„Sternstunden des Glamour“ in Köln

Nach „Meisterwerke aus der Fotografischen Sammlung“ und „Fotografien des 19. Jahrhunderts aus Japan und China“ zeigt das Museum Ludwig in Köln erneut eine kleine, aber äußerst feine Auswahl aus seinem riesigen fotografischen Archiv. Thematisch geht es um die „Sternstunden des Glamour – Gesellschaftsbilder, Künstlerporträts und Modefotografien des 20. Jahrhunderts“, wobei die Fotos überwiegend aus der Sammlung L. Fritz Gruber stammen.

Der Fokus liegt auf der ersten Generation der führenden Mode- und Werbefotografen des 20. Jahrhunderts: Cecil Beaton, George Hoyningen-Huene und vor allem Horst P. Horst, von dem fast die Hälfte der 56 gezeigten Arbeiten stammen. Sie profitierten von der allgemeinen Medieneuphorie der 1920er Jahre mit der expandierenden illustrierten Presse und der Filmindustrie sowie von der Entwicklung der Modewelten, die nach dem Ersten Weltkrieg auch ein völlig neues Lebensgefühl entstehen ließ. Dass sie sich selbst mehr als Künstler denn als einfache Fotografen sahen, erklärt auch die suggestive und die Aufmerksamkeit auf sich ziehende Wirkung ihrer Bilder. Auffällig ist vor allem die dramatische Lichtsetzung und die meisterhafte Inszenierung: „Bei Horst P. Horst sieht alles nach Marmor aus – obwohl alles Pappe war“, sagt der Kurator der Ausstellung, Bodo von Dewitz.

Mit ihren Bildern haben Horst, Hoyningen-Huene und Beaton, der sich selbst als „fanatischen Ästheten“ bezeichnete, Stars wie Marlene Dietrich, Audrey Hepburn oder die Jet-Set-Ikone Barbara Hutton weiter popularisiert – und das teilweise mit absurden Mitteln und surrealen Effekten wie die in Cellophanfolie eingewickelte Nancy Beaton, die auch das Ausstellungsplakat ziert. Entsprechend groß war ihr Einfluss auf die nächste Generation der Modefotografen wie Richard Avedon, Irving Penn und Angus McBean, von denen ebenfalls Arbeiten zu sehen sind – unter anderem Avedons ikonenhafte „Dovima mit Elefanten“, das erst im November für über eine Million Dollar versteigert wurde (allerding als deutlich größerer Abzug).

Die Ausstellung ist bis zum 4. September im Museum Ludwig zu sehen.

Links: Museum Ludwig