“leben 24/7 – 100 Jahre Nikon”

Ich freue mich sehr, dass mich Alain Bieber vom NRW-Forum DĂŒsseldorf mit der Aufgabe betraut hat, eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Firma Nikon zu kuratieren.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Schau „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ fotografische Positionen, die die Tugenden, die QualitĂ€t, die Vielseitigkeit und nicht zuletzt auch den Mythos und die Geschichte Nikons in den Vordergrund stellen – mit Reportagen und Dokumentationen, aber auch mit Bildikonen und Konzeptserien, die Geschichte geschrieben haben und die zahlreiche Aspekte des menschlichen Lebens reflektieren: Krieg und Frieden, Liebe und Schmerz, Familie und Freundschaft, Natur und Starkult, Glamour und Tristesse.

NatĂŒrlich stecken wir noch mitten in den Vorbereitungen, aber soviel kann schon mal verraten werden: Wir zeigen mehr als 100 Arbeiten unter anderem von Charlie Cole, Thekla Ehling, Volker Hinz, Joel Marklund, Steve McCurry, Duane Michals, Ed Ruscha, Moises Saman, JĂ©rĂŽme Sessini, Ami Vitale und von der Nasa. Die Eröffnung ist am 21. September und ich wĂŒrde mich freuen, viele von euch dort zu treffen.

Link: leben 24/7

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Portfolio-Review SICHTBAR

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Es war etwas ruhig auf meinem Blog. Das liegt daran, dass ich gerade in den Vorbereitungen fĂŒr das Photoszene-Festival 2016 stecke. Das Festival findet vom 16. bis 25. September statt und am Freitag, 23. September, wird es auch wieder das Portfolio-Review SICHTBAR mit Fotografie-Experten aus Köln und Umgebung geben. Mit dabei sind Claudia Schubert, GĂ©rard Goodrow, Katja Stuke und Oliver Sieber, Simone Klein, Hartwig Schwarz, Norbert Moos, Barbara Hofmann-Johnson, Thekla Ehling, Alain Bieber, Wolfgang Vollmer, Christoph Bangert, Michael Horbach, Clara Maria Sels, Manfred Zollner, Nils MĂŒller, Ferdinand BrĂŒggemann und Jan Wenzel.

Anmeldeschluss ist der 31. August!

Link: Photoszene

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Crowdfunding fĂŒr “Elf Uhr Elf”

Normalerweise mache ich keine Aufrufe zu Crowdfunding-Projekten. Und dann auch noch mit einem Karnevalsthema! Dass ich es dennoch mache, liegt sicherlich daran, dass ich die HĂ€lfte der teilnehmenden Fotografen gut kenne (und mit einer auch verheiratet bin), zum anderen aber auch am mir sehr am Herzen liegenden Konzept der Gruppe: Die neun Fotografen Theo Barth, Ute Behrend, Thekla Ehling, Dirk Gebhardt, Matthias Jung, David Klammer, Frederic Lezmi, Nadine Preiß und Wolfgang Zurborn haben nĂ€mlich zwei Jahre lang den Kölner Karneval fotografiert – und zwar so, wie man ihn in den ĂŒblichen Klischee-Bildern der TouristenfĂŒhrer, Tageszeitungen und Fernsehkameras nicht zu sehen bekommt: trivial, absurd, tiefgrĂŒndig, kontrĂ€r, verspielt, trostlos, dreckig, verwirrend, ordinĂ€r, konspirativ, selbstverstĂ€ndlich. Ich war ja selbst lange genug  fĂŒr die Kölnische Rundschau und den Kölner Stadt-Anzeiger in der Kölner Karnevalsperipherie unterwegs und kenne die Ă€sthetischen Codes der Berichterstattung und die Zensur-Argumente, wenn ein Foto das zeigt, was man vorgefunden hat, aber nicht das, was der Leser angeblich sehen möchte – weshalb er auch seit Jahrzehnten die immer gleichen Bilder geliefert bekommt.

Am 14. Februar 2014 wird die Gruppe die Ergebnisse ihres Projektes “Elf Uhr Elf” in der Galerie der Bildagentur laif in einer Ausstellung prĂ€sentieren. Aktuell aber sammeln die neun Fotografen ĂŒber die Crowdfunding-Plattform Startnext 11.111 Euro, um das geplante Buch zu finanzieren. Dabei gilt das “Alles oder nichts”-Prinzp: Wenn nach Ablauf der Frist am 22. Dezember die Zielsumme nicht erreicht wurde, bekommen die UnterstĂŒtzer ihr Geld zurĂŒck und Elf Uhr Elf keinen einzigen Cent. Und das wĂ€re Ă€ußerst schade. Deshalb: UnterstĂŒtzt das Projekt! Schon ab 5 Euro könnt ihr dabei sein. Oder bestellt am besten gleich das Buch und einen Abzug vor!

Link: Elf Uhr Elf

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“Son” von Christopher Anderson

Ich habe ja erst kĂŒrzlich das sehr persönliche Buch Easter and Oak Trees von Bertien van Manen vorgestellt. Nun kommt direkt ein weiteres hinterher: “Son” von Christopher Anderson ist ebenfalls klein, intim, einfach und ohne viel Schnickschnack gestaltet. Allerdings hat der Magnum-Fotograf nicht in seiner Archivkiste gekramt, sondern er zeigt aktuelle Fotos. Entstanden sind sie in seiner Familie, die er mit der Geburt seines Sohnes ebenfalls zu fotografieren begonnen hat. Gleichzeitig geschieht auch eine Auseinandersetzung in seiner eigenen Rolle als Sohn, indem er auch seinen mittlerweile erkrankten Vater fotografiert. Das Buch wirkt deshalb ein wenig wie eine Mischung aus “Letzte Tage mit meinem Vater” von Phillip Toledano, “Closer” und “Recent” von Elinor Carucci und “Sommerherz” von Thekla Ehling – und das alles oftmals gepaart mit Andersons ganz besonderem Umgang mit dem (Gegen)Licht, die seine Bilder regelrecht magisch und fast wie fĂŒr Modeaufnahmen inszeniert erscheinen lassen, und was mit dem goldenen Vorsatzpapier auch gestalterisch aufgegriffen wird.

Das Buch kommt zudem fast komplett ohne Text aus. Lediglich am Ende erklĂ€rt Anderson selbst kurz in einem Statement, dass er sein gesamtes fotografisches Leben lang weit gereist ist, um die Erfahrungen von Fremden zu fotografieren. “Vielleicht habe ich gehofft, etwas ĂŒber mich selbst zu verstehen, wenn ich Zeuge werde bei intimen Momenten von Menschen, die ich nicht kenne.”

Ein wenig verwunderlich finde ich, dass Anderson niemals damit gerechnet hat, dass seine Privatfotos irgendetwas mit seinen “Arbeiten” zu tun haben könnten – bei einem Magnum-Fotografen habe ich ein wenig mehr Selbstreflexion erwartet. “Ich begann zu verstehen, dass alles, was ich zuvor fotografiert habe, bloß eine Vorbereitung war, um diese Fotos zu machen. Diese Fotos kann man nicht von meiner Arbeit trennen … they were my most important life work.” FĂŒr Anderson sind diese Bilder deshalb weder eine Dokumentation noch eine ErzĂ€hlung noch Kunst. “They are declarations of love…”

AuffĂ€llig finde ich ĂŒbrigens die HĂ€ufung von Fotos, die vor großen Fenster- und GlasflĂ€chen entstehen. Manchmal dienen sie als Großstadtkulisse im Hintergrund, dann wieder als trennendes oder auch als verbindendes Element zwischen Innen und Außen, zwischen der Familie und dem Rest der Welt. Und gegen Ende des Buches fotografiert Anderson eine HaustĂŒr von außen, durch deren Glasscheibe man eigentlich in das dunkle Innere schauen wĂŒrde. Können wir aber nicht, denn die Spiegelung zeigt uns den grĂŒnen Garten, der außerhalb unseres Blickfeldes liegt und der wie durch Geisterhand plötzlich im Inneren des Hauses aufzutauchen scheint. Das steht dann im krassen Gegensatz zum Cover-Motiv, auf dem wir seinen Sohn und seine Frau (?) unter der Dusche sehen. Sie sind ihm ganz nah und wirken doch unerreichbar, weil die Glasscheibe von den Wassertropfen fast undurchsichtig wird. Die kleinen HandflĂ€chen, die sein Sohn gegen die Scheibe presst, lassen die Distanz zwischen ihnen noch unerreichbarer erscheinen.

Link: Kehrer

Amazon: Christopher Anderson – Son

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“Hijacked 2″-Ausstellung im Zephyr

Das Buch Hijacked 2 habe ich bereits auf meinem Blog vorgestellt. Im Zephyr – Raum fĂŒr Fotografie in Mannheim (genauer: im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen) ist nun die entsprechende Ausstellung zu diesem ehrgeizigen Projekt des Australiers Mark McPherson zu sehen: Er stellt Positionen von Landsleuten wie Narelle Autio, Derek Henderson, Ingvar Kenne, Rebecca Ann Hobbs, Polixeni Papapetrou und Louis Porter 16 deutschen Fotografen gegenĂŒber – darunter Natalie Bothur, Jörg BrĂŒggemann, Thekla Ehling und Anne Lass, Julian Röder, Oliver Sieber, Josef Schulz und Jan von Holleben.

Warum ich glaube, dass dem Projekt (so spannend ich es auch finde) bald die Puste ausgehen wird, steht in meiner Besprechung, die in der aktuellen Photonews erschienen ist und die es hier als PDF gibt.

Link: Zephyr

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Hijacked 2 – Australien/Deutschland

Bereits “Hijacked – Volume One”, erschienen 2008 bei Big City Press, war ein wunderbares Buch. Damals stellte der Initiator und Herausgeber Mark McPherson zusammen mit Max Pam australische und us-amerikanische Fotografen in einem gemeinsamen Band vor – darunter gute bis fantastische Positionen von Robin Schwartz, Brian Cross, Amy Stein, Greta Anderson, Sarah Small und Juha Tolonen.

Nun hat Big City Press gemeinsam mit dem Heidelberger Kehrer-Verlag die Fortsetzung “Hijacked – Volume 2″ in die LĂ€den gebracht – dieses Mal mit australischen und deutschen Fotografen und mitherausgegeben von Ute Noll und Markus Schaden. Das schicke LesebĂ€ndchen vom ersten Teil gibt es nicht mehr, dafĂŒr bekommt man aber noch mehr Seiten, die auch noch richtig gut gefĂŒllt wurden mit junger, aufrĂŒttelnder, poetischer, verstörender, vertrĂ€umter Fotografie.

Das fĂ€ngt schon beim Cover an, das das Bild “Reita” von Oliver Sieber ziert und das zurzeit auch noch in der Ausstellung Imaginary Club in der Kölner Galerie Priska Pasquer zu sehen ist: Warum zum Teufel hat diese Frau eigentlich eine weißes Stirnband quer ĂŒber das Gesicht laufen, das nur ihre Nase verdeckt? Es geht weiter mit Arbeiten von Josef Schulz, Jan von Holleben, Johanna Ahlert, Olaf Unverzart, Jens Liebchen, Myriam Lutz, Julian Röder, Ivonne Thein, Albrecht Fuchs, Nathalie Bothur, Jörg BrĂŒggemann, Anne Lass, Karsten Kronas, Sascha Weidner und Thekla Ehling – kurzum: fast ausnahmslos sehr gute und eigenstĂ€ndige Positionen, die einen guten Überblick ĂŒber die junge, zeitgenössische Fotografie bietet – mit einer nicht ganz unwichtigen Ausnahme: Fast keiner der deutschen Fotografen fotografiert deutsch, also im Sinne der Neuen Sachlichkeit und der Becher-Klasse. Offensichtlich wurde viel Wert darauf gelegt zu zeigen, dass man hierzulande auch anders fotografieren kann, was ich persönlich fĂŒr sehr gut und wichtig halte.

Im Mittelteil gibt es mehrere Texte, dann begegnet dem Betrachter in der australischen HĂ€lfte erst einmal einem jungen, nacktem Paar, das im offenen Kofferraum ihres Kombis sitzt: Bronek KĂłzka hat im Gregory-Crewdson-Jeff-Wall-Stil inszeniert – allerdings nicht ganz so gut, weil nicht so geheimnisvoll. Andere Arbeiten haben mir da deutlich besser gefallen – zum Beispiel die von Ingvar Kenne, Conor O’Brien, Polixeni Papapetrou, Derek Henderson und auch Louis Porter, Andrew Cowen und Michael Corridore. Sehr amĂŒsiert habe ich mich ĂŒbrigens auch bei Jackson Eaton und seinem Bild “Hasisi holding my foreskin in her teeth”. Ich denke, ich brauche nicht nĂ€her zu beschreiben, was darauf zu sehen ist.

Wenn mir auch persönlich nicht alle Fotografen so ganz zusagen, bleibt mir doch nichts anderes ĂŒbrig, als fĂŒr “Hijacked 2″ eine uneingeschrĂ€nkte Kaufempfehlung auszusprechen: Das Buch ist eine sehr gelungene Zusammenstellung junger, zeitgenössischer Fotografie jenseits des Mainstreams und dĂŒrfte auch in Zukunft immer wieder zum Schmökern und Nachschlagen einladen.

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Neu: Meine Fotobuch-Tipps im Ksta

Im Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger habe ich die wunderbaren FotobĂŒcher “Sommerherz” von Thekla Ehling, “Komm, mein MĂ€dchen, in die Berge” von Andrea Stultiens, “Equusvon Tim Flach undLas Vegas Studiovon Hilar Stadler, Martino Stierli und Stanisauls von Moos vorgestellt.

Den Text dazu findet ihr hier als PDF.

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