“leben 24/7 – 100 Jahre Nikon”

Ich freue mich sehr, dass mich Alain Bieber vom NRW-Forum Düsseldorf mit der Aufgabe betraut hat, eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Firma Nikon zu kuratieren.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Schau „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ fotografische Positionen, die die Tugenden, die Qualität, die Vielseitigkeit und nicht zuletzt auch den Mythos und die Geschichte Nikons in den Vordergrund stellen – mit Reportagen und Dokumentationen, aber auch mit Bildikonen und Konzeptserien, die Geschichte geschrieben haben und die zahlreiche Aspekte des menschlichen Lebens reflektieren: Krieg und Frieden, Liebe und Schmerz, Familie und Freundschaft, Natur und Starkult, Glamour und Tristesse.

Natürlich stecken wir noch mitten in den Vorbereitungen, aber soviel kann schon mal verraten werden: Wir zeigen mehr als 100 Arbeiten unter anderem von Charlie Cole, Thekla Ehling, Volker Hinz, Joel Marklund, Steve McCurry, Duane Michals, Ed Ruscha, Moises Saman, Jérôme Sessini, Ami Vitale und von der Nasa. Die Eröffnung ist am 21. September und ich würde mich freuen, viele von euch dort zu treffen.

Link: leben 24/7

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Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler

Erstmals in ihrer 20-jährigen Geschichte widmet sich die Fondation Beyeler in Basel ausführlich dem Medium Fotografie und tut dies mit einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans. Der 48-Jährige zeigt in dem von Renzo Piano entworfenen Gebäude einen Überblick über 30 Jahre seines Schaffens – von Porträts über Landschaften und Stillleben bis zu seinen Sequenzen und Experimenten mit der Konkreten Fotografie.

Auf den ersten Blick erwartet den Besucher eine typische Tillmans-Ausstellung – mit Tesastreifen, Binder Clips und einer intuitiven Hängung, bei der alles miteinander kombiniert werden kann und doch jedes Bild für sich steht. Doch sowohl dem Künstler als auch der Kuratorin Theodora Vischer geht es in dieser Schau vor allem um den Blick auf die bewusste Gestaltung der Bilder. Das ist ein wichtiger Punkt. Ein vielleicht sogar so wichtiger Punkt, dass er fast überflüssig weil offensichtlich klingt. Und dem die Ausstellung zugleich doch nicht gerecht wird.

Meine ausführliche Besprechung ist heute in der taz erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fondation Beyeler, Hatje Cantz

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“Buzzing at the sill” von Peter van Agtmael

Mit “Buzzing at the sill” hat Peter van Agtmael seine eigene inoffizielle, traumwandlerische Fortsetzung des Buches “Disco Night Sept 11″ vorgelegt. Die Serie war eine Mischung aus dem wenig heldenhaften Alltag von US-Soldaten im Einsatz und der frustrierenden Zeit danach, wenn sie mit amputierten Gliedmaßen auf dem Sofa sitzen oder mit ihren Kindern und Lichtschwertern ausgestattet Star Wars spielen.

„Buzzing at the sill“ zeigt hingegen keine Kriegsfotos, sondern die Vereinigten Staaten, wie er sie nach seiner Heimkehr vorgefunden hat. Das ist allerdings weniger überraschend als es zunächst erscheint, denn Magnum-Mitglied van Agtmael sieht sich selbst nicht als Kriegsfotograf, sondern als Amerika-Fotograf – sein Buch ist somit eine Art emotionale Bestandsaufnahme einer Nation nach zwei sinnlosen Kriegen und wie sie mit ihrer eigenen, nicht immer ruhmreichen Geschichte umgeht.

Meine Besprechung aus der Photonews gibt es hier als PDF.

Link: Kehrer Verlag, Magnum

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Peter H. Fürst

40 Jahre lang, von 1960 bis 2000, hat der Kölner Fotograf Peter H. Fürst Dessousmode fotografiert – im Studio genauso wie außerhalb dieses geschützten Raums. Er gehörte zu den ersten, die Miederwäsche an „echten“ Models zeigte – das Zeigen von nackter Haut galt damals noch als unanständig.

Im Verlag der Buchhandlung Walther König ist kürzlich sein Buch “Die Philosophie der zweiten Haut” erschienen, in dem er sein berufliches Leben Revue passieren lässt. Meine Besprechung des Buches ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Verlag der Buchhandlung Walther König

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Ausstellung “Menschen auf der Flucht”

Es ist nicht ganz einfach sich dem Flüchtlingsthema fotografisch zu nähern, weil man leicht in die gängigen Dokumentations-Klischees verfällt. Spannende Ausnahmen sind beispielsweise das Postcards from Europe-Projekt von Eva Leitolf.

In den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung sind unter dem Titel “Menschen auf der Flucht” nun Arbeiten von den Fotografen Christoph Püschner, Frank Schultze und Sinawi Medine zu sehen. Alle drei sind klassische Fotoreporter, aber interessant ist die Zusammenstellung dennoch, weil sie zum einen den Bogen spannt von einem kleinen Flüchtlingsrettungsschiff auf dem Mittelmeer bis zu anderen Flüchtlingskrisen aus den vergangenen 25 Jahre.

Meine Ausstellungsbesprechung aus dem Ksta gibt es hier als PDF.

Link: Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

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Tagung “Smart as Photography”

ASIA-TYPHOON/

Heute vor zehn Jahren hat Steve Jobs das iPhone vorgestellt und damit nicht nur das Mobiltelefon revolutioniert, sondern auch die Fotografie maßgeblich beeinflusst, schließlich ist die vielzitierte Bilderflut vor allem eine Folge der Smartphone-Nutzung.

Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) hat im November 2016 in Mannheim die wohl weltweit erste Tagung zum Thema “Smartphone-Fotografie” veranstaltet. Mehr als ein Dutzend Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen (darunter der Medienwissenschaftler Jens Ruchatz von der Philipps-Universität Marburg und der Kommunikationswissenschaftler Peter Vorderer von der Universität Mannheim) sind dem Thema auf die Spur gegangen. Am Ende sind viele Fragen offen geblieben oder haben sich neue ergeben, aber dennoch war es eine spannende, wichtige und vor allem inspirierende Veranstaltung, die hoffentlich fortgeführt wird.

Das wichtigste Fazit, das ich für mich aus dem Symposium mitgenommen habe, ist, dass trotz Bilderflut und vielfacher Behauptung insgesamt kein größeres Interesse am Medium Fotografie in der Bevölkerung besteht. Das Interesse gilt in erster Linie dem Medium Smartphone und mit diesem Gerät wird heute nun einmal mehr fotografiert und kommuniziert, aber das bedeutet eben nicht, dass sich die Nutzer auch mehr für Fotografie interessieren: Nur, weil sie mehr schreiben oder spielen, interessieren sie sich ja auch nicht mehr für Sprache oder Spiele.

Meine ausführliche Besprechung der Veranstaltung ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF. Die gesamte Tagung kann übrigens auf YouTube angeschaut werden.

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Annelise Kretschmer im Kollwitz-Museum

Annelise Kretschmer (1903 bis 1987) eröffnete als eine der ersten Frauen in Deutschland ein eigenes Fotostudio und nahm 1929 an der legendären Wanderausstellung „Film und Foto“ des deutschen Werkbundes sowie 1930 an der Ausstellung „Das Lichtbild“ in München teil, weshalb sie gerne auch als „eine der bedeutendsten Porträtfotografinnen der späten Weimarer Republik“ bezeichnet wird. Dennoch ist sie heute nahezu unbekannt.

Das Käthe-Kollwitz-Museum in Köln möchte dies mit der Ausstellung „Annelise Kretschmer – Entdeckungen. Photographien 1922 bis 1975“ (bis 27. November 2016) ändern. Meine Besprechung der Ausstellung, erschienen in der taz, gibt es hier als PDF.

Link: Käthe-Kollwitz-Museum

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Photoszene-Festival 2016

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Heute und morgen eröffnen wir das Photoszene-Festival 2016 mit der zentralen Ausstellung “Innere Sicherheit / The State I Am In”, die von Katja Stuke und Oliver Sieber kuratiert wurden und in der Arbeiten von Günter Karl Bose, Beate Geissler/Oliver Sann, Stephen Gill, Allan Gretzki, Jochem Hendricks, Francesco Jodice, Daniel Josefsohn, Jason Lazarus, Nils Petter Löfstedt, Astrid Proll, Max Regenberg, Simon Menner, Petra Stavast, Ryudai Takano, Marc Thümmler, Harald Hauswald, Jan Dirk van der Burg, Luisa Whitton und Huang Xiang zu sehen sind.

Darüber hinaus bietet das Photoszene-Festival aber auch 104 weitere Ausstellungen sowie zahlreiche Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet.  Alle Infos bekommt ihr auf der Website. Viel Spaß beim Entdecken.

Link: Photoszene

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Portfolio-Review SICHTBAR

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Es war etwas ruhig auf meinem Blog. Das liegt daran, dass ich gerade in den Vorbereitungen für das Photoszene-Festival 2016 stecke. Das Festival findet vom 16. bis 25. September statt und am Freitag, 23. September, wird es auch wieder das Portfolio-Review SICHTBAR mit Fotografie-Experten aus Köln und Umgebung geben. Mit dabei sind Claudia Schubert, Gérard Goodrow, Katja Stuke und Oliver Sieber, Simone Klein, Hartwig Schwarz, Norbert Moos, Barbara Hofmann-Johnson, Thekla Ehling, Alain Bieber, Wolfgang Vollmer, Christoph Bangert, Michael Horbach, Clara Maria Sels, Manfred Zollner, Nils Müller, Ferdinand Brüggemann und Jan Wenzel.

Anmeldeschluss ist der 31. August!

Link: Photoszene

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Juergen Teller in der Bundeskunsthalle Bonn

Ich war noch nie ein Fan von Juergen Teller - ich mag seine Schnappschuss-Ästhetik nicht, ich mag seine pubertäre Selbstdarstellungsweise nicht und ich mag auch seine angebliche Vielschichtigkeit nicht, weil sie sich meist als leere Bildhülsen herausstellen. Aber das, was Teller aktuell in der Bundeskunsthalle unter dem Titel “Enjoy Your Life!” zeigt und die Art, wie die Kuratoren Susanne Kleine und Rein Wolfs größte Banalitäten und Selbstverständlichkeiten als Genie-Streich präsentieren, hat mich tatsächlich richtig sauer gemacht.

Ich habe versucht, das in meiner Besprechung im Kölner Stadt-Anzeiger, die es hier als PDF gibt, ausführlich zu begründen, aber eigentlich hätte ich doppelt so viel Platz gebraucht.

Es gibt noch einige Aspekte, die ich gerne angesprochen oder ausführlicher behandelt hätte, z.B. seine angebliche Beschäftigung und Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Hässlichkeit, Schönheit, Nacktheit, Kleidung, soziale Beziehungen und Freundschaft, wie Susanne Kleine mir auf Nachfrage erklärte. Aber Teller beschäftigt sich nicht mit solchen Themen. Es ist absurd zu behaupten, dass man Hässlichkeit reflektiert, nur weil man sie darstellt. Und sich mit Abseitigem zu beschäftigen, macht daraus noch lange keine Kunst.

Ich kann aber nachvollziehen, dass Juergen Tellers Arbeiten in gewissen gelangweilten Mode- und Hipster-Kreisen, in der jeder Kratzer auf der aalglatten Oberfläche zur Kunst deklariert wid, sehr gut funktioniert. Aber dann sollen seine Fotos auch weiter in Magazinen veröffentlicht und nicht in den Kunstkontext gestellt werden – dort gehören sie einfach nicht hin.

Link: Bundeskunsthalle

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