Joseph Rodriguez und Christopher Williams

Die Hardhitta Gallery von Bene Taschen zeigt noch bis zum 6. April eine kleine Retrospektive des in Deutschland noch wenig bekannten amerikanischen Sozialdokumentaristen Joseph Rodriguez, der die Underdogs und Au├čenseiter der Gesellschaft fotografiert hat, und mich teilweise an Bruce Davidson und Jacob Holdt erinnert.

In der Galerie Gisela Capitain sind zudem bis zum 13. April neue Fotoarbeiten des Konzeptk├╝nstlers Christopher Williams zu sehen. Er hat sich in “For Example: Dix-Huit Le├žons Sur La Soci├ęt├ę Industrielle (Revision 17) – The Production Line of Happiness” mit der legend├Ąren Exakta Varex IIa besch├Ąftigt, die als eine der qualitativ besten Kameras ├╝berhaupt gilt, die er aber auch als Symbol f├╝r den Kalten Krieg sieht.

Meine beiden Besprechungen findet ihr hier im Sammelartikel aus dem Ksta.

Links: Hardhitta, Gisela Capitain

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“Thank you, Darling!” bei Schaden.com

Vergangenes Jahr fragte der K├Âlner Fotobuchh├Ąndler und Fotografie-Experte Markus Schaden befreundete Fotografen, ob sie ihm f├╝r das Projekt A Picture for Home jeweils einen Abzug zur Verf├╝gung stellen k├Ânnten. Im┬á November 2011 wurden schlie├člich 210 Arbeiten w├Ąhrend der Fotomesse Paris Photo verlost.

Am Freitag, 2. M├Ąrz, ab 18 Uhr wird diese Veranstaltung quasi fortgesetzt – mit der Vernissage “Thank you, Darling!” in der Buchhandlung Schaden.com in der K├Ârnerstra├če 6-8. Gezeigt werden Fotografien von┬áWilliam Klein, Thomas H├Âpker, Peter Basch, Bruce Davidson, Lisette Model, Marc Riboud, Lilian Bassman, Gottfried Helnwein, Walde Huth, Jacques-Henri Lartigue, Inge Morath, Heinz Held, Werner Hannappel, Lucien Clergue, Eliott Erwitt, Will McBride und vielen anderen. Die Bilder stammen aus der Privatsammlung von Renate Gruber. Sie werden erstmals gezeigt und zu Preisen zwischen 50 und 3500 Euro zu Gunsten von Schaden.com verkauft.

Link: Schaden.com

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Neue Fotob├╝cher im Ksta

Kurz vor Weihnachten hat das Magazin des K├Âlner Stadt-Anzeiger wieder vier Fotobuchempfehlungen von mir ver├Âffentlicht. Darin bespreche ich “At War” der deutschen Kriegs- und Krisenfotografin Anja Niedringhaus, “Ama” ├╝ber die┬á japanischen “Meerfrauen” von Nina Poppe, den neu aufgelegten Klassiker “Subway” von Bruce Davidson sowie den viereinhalb Kilo schweren W├Ąlzer “Magnum Contact Sheets”, das die Kontaktb├Âgen bekannter Fotografen wie Philippe Halsman, Herbert List, Robert Capa und Henri Cartier-Bresson vorstellt, was mitunter zu ern├╝chternden Ergebnissen f├╝hrt.

Den ausf├╝hrlichen Text gibt es hier.

Links: Hatje Cantz, Kehrer, Steidl, Schirmer/Mosel

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“Tokyo Compression” von Michael Wolf

Bereits auf dem Cover der Oktober-Photonews hat mich die Serie “Tokyo Compression” von Michael Wolf sofort angesprochen. Nun ist bei Peperoni Books (28 Euro) das dazugeh├Ârige Buch erschienen – und ich finde es gro├čartig. Das liegt nat├╝rlich vor allem an den Bildern, denn das Buch selbst ist gestalterisch eher unauff├Ąllig: Meist auf Doppelseiten stehen sich die Bilder gegen├╝ber, und viel Platz drumherum gibt es auch nicht – aber warum sollten es die Bilder besser haben als die Menschen, die sie zeigen?

Denn der in Hongkong lebende laif-Fotograf Michael Wolf┬á hat Menschen in den Z├╝gen der Tokyoter U-Bahn fotografiert. Aber nicht im Stil von Bruce Davidson, Walker Evans, Loredana Nemes oder Bill Sullivan. Wolf hat sich auf den Bahnsteig gestellt und durch die Scheiben die eingepferchten, eingequetschten Menschen in den Waggons festgehalten. Entstanden sind dabei sehr nahe, pers├Ânliche und traurige Portr├Ąts von Fremden, die f├╝r wenige Augenblicke vor seiner Linse erschienen, bevor ihre Reise weiter ging und sie in den dunklen Tunnel der U-Bahn verschwanden. Es sind Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zur├╝ck nach Hause – im Anzug und mit Krawatte, das Mobiltelefon in der Hand und die Kopfh├Ârer im Ohr, w├Ąhrend das Gesicht m├╝de gegen die Scheibe gepresst wird. Viele scheinen im Stehen zu schlafen oder zu d├Âsen, als w├╝rden sie der unmenschlichen Enge dadurch zumindest mental entfliehen k├Ânnen.

Andere, wenn auch nur wenige, schauen direkt in das Objektiv – aber ihr Blick wirkt nicht ├╝berrascht oder gar ablehnend, sondern resigniert und gleichg├╝ltig wie der einer Hindu-Kuh: Sie sehen den Fotografen, den Voyeur, der sie in dieser unfreiwillig intimen Situation beobachtet, aber sie wehren sich nicht, weil sie es entweder nicht k├Ânnen, oder aber, weil es ihnen einfach egal ist. Gleichzeitig wird der Blick durch die h├Ąufig beschlagenen Scheiben und das herunterlaufende Kondenswasser getr├╝bt – die klaustrophobische Enge wird f├╝r den Betrachter fast k├Ârperlich sp├╝rbar. Doppelt zynisch klingt in diesem Zusammenhang der Warnhinweis auf den Scheiben: “Please take care when the doors open” – f├╝r mich m├╝sste es eigentlich “Please take care when the doors close” hei├čen.

Einziger Wehmutstropfen ist die teilweise schlechte technische Bildqualit├Ąt – einige Bilder wirken pixelig und verrauscht, was ich darauf zur├╝ckf├╝hre, dass Wolf manche Ausschnitte erst sp├Ąter festgelegt hat und deshalb mit starken Vergr├Â├čerungen arbeiten musste. Das ist ein wenig schade, ├Ąndert aber dennoch nichts daran, dass Wolf mit “Tokyo Compression” ein sehr eigenst├Ąndiger und vor allem emotionaler Zugang zu diesem Thema gelungen ist. F├╝r mich schlie├čt sich dieses Buch deshalb auch kongenial an das erst k├╝rzlich hier vorgestellte How Terry likes his coffee von Florian van Roekel an, das auf eine sehr geschickte Art und Weise den trostlosen Alltag vieler B├╝roangestellter dokumentiert.

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Vier neue Fotob├╝cher im Ksta

Das Magazin des K├Âlner Stadt-Anzeiger hat heute vier neue Fotobuchrezensionen von mir ver├Âffentlicht.┬á Mit “Black Passport” von Stanley Greene und “Rituale” von Giorgia Fiorio (deren Ausstellung in der C/O Berlin ich bereits im April auf meinem Blog besprochen habe), sind dieses mal nur zwei Monographien dabei. Die beiden anderen B├╝cher, “Magnum am Set” und “Starburst”, behandeln hingegen die Arbeiten von Magnum-Fotografen w├Ąhrend legend├Ąrer Filmarbeiten sowie die Wurzeln der “New Color Photography” in den 1970er Jahren.

Den Artikel k├Ânnt ihr euch hier als PDF herunterladen.

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Bruce Davidson in der in focus Galerie

Mein erster Artikel im Kulturteil des K├Âlner Stadt-Anzeiger. Die in focus Galerie zeigte eine kleine Ausstellung mit Bildern aus f├╝nf Serie des Magnum-Fotogran Bruce Davidson – darunter auch legend├Ąre wie “Der Zwerg” und nat├╝rlich “East 100th Street”. Sehr interessant ist auch der Aspekt, dass Davidson viele Bilder neu abgezogen hat und sie nun heller und detailreicher sind als seine Vintages, nach denen sich auch das MoMa gerichtet hat. Die sind aber auf die Schnelle entstanden, weil Davidson sie den Bewohnern von Spanish Harlem schenkte, die ihm geduldig Model standen.

Meinen kompletten Text findet ihr hier.

Link: in Focus

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