Damian Zimmermann

When we were very young

2008

Welche Fotos schaffen es in Familienalben, welche nicht? Welche Geschichten können sie später einmal erzählen, und welche Geschichten entstehen erst beim Betrachter?

Ich richte meine Kamera auf diese Bilder und eigne sie mir dadurch neu an. Ich beziehe Position, konstruiere neue Zusammenhänge, die vorher nicht sichtbar waren. Ich richte den Fokus neu aus. Während der Taufe meines Bruders bin ich nur eine schüchterne Randfigur, für die sich niemand zu interessieren scheint. Aber ich interessiere mich für mich und rücke mich ins Bildzentrum.

Auf anderen Bildern nehme ich die Perspektive meines Vaters ein und meine Mutter schaut mich plötzlich an, wie sie meinen Vater angeschaut hat. Und der Schatten meines Vaters wird plötzlich zu meinem eigenen- in dem Moment, in dem er mich im Arm meiner Mutter fotografiert. Ich bin heute fast so alt wie mein Vater damals war.