat den Fotobuch-Klassiker “The New West” von Robert Adams neu herausgebracht. Die Serie war 1975 Teil der New Topographics-Ausstellung im International Museum of Photography im George Eastman House in Rochester/New York und hat letztlich unsere heutige Sicht auf das Medium Fotografie deutlich geprägt.

Meine Buchvorstellung aus der Photographie gibt es hier als PDF.

Link: Steidl

Amazon: Robert Adams: The New West

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“Cubic feet/sec” von Andrew Phelps

Es gibt viele Fotobücher, die ich mag. Weil sie starke Konzepte haben oder starke Fotos, manchmal sind es auch einfach starke Themen oder ein starkes Design. Und wenn man Glück hat auch alles zusammen. Aber drei, vier Mal im Jahr entdecke ich ein Buch, das mich ganz besonders berührt. “Cubic feet/sec” (Fotohof Edition, 25 Euro) von Andrew Phelps ist so ein Buch.

Vordergründig sehen wir in dem kleinen Büchlein mit dem Softcover und der offenen Fadenbindung eine Reise durch den Raum. Tatsächlich jedoch ist es eine Reise durch die Zeit, denn die Fotos stammen von ingesamt neun Reisen, die Andrew Phelps und sein Vater Brent zwischen 1979 und 2013 auf dem Colorado River unternommen haben. Entstanden ist dabei eine Art fotografisches Tagebuch von zwei Menschen vor einer spektakulären, zeitlosen Kulisse. Es ist ein Buch über den Fluss des Lebens, aber auch ein Buch über das Erinnern, über die Fotografie und über das Scheitern an und in ihr: „Die Fotografie hat nie das gemacht, was ich wollte. Dieses Scheitern ist natürlich nicht das Scheitern der Fotografie, sondern mein eigenes. Es ist mein Unvermögen zu verstehen, was Fotografie niemals leisten kann.“

Meine Besprechung ist in der aktuellen Ausgabe von Camera Austria erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fotohof Edition

Amazon: Andrew Phelps. CUBIC FEET/SEC.: 34 YEARS IN THE GRAND CANYON

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