Warum wir (gute) Fotomuseen brauchen

Karl Kraus soll ja einmal gesagt haben: „Wenn die Welt untergeht, dann gehe ich nach Wien. Dort passiert alles zehn Jahre später.“ Wenn ich heute als Außenstehender auf die Diskussion um die Neugründung eines Fotografiemuseums in Wien oder Salzburg blicke, dann gewinne ich den Eindruck, dass der Satz stimmen könnte. Denn eigentlich haben wir genau diese Diskussion doch schon längst geführt und für beendet erklärt. Dachte ich zumindest. Tatsächlich jedoch werden diese Auseinandersetzungen immer wieder auf’s Neue geführt – egal in welcher Stadt oder in welchem Land. Die Gründe dafür sind vielfältig, der Hauptgrund ist jedoch die sehr unterschiedliche Sicht auf und das sehr unterschiedliche Interesse an dem Medium Fotografie.

Für den Standard aus Wien habe ich deshalb die wichtigsten drei Punkte zusammengefasst und dabei mit Stefan Gronert vom Sprengel Museum in Hannover, Ingo Taubhorn vom Haus der Photographie in Hamburg, Felix Hoffmann von der C/O Berlin und Urs Stahel, Gründer und langjährigr Leiter des Fotomuseums Winterthur gesprochen. Meinen ausführlichen Artikel gibt es hier als PDF, zudem findet ihr den Artikel auch online.

Links: C/O Berlin, Fotomuseum Winterthur, Haus der Photographie, Sprengel Foto-Blog, Le Bal, Jeu de Paume, Foundation Henri Cartier-Bresson, Maison Européenne de la Photographie


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Interview mit Michael Wolf

Im Rahmen der “Life in Cities”-Ausstellung im Fotomuseum Den Haag habe ich den Fotografen Michael Wolf für das Magazin ProfiFoto interviewt. Dabei sprachen wir über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in seinen freien Arbeiten, seine Zusammenarbeit mit den Verlegern Gerhard Steidl und Hannes Wanderer und den Luxus, das machen zu können, was er will.

Das komplette Interivew gibt es hier als PDF.

Links: Fotomuseum Den Haag

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“SideWalk” von Jeff Mermelstein

Für die ProfiFoto habe ich den Street Photographer Jeff Mermelstein im Rahmen seiner Ausstellung “SideWalk” in der Galerie Bene Taschen in Köln interviewt. Er erzählte mir, was das Besondere an seiner Heimatstadt New York ist, wie er Schwierigkeiten aus dem Weg geht, das Auftreten seines Kollegen Bruce Gilden und wie sich die Fotografie im öffentlichen Raum seit dem Tod von Lady Di und 9/11 verändert hat.

Das ausführliche Interview gibt es hier als PDF.

Link: Galerie Bene Taschen

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“Life in Cities” von Michael Wolf

Letztes Jahr gab es die Ausstellung “Life in Cities” von Michael Wolf bereits beim Fotografiefestival Les Rencontres de la Photographie in Arles zu sehen, nun läuft sie im Fotomuseum Den Haag (noch bis zum 22. April) und im Herbst soll sie Station im Haus der Photographie in Hamburg machen. In der von Wim van Sinderen kuratierten Schau geht es vor allem um die Fragen, unter welchen Bedingungen wir leben und arbeiten, welchen Preis wir dafür zahlen müssen und vor allem: wofür eigentlich?

Michael Wolfs bekannte Serie “Tokyo Compression” mit in U-Bahn-Waggons eingepferchten Passagieren ist genauso dabei wie seine Hochhaus-Szenarien aus “Architecture of Density” und “Transparent City”, aber auch die riesige Wandinstallation “Toy Story” und seine Google-Street-View-Arbeiten.

Meine Besprechung der Ausstellung ist u.a. in der taz erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fotomuseum Den Haag

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Die erste Foto-Ausstellung

Für das FotoMagazin durfte ich eine schöne Geschichte recherchieren und schreiben über die Hürden und Tücken, abe auch über die Möglichkeiten, die man mit einer (ersten) Ausstellung hat – egal ob Kulturzentrum, Off-Raum, Galerie oder Museum. Ich habe mit den Fotografen Rudi Meisel, Frederik Busch, Anna Ehenstein, Hendrik Bloem und Marvin Ruppert gesprochen, habe die Galeristen Robert Morat, Julian Sander und Alexander Golya von Camera Work interviewt und auch mit Hochschul-Professor Dirk Gebhardt von der FH Dortmund geredet – und dabei selbst viele spannende Einblicke in die Arbeits- und Denkweise der unterschiedlichen Protagonisten und ihren individuellen Interessen auf dem Kunst- und Fotografiesektor erhalten.

Meinen Artikel gibt es hier als PDF.

Link: FotoMagazin, Camera Work, Robert Morat Galerie, Galerie Julian Sander, Dirk Gebhardt, Rudi Meisel, Anna Ehrenstein, Frederik Busch

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Die Fotosammlung Michael Horbach

Seit sechs Jahren zeigt Michael Horbach in seinen fast 1000 Quadratmeter großen Kunsträumen in der Kölner Südstadt Fotografieausstellungen, verleiht Stipendien und vergibt alle zwei Jahre einen mit 10.000 Euro dotierten Fotopreis.

Nun zeigt der 66-Jährige in einer großangelegten Schau einen größeren Ausschnitt der eigenen Fotosammlung. Sie trägt den bedeutungsschweren und doch sehr passenden Namen „sehn sucht/anhelo“. Damit wird gleich in mehrfacher Hinsicht deutlich, was den Besucher erwartet: Ein Einblick in die private Sehnsuchtswelt Michael Horbachs, die eng mit dem lateinamerikanischen Kontinent verbunden ist. Es geht aber auch um die Sucht des Sammelns und um das Sehnen nach dem Fernen, zu sehen sind Arbeiten u.a. von Bill Perlmutter, Marcos Zimmermann, Pierrot Men, Flor Garduño, Lucana, Pep Bonet, Raúl Cañibano, Frank Gaudlitz, Alfredo Sarabia Senior und Junior, Sebastião Salgado, Alberto Korda und Beat Presser.

Mein umfangreicher Artikel ist in der Photonews erschienen und gibt es hier. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. August zu sehen.

Link: Michael Horbach Stiftung

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“leben 24/7 – 100 Jahre Nikon”

Ich freue mich sehr, dass mich Alain Bieber vom NRW-Forum Düsseldorf mit der Aufgabe betraut hat, eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Firma Nikon zu kuratieren.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Schau „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ fotografische Positionen, die die Tugenden, die Qualität, die Vielseitigkeit und nicht zuletzt auch den Mythos und die Geschichte Nikons in den Vordergrund stellen – mit Reportagen und Dokumentationen, aber auch mit Bildikonen und Konzeptserien, die Geschichte geschrieben haben und die zahlreiche Aspekte des menschlichen Lebens reflektieren: Krieg und Frieden, Liebe und Schmerz, Familie und Freundschaft, Natur und Starkult, Glamour und Tristesse.

Natürlich stecken wir noch mitten in den Vorbereitungen, aber soviel kann schon mal verraten werden: Wir zeigen mehr als 100 Arbeiten unter anderem von Charlie Cole, Thekla Ehling, Volker Hinz, Joel Marklund, Steve McCurry, Duane Michals, Ed Ruscha, Moises Saman, Jérôme Sessini, Ami Vitale und von der Nasa. Die Eröffnung ist am 21. September und ich würde mich freuen, viele von euch dort zu treffen.

Link: leben 24/7

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Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler

Erstmals in ihrer 20-jährigen Geschichte widmet sich die Fondation Beyeler in Basel ausführlich dem Medium Fotografie und tut dies mit einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans. Der 48-Jährige zeigt in dem von Renzo Piano entworfenen Gebäude einen Überblick über 30 Jahre seines Schaffens – von Porträts über Landschaften und Stillleben bis zu seinen Sequenzen und Experimenten mit der Konkreten Fotografie.

Auf den ersten Blick erwartet den Besucher eine typische Tillmans-Ausstellung – mit Tesastreifen, Binder Clips und einer intuitiven Hängung, bei der alles miteinander kombiniert werden kann und doch jedes Bild für sich steht. Doch sowohl dem Künstler als auch der Kuratorin Theodora Vischer geht es in dieser Schau vor allem um den Blick auf die bewusste Gestaltung der Bilder. Das ist ein wichtiger Punkt. Ein vielleicht sogar so wichtiger Punkt, dass er fast überflüssig weil offensichtlich klingt. Und dem die Ausstellung zugleich doch nicht gerecht wird.

Meine ausführliche Besprechung ist heute in der taz erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fondation Beyeler, Hatje Cantz

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Ausstellung “Menschen auf der Flucht”

Es ist nicht ganz einfach sich dem Flüchtlingsthema fotografisch zu nähern, weil man leicht in die gängigen Dokumentations-Klischees verfällt. Spannende Ausnahmen sind beispielsweise das Postcards from Europe-Projekt von Eva Leitolf.

In den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung sind unter dem Titel “Menschen auf der Flucht” nun Arbeiten von den Fotografen Christoph Püschner, Frank Schultze und Sinawi Medine zu sehen. Alle drei sind klassische Fotoreporter, aber interessant ist die Zusammenstellung dennoch, weil sie zum einen den Bogen spannt von einem kleinen Flüchtlingsrettungsschiff auf dem Mittelmeer bis zu anderen Flüchtlingskrisen aus den vergangenen 25 Jahre.

Meine Ausstellungsbesprechung aus dem Ksta gibt es hier als PDF.

Link: Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

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Annelise Kretschmer im Kollwitz-Museum

Annelise Kretschmer (1903 bis 1987) eröffnete als eine der ersten Frauen in Deutschland ein eigenes Fotostudio und nahm 1929 an der legendären Wanderausstellung „Film und Foto“ des deutschen Werkbundes sowie 1930 an der Ausstellung „Das Lichtbild“ in München teil, weshalb sie gerne auch als „eine der bedeutendsten Porträtfotografinnen der späten Weimarer Republik“ bezeichnet wird. Dennoch ist sie heute nahezu unbekannt.

Das Käthe-Kollwitz-Museum in Köln möchte dies mit der Ausstellung „Annelise Kretschmer – Entdeckungen. Photographien 1922 bis 1975“ (bis 27. November 2016) ändern. Meine Besprechung der Ausstellung, erschienen in der taz, gibt es hier als PDF.

Link: Käthe-Kollwitz-Museum

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