Quo vadis, Fotostadt Köln?

Wenn ich mit Menschen über die Fotostadt Köln spreche, dann gibt es zwei ganz typische Reaktionen: Entweder sie seufzen fast nostalgisch (weil sie sich zurückerinnern) oder sie schauen mich vollkommen irritert an (weil sie noch nie davon gehört haben und denken, man wolle sich mit seinem gesunden Kölner Selbstbewusstsein bloß mal wieder aufplustern).

Das fotoMagazin wollte wissen, wie es aktuell um die Fotostadt Köln bestellt ist und bat mich, einige Fachleute aus den verschiedensten Bereichen dazu zu befragen. Die Vorsitzende des Kölner Kulturausschusses, Eva Bürgermeister, hat mir genauso geantwortet wie Heide Häusler von der Internationalen Photoszene Köln, Markus Schaden vom Photobookmuseum, die Galeristen Thomas Zander und Julian Sander, der Geschäftsführer des Kunsthauses Lempertz, Henrik Hanstein, der ehemalige Kölner Kulturreferent Winfried Gellner sowie die Grande Dame der Fotografie, Renate Gruber.

Auch, wenn das alles Kölner Foto-Persönlichkeiten sind (die Nicht-Kölner wollten mir zu dem Thema leider nichts sagen) sind ihre Einschätzungen meist doch erfrischend kritisch und haben wenig mit der für Köln typischen Vogel-Strauss-Haltung zu tun. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Es muss dringend was getan werden, damit Köln sein fotografisches Erbe nicht komplett verspielt und vollends in die Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Die Stellungnahmen könnt ihr hier als PDF nachlesen.


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Interview mit Ute Mahler

Anlässlich ihres neuen Buchs „Kleinstadt“, dass Ute Mahler gemeinsam mit ihrem Mann Werner Mahler bei Hartmann Books veröffentlicht hat, sprach ich mit der Fotografin, Professorin und Mitgründerin der Bildagentur Ostkreuz über das gemeinsame Arbeiten, den Faktor Zeit bei der Entstehung von Projekten und die Leidenschaft in der Fotografie.

Das Interview, das in der ProfiFoto erschienen ist, gibt es hier als PDF.

Links: Hartmann Books, Hatje Cantz, Ostkreuz


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Fotos lesen lernen

Spätestens seit der Markteinführung des iPhones und von Instagram verwandelt sich die Fotografie vom Medium der Erinnerung immer mehr zum Medium der Kommunikation. Der Mythos vom fotografischen Esperanto ist dabei nicht totzukriegen – egal, wie oft man ihn zu widerlegen versucht – schließlich sagt ein Bild bekanntlich mehr als 1000 Worte.

Das Problem ist nur: Woher wissen wir, wie man Fotos „richtig“ liest – und woher wissen wir, dass wir mit unseren Fotos auch verstanden werden? Das Lesen von Fotografien (wie von Bildern allgemein) ist keine angeborene Fähigkeit, sondern muss erst erlernt werden. Doch wie macht man das?

Dazu habe ich Experten wie den Direktor von World Press Photo, Lars Böring, den ehemaligen Professor für die Theorie der Fotografie, Klaus Honnef, die Inhaberin des Instituts für Visuelle Bildung, Angelika Jung, die Professoring für Fachdidaktik, Anna-Maria Loffredo, den Wahrnehmungspsychologen Rainer Rosenzweig sowie den Leiter des Deutschen Jugendfotopreises, Jan Schmolling, befragt.

Der Artikel „Fotos lesen lernen“ ist im fotoMagazin erschienen und gibt es hier als PDF.

Links: Anna-Maria Loffredo, Deutscher Jugendfotopreis, World Press Photo, Klaus Honnef, Institut für Visuelle Bildung, Rainer Rosenzweig

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Interview mit Edmund Clark

Die Galerie Parrotta Contemporary Art zeigte während des Photoszene-Festivals in ihren Kölner und Bonner Räumen die Ausstellung „Unseen Conflicts – War on Terror“ des Briten Edmund Clark. Clark beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Politik und Terrorismus, Zensur und Angst und hat insgesamt sechs Bücher zu diesen Themen veröffentlicht.

Im Gespräch für die ProfiFoto habe ich mit ihm über seine Arbeiten „Control Order House“ und „Guantanamo: If The Light Goes Out“ gesprochen. Das Interview gibt es hier als PDF.

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Interview mit Shigeru Takato

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Sebastian Linnerz in seinem plus Raum für Bilder im Rahmen des Photoszene-Festivals 2018 den deutsch-japanischen Fotografen (und meinen ehemaligen Nachbarn) Shigeru Takato mit seiner Arbeit „The Moon“ ausgestellt hat. Die kleine Serie ist eine wunderbare Hommage an die frühen Nasa-Fotografien vom Mond und spielt zugleich mit den Verschwörungstheorien rund um die Mond-Landung und der aktuellen Fake-News-Debatte. Denn weder war Takato persönlich auf dem Erdtrabanten unterwegs noch hat er sich in den Nasa-Archiven bedient oder die Bilder digital bearbeitet: Für seine Fotos ist er auf die Kanaren-Insel Teneriffa gereist. Dort testet die European Space Agency (ESA) ihren Mars-Roboter-Prototypen, weil die Geologie der Vulkan-Insel der des Mars am nähesten kommt. Nun ist der Mars nicht der Mond, aber seine Bilder gaukeln es uns vor – mit Hilfe eines Infrarotfilms, der den Himmel komplett schwarz einfärbt, suggeriert Takato uns die Ästhetik von Mond-Aufnahmen – und täuscht uns gleich in mehrfacher Hinsicht.

Für die ProfiFoto habe ich mit ihm über „The Moon“, aber auch über sein Langzeit-Projekt „Television Studios“ gesprochen, für das er Fernsehstudios auf der ganzen Welt fotografiert. Das Interview gibt es hier als PDF.

Links: Shigeru Takato, plus Raum für Bilder

 

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Artist in Residence im Atelierhaus Salzamt Linz

salzamt

Seit Sonntagabend bin ich nun im österreichischen Linz an der Donau. Durch eine Kooperation mit der Kunstuniversität Linz wurde ich von Professorin Anna-Maria Loffredo von der Abteilung Fachdidaktik zu einer sechswöchigen Residency ins wunderbare Atelierhaus Salzamt eingeladen, wo ich nun lebe und arbeite.  Zum Auftakt gibt es einen Talk mit Professor Gerhard Funk über zeitgenössische Fotografie und am Wochenende werde ich an der Uni den Workshop Von „The Family of Man“ bis zur Instagram-Story: Fotografische Strategien seit dem Zweiten Weltkrieg leiten. Anschließend sollen die  Teilnehmer eigene fotografische Arbeiten entwickeln, die wir dann ab dem 28. November im Ausstellungsraum des Atelierhauses Salzamt präsentieren werden. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf diese neue Aufgabe und die Zeit in Linz.

Link: Atelierhaus Salzamt, Kunstuniversität Linz

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Interview mit Olaf Heine

Anlässlich seiner Ausstellung „Hush, Hush“ in der Münchner Galerie Immagis und „Made in Berlin“ in der Galerie Camera Work habe ich den Fotografen und Regisseur Olaf Heine interviewt. In dem Gespräch sprachen wir über seine Wahlkampf-Bilder von Christian Lindner, dass sein berühmtes Porträt von Iggy Pop beinahe nie veröffentlicht worden wäre und was er heute anders machen würde, wenn er am Anfang seiner Karriere stünde.

Das Interview ist in der ProfiFoto erschienen und gibt es nun hier als PDF.

Links: Olaf Heine, Galerie Immagis, Camera Work

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Photoszene-Festival 2018

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Auf meinem Blog vergesse ich immer wieder auf die Arbeit bei der Internationalen Photoszene Köln hinzuweisen. Das neue Team, zu dem ich seit 2013 gehöre, veranstaltet auch in diesem Jahr wieder eines der größten Fotofestivals Deutschlands mit 89 Ausstellungen im gesamten Stadtgebiet sowie zahlreichen Talks, Führungen, Workshops und vielem mehr. Die Eröffnung ist am Freitag, 21. September, um 19 Uhr (also schon morgen!) im MAKK, dem Museum für Angewandte Kunst Köln. Im Anschluss findet das Fotobuch-Quartett mit Erik Kessels als Gast statt – ihr seid alle herzlich eingeladen.

Das gesamte Festival dauert bis zum 30. September und ihr findet das vollständige Programm auf unserer Website. Zusätzlich gibt es wieder einen gedruckten Festival-Guide, einen übersichtlichen Stadtplan sowie unser Magazin L. Fritz, das sich mit der Zukunft der Fotografie beschäftigt und für das wir die wunderbaren Autoren Florian Ebner, Klaus Honnef, Hester Keijser, Wolfgang Lorentz, Hendrik Neubauer, Rosa Roth, Esther Ruelfs, Christian Schön, Urs Stahel und Markus Weckesser gewinnen konnten. Ihr findet alle Druckmedien in den ausstellenden Museen, Galerien und Kunsträumen.

Ich hoffe, euch bei der ein oder anderen Veranstaltung zu treffen. Viel Spaß. Und schreibt mir gerne euer Feedback an.

Anbei noch ein sehr guter Artikel von Thomas Linden (Kölnische Rundschau) über die Arbeit, Geschichte und Ziele der Photoszene.

Link: Photoszene

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Interview mit Katrin Koenning

Katrin Koenning gehört ganz klar zu den Künstlerinnen, auf die ich erst durch Instagram aufmerksam wurde. Ihre düsteren, fragilen und oft surrealen Fotografien sind typisch für die in Australien lebende Deutsche – genauso wie ihre Liebe für das Magische im Alltäglichen.

Während der Darmstädter Tage der Fotografie traf ich Katrin zum Interview für die ProfiFoto, das ihr hier als PDF lesen könnt.

Links: Katrin Koenning, Darmstädter Tage der Fotografie

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„Forest“ von Yan Wang Preston

Ich brauchte ein bisschen, um in das Buch hinein zu kommen. Und auch um zu kapieren, worum es eigentlich geht. Denn in „Forest“, erschienen bei Hatje Cantz, zeigt die britisch-chinesische Fotografin Yan Wang Preston nicht einfach nur aufgeforstete urbane Landschaften, um deren Künstlichkeit darzustellen. Nein, all diese Bäume auf Straßen, Plätzen, Innenhöfen und Parkanlagen sind umgesiedelt worden. An ihrem ursprünglichen Standort hat man sie vor dem Abholzen gerettet und an ihrem neuen Platz sollen sie den Eindruck erwecken, als wären sie schon immer da gewesen und als hätte mit ihnen auch der junge Ort schon eine ganz eigene, alte Geschichte.

In dem Buch geht es also weit mehr als nur um eine nüchterne Bestandaufnahme, wie ich finde. Preston spricht viele Aspekte unserer heutigen Zeit und ganz besonders im heutigen China an: Es ist ein Buch über Heimat und darüber, was es bedeutet, entwurzelt zu werden. Es ist aber auch ein Buch über Hoffnung und den Wunsch nach Natur und Sinnlichkeit in einer von Beton und Fortschritt dominierten, ja: vergewaltigen Landschaft.  Es ist ein Buch über Täuschung und Fake-Landschaften. Und es ist ein Buch über eine zweite Chance. Für Menschen und für Bäume.

Meine Besprechung zu „Forest“ ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

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