“Mit anderen Augen” in K√∂ln und Bonn

Ich habe mich sehr auf die Doppelausstellung ‚ÄěMit anderen Augen‚Äú in K√∂ln und Bonn gefreut – ein so wichtiges Feld wie die Portr√§tfotografie einmal unter die Lupe zu nehmen, erschien mir nicht nur wichtig, sondern geradezu notwendig. 50 K√ľnstler werden gezeigt, die Spannweite reicht von Thomas Struth, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans und Pieter Hugo √ľber Barbara Probst, Erik Kessels, Albrecht Fuchs, Oliver Sieber und Katja Stuke bis Pepa Hristova, Charles Fr√©ger, Clegg & Guttmann, Jan Paul Evers und Tobias Zielony.

Dabei haben die Kuratoren Stefan Gronert und Barbara Hofmann-Johnson f√ľr das Kunstmuseum Bonn (bis 8. Mai) und Gabriele Conrath-Scholl und Claudia Schubert f√ľr die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur (bis 29. Mai) meiner Meinung nach sehr vieles richtig und nur ein wenig falsch gemacht. Was das genau ist, erfahrt ihr aus meiner ausf√ľhrlichen Besprechung, die im aktuellen fotoMagazin erschienen ist und die es hier als PDF gibt.

Link: Mit anderen Augen

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Interview mit Böhm/Kobayashi

Katja Stuke: “Bilder im √∂ffentlichen Raum waren damals einfach schon richtig geil. Und ich bin heute jedes Mal entt√§uscht, wenn wieder mal irgend so ein Mist plakatiert wird, weil sich niemand mehr wirklich f√ľr dieses Medium interessiert.”

Oliver Sieber: “Larry Sultan und Mike Mandel haben ja auch diese Billboard-Aktionen in den 70er Jahren gemacht und beziehen sich quasi auf Marshall McLuhan, den Medientheoretiker. Also dem Nutzen von Plakatw√§nden und was die f√ľr eine Wirkung auf die Gesellschaft haben. Deswegen kriege ich vielleicht so einen schmelzigen Ton, wenn ich an die Motive von damals denke und wie sich das Stadtbild anders dargestellt hat.”

In der Ausgabe 97 von European Photography ist mein Interview mit Katja Stuke und Oliver Sieber alias B√∂hm/Kobayashi erschienen. Darin spricht das K√ľnstlerduo √ľber Selfpublishing, die Anf√§nge ihrer B√∂hm-Hefte, den Reiz von Werbeplakaten, ihr Antifoto-Manifest und was passiert, wenn das eigene Buch pl√∂tzlich zum “Photobook of the Year‚Äú gew√§hlt wird.

Das gesamte Interview gibt es hier als PDF.

Link: Böhm/Kobayashi, European Photography

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Präsentation der Photoszene-Edition

Die Photoszene präsentiert von Freitag, 31. Januar, bis Sonntag, 2. Februar, ihre Edition in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur (Im Mediapark 7). Die 19 Arbeiten stammen von Boris Becker, Peter Bialobrzeski, Frank Breuer, Chris Durham, Boris Eldagsen, Albrecht Fuchs, Andreas Gefeller, Pepa Hristova, Matthias Jung, Michael Lange, Tamara Lorenz, Irina Ruppert, Linn Schröder, Oliver Sieber, Katja Stuke, Anna Vogel, Petra Wittmar, Tobias Zielony und Wolfgang Zurborn. Die Ausstellung ist an allen drei Tagen von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Die H√§lfte des Gewinns geht an die Photoszene, die damit ihr Startkapital aufstocken will, um im August/September das traditonelle Fotofestival in K√∂ln mit zus√§tzlichen Veranstaltungen wie Vortr√§ge, Workshops, Diskussionen, F√ľhrungen und einem Portfolio-Review zu finanzieren. Die Schwerpunktwoche wird vom 16. bis 21. September sein, doch bereits am 19. August wird es zum 175. Geburtstag der Fotografie eine gro√üe Auftaktveranstaltung geben.

Links: Photoszene, SK Stiftung Kultur

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Relaunch der Internationalen Photoszene Köln

Nach der 21. Internationalen Photoszene K√∂ln im September 2012 habe ich in einem Kommentar im K√∂lner Stadt-Anzeiger kritisiert, dass das Festival gar kein richtiges Festival ist. Ein Jahr sp√§ter bin ich pl√∂tzlich selbst Teil eines vierk√∂pfigen Projektteams, das diesen 30 Jahre alten Verein von Grund auf erneuern will. Ohne einen einzigen Euro in der Kasse, daf√ľr aber mit tausend Ideen und noch mehr Elan und Enthusiasmus, Unterst√ľtzung und Zuspruch haben wir uns an die Arbeit gemacht, sehen uns aber auch einem unvorstellbaren b√ľrokratischen Aufwand gegen√ľber. Denn, soviel sei an dieser Stelle schon einmal gesagt: Das vierk√∂pfige Projektteam, bestehend aus Heide H√§usler, Inga Schneider, Nadine Prei√ü und mir, arbeitet aktuell an einem komplett neuen und deutlich erweiterten Konzept, mit dem wir nicht nur alle zwei Jahre f√ľr ein paar Tage in Erscheinung treten wollen. Mehr Informationen folgen in K√ľrze.

Doch daf√ľr brauchen wir dringend Geld. Und da wir (bislang) keinen Gro√üsponsor haben, wollen wir alle, die sich der Fotografie im Allgemeinen und der Photoszene im Speziellen verbunden f√ľhlen, um finanzielle Unterst√ľtzung bitten. Spenden sind uns sehr willkommen, aber als zus√§tzlichen Anreiz haben wir eine Edition (heutzutage w√ľrde man das wohl Crowdsourcing nennen) mit Arbeiten von 19 Fotografen herausgebracht – als subjektive Auswahl, die zugleich einen facettenreichen √úberblick √ľber die aktuelle Fotografie in Deutschland bietet. Mit dabei sind Boris Becker,¬†Peter Bialobrzeski,¬†Frank Breuer,¬†Chris Durham,¬†Boris Eldagsen,¬†Albrecht Fuchs,¬†Andreas Gefeller,¬†Pepa Hristova,¬†Matthias Jung,¬†Michael Lange,¬†Tamara Lorenz,¬†Irina Ruppert,¬†Linn Schr√∂der, Oliver Sieber, Katja Stuke,¬†Anna Vogel,¬†Petra Wittmar,¬†Tobias Zielony und¬†Wolfgang Zurborn. Wer noch bis heute, 20. Dezember, bestellt, erh√§lt einen Gutschein, den er unter den Tannenbaum legen kann, der Versand beginnt ab Januar! Insofern w√ľrde man nicht nur die Photoszene unterst√ľtzen, sondern h√§tte auch noch ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!

Au√üerdem k√∂nnt ihr euch schon einmal den 31. Januar bis 2. Februar im Kalender markieren. Dann n√§mlich stellen wir die komplette Edition in einer Ausstellung in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur aus! Und zu guter Letzt w√ľrden wir uns sehr freuen, wenn ihr unsere Facebook-Seite liken k√∂nntet. Und motiviert das zus√§tzlich, die Photoszene auf einen neuen Kurs zu bringen, und ihr werdet mit den aktuellen Informationen rund um die Fotografie in K√∂ln versorgt.

Links: Photoszene, Facebook

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“Hijacked 2″-Ausstellung im Zephyr

Das Buch Hijacked 2 habe ich bereits auf meinem Blog vorgestellt. Im Zephyr – Raum f√ľr Fotografie in Mannheim (genauer: im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen) ist nun die entsprechende Ausstellung zu diesem ehrgeizigen Projekt des Australiers Mark McPherson zu sehen: Er stellt Positionen von Landsleuten wie Narelle Autio, Derek Henderson, Ingvar Kenne, Rebecca Ann Hobbs, Polixeni Papapetrou und Louis Porter 16 deutschen Fotografen gegen√ľber – darunter Natalie Bothur, J√∂rg Br√ľggemann, Thekla Ehling und Anne Lass, Julian R√∂der, Oliver Sieber, Josef Schulz und Jan von Holleben.

Warum ich glaube, dass dem Projekt (so spannend ich es auch finde) bald die Puste ausgehen wird, steht in meiner Besprechung, die in der aktuellen Photonews erschienen ist und die es hier als PDF gibt.

Link: Zephyr

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Hijacked 2 – Australien/Deutschland

Bereits “Hijacked – Volume One”, erschienen 2008 bei Big City Press, war ein wunderbares Buch. Damals stellte der Initiator und Herausgeber Mark McPherson zusammen mit Max Pam australische und us-amerikanische Fotografen in einem gemeinsamen Band vor – darunter gute bis fantastische Positionen von Robin Schwartz, Brian Cross, Amy Stein, Greta Anderson, Sarah Small und Juha Tolonen.

Nun hat Big City Press gemeinsam mit dem Heidelberger Kehrer-Verlag die Fortsetzung “Hijacked – Volume 2″ in die L√§den gebracht – dieses Mal mit australischen und deutschen Fotografen und mitherausgegeben von Ute Noll und Markus Schaden. Das schicke Leseb√§ndchen vom ersten Teil gibt es nicht mehr, daf√ľr bekommt man aber noch mehr Seiten, die auch noch richtig gut gef√ľllt wurden mit junger, aufr√ľttelnder, poetischer, verst√∂render, vertr√§umter Fotografie.

Das f√§ngt schon beim Cover an, das das Bild “Reita” von Oliver Sieber ziert und das zurzeit auch noch in der Ausstellung Imaginary Club in der K√∂lner Galerie Priska Pasquer zu sehen ist: Warum zum Teufel hat diese Frau eigentlich eine wei√ües Stirnband quer √ľber das Gesicht laufen, das nur ihre Nase verdeckt? Es geht weiter mit Arbeiten von Josef Schulz, Jan von Holleben, Johanna Ahlert, Olaf Unverzart, Jens Liebchen, Myriam Lutz, Julian R√∂der, Ivonne Thein, Albrecht Fuchs, Nathalie Bothur, J√∂rg Br√ľggemann, Anne Lass, Karsten Kronas, Sascha Weidner und Thekla Ehling – kurzum: fast ausnahmslos sehr gute und eigenst√§ndige Positionen, die einen guten √úberblick √ľber die junge, zeitgen√∂ssische Fotografie bietet – mit einer nicht ganz unwichtigen Ausnahme: Fast keiner der deutschen Fotografen fotografiert deutsch, also im Sinne der Neuen Sachlichkeit und der Becher-Klasse. Offensichtlich wurde viel Wert darauf gelegt zu zeigen, dass man hierzulande auch anders fotografieren kann, was ich pers√∂nlich f√ľr sehr gut und wichtig halte.

Im Mittelteil gibt es mehrere Texte, dann begegnet dem Betrachter in der australischen H√§lfte erst einmal einem jungen, nacktem Paar, das im offenen Kofferraum ihres Kombis sitzt: Bronek K√≥zka hat im Gregory-Crewdson-Jeff-Wall-Stil inszeniert – allerdings nicht ganz so gut, weil nicht so geheimnisvoll. Andere Arbeiten haben mir da deutlich besser gefallen – zum Beispiel die von Ingvar Kenne, Conor O’Brien, Polixeni Papapetrou, Derek Henderson und auch Louis Porter, Andrew Cowen und Michael Corridore. Sehr am√ľsiert habe ich mich √ľbrigens auch bei Jackson Eaton und seinem Bild “Hasisi holding my foreskin in her teeth”. Ich denke, ich brauche nicht n√§her zu beschreiben, was darauf zu sehen ist.

Wenn mir auch pers√∂nlich nicht alle Fotografen so ganz zusagen, bleibt mir doch nichts anderes √ľbrig, als f√ľr “Hijacked 2″ eine uneingeschr√§nkte Kaufempfehlung auszusprechen: Das Buch ist eine sehr gelungene Zusammenstellung junger, zeitgen√∂ssischer Fotografie jenseits des Mainstreams und d√ľrfte auch in Zukunft immer wieder zum Schm√∂kern und Nachschlagen einladen.

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Oliver Siebers “Imaginary Club”

Der D√ľsseldorfer Fotograf und Publizist Oliver Sieber ist mir erstmals vor zwei oder drei Jahren mit seiner Serie “Character Thieves” aufgefallen, f√ľr die er Cosplayer auf der ganzen Welt besucht und in ihrem heimischen Umfeld portr√§tiert hat. Der Kontrast zwischen den aufwendigen, extravaganten Fantasiekost√ľmen und den spie√üigen Wohnungen war f√ľr mich das Sinnbild f√ľr eine nach Individualit√§t schreienden, aber dem Konservativmus nicht entfliehen k√∂nnenden Welt.

Nun zeigt Sieber in der Galerie Priska Pasquer seine Ausstellung ‚ÄúImaginary Club‚ÄĚ – und beweist nicht nur, dass er zu den wichtigsten zeitgen√∂ssischen Portr√§tfotografen z√§hlt, sondern auch, dass er seine Arbeiten wundervoll pr√§sentieren kann. Die schwarz gestrichenen Galeriew√§nde sind ein Statement, aber auch eine B√ľhne f√ľr seine Protagonisten, die alle Mitglied in (s)einem ganz besonderen, fiktiven Verein sind. Hier treffen Punks, Visus, Psychobillies und Gothic Lolitas aus Los Angeles, New York, Tokyo, K√∂ln oder Schw√§bisch Hall aufeinander. Es sind Menschen, die ihre Identit√§t durch deutlich sichtbare, aber nicht f√ľr Jedermann verst√§ndliche Codes kommunizieren – um sich von der Masse abzugrenzen und gleichzeitig der eigenen Gruppe zuzuordnen. Erweitert und erg√§nzt werden die Protagonisten seiner bisherigen Serien um schwarzwei√üe Stra√üenszenen und Portr√§ts von Freunden und Bekannten wie der Kunsthistorikerin Nadia Ismail (deren Kontaktlinsen auf dem Bild eine fast verst√∂rende Wirkung haben) und dem Fotografen Ted Partin, so dass eine f√ľr Sieber ideale Gesellschaft, eine Art Utopia entsteht, in der er sich wohl f√ľhlt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. August in der Galerie Priska Pasquer in Köln zu sehen. Im Kölner Stadt-Anzeiger ist mittlerweile außerdem noch eine Rezension erschienen.

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Neue Ausstellungen in Köln und Krefeld

In den vergangenen vier Tagen habe ich f√ľnf tolle Fotografie-Ausstellungen in K√∂ln und Krefeld besucht, auf die ich zumindest schon einmal hinweisen m√∂chte, bevor ich meine ausf√ľhrlichen Besprechungen in den n√§chsten Wochen nachreichen werde.

Zum einen ist das “Imaginary Club” von Oliver Sieber in der Galerie Priska Pasquer – sowohl die Bilder als auch die Pr√§sentation finde ich sehr gelungen. Sehr begeistert bin ich au√üerdem von den beiden musealen Ausstellungen “Fotografien des 19. Jahrhunderts aus Japan und China” im Museum Ludwig und “Eyes look through you” von Ted Partin im Museum Haus Esters in Krefeld. Ebenfalls einen Besuch wert sind “Public Relations” von Gary Winogrand in der Galerie Thomas Zander und “Lightwalls” des Spaniers Aitor Ortiz in der Galerie Stefan R√∂pke.

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La Brea Matrix und Jan Dziaczkowski

Das Projekt The La Brea Matrix habe ich bereits im September kurz vorgestellt, nun gibt es in der Galerie Kaune, Sudendorf die Auftaktausstellung mit Arbeiten aller sechs Fotografen plus einem gro√üen Originalabzug von eben jener legend√§ren Stephen Shore-Aufnahme aus dem Jahr 1975 zu sehen. Ein Muss f√ľr alle Fans der Fotografiegeschichte im Allgemeinen und der New Color- und der New Topographic-Photography im Speziellen.

Außerdem zeigt die kleine V8-Galerie wunderbare Postkartencollagen von Jan Dziaczkowski, der der Frage nachgeht, wie Europa aussähe, wenn sich der Kommunismus bis an den Atlantik ausgebreitet hättet.

Den Artikel √ľber beide Ausstellungen, erschienen im K√∂lner Stadt-Anzeiger, gibt es hier.

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The La Brea Matrix

Der K√∂lner Markus Schaden ist nicht nur Fotobuchh√§ndler und Verleger, sondern hat nun auch noch das bemerkenswert ambitionierte Projekt The La Brea Matrix ins Leben gerufen. Die sechs deutschen Fotografen Jens Liebchen, Max Regenberg, Oliver Sieber, Olaf Unverzart, Robert Voit and Janko Woltersmann wurden dazu eingeladen, die bekannte Tankstellen-Aufnahme “La Brea” aus dem Jahr 1975 von Stephen Shore als Ausgangspunkt f√ľr ihre eigenen Arbeiten zu nehmen. Im Rahmen eines Artist-in-Residence-Programms in Los Angeles suchen sie nach fotografischen Referenzen und schaffen zugleich eine Hommage an das Bild, das Fotogeschichte geschrieben hat und wie nur wenige andere f√ľr “The New Color Photography” steht, durch die sich Farbfotografie √ľberhaupt erst emanzipieren und als Kunst durchsetzen konnte. Das Projekt ist deshalb sowohl ein Blick zur√ľck auf die Wurzeln, will vor allem aber auch nach vorne schauen und aufzeigen, was sich seitdem getan und wie sich die Fotografie weiterentwickelt hat.

Genauere Informationen findet ihr auf der Homepage des bis 2012 angedachte Projekts.

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