„Fullmoon“ von Darren Almond

Ich liebe die Fotografien von Darren Almond. Da kommt der Romantiker in mir durch. Seit 1998 fotografiert der Engländer Landschaften im Licht des Vollmondes. Es sind Landschaften gefangen in Raum und Zeit, mystisch aufgeladen durch das ungewöhnliche Sonnenlicht, das durch unseren Erdtrabanten wie von einem riesigen Aufheller reflektiert wird und das in dieser Intensivität mit dem bloßen Auge nicht sichtbar ist.

Am eindringlichsten sind Almonds Bilder, wenn wir teilhaben dürfen an seinem subjektiven, fast schlaftrunkenen Blick, der gerade durch das Geäst der Bäume hindurch oder an einem Felsvorsprung vorbei etwas in der Ferne erspäht hat – einen Gipfel, einen Strand, einen Wasserfall, eine Lichtung oder einfach nur die Spiegelglatte See vor der japanischen Küste. Man hat das Gefühl in Landschaften einzutauchen, die noch nie ein Mensch betreten hat. Oder die gerade erst von Menschen nach ihren Idealvorstellungen erschaffen wurden. Der Geist eines Caspar David Friedrich ist in fast jedem Bild spürbar.

Nun sind diese Bilder in dem schweren Bildband „Fullmoon“ zusammengefasst (Taschen Verlag, 400 Seiten, 49,99 Euro). Meine Buchvorstellung aus der Photonews gibt es hier.

Link: Taschen

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