„The World We Live In“ von de Koekkoek

Die Weltkugel als Ansammlung verschiedener (sozialer) Welten, als eine Art Überraschungs-Ei, das man in der Mitte öffnen kann und wunderbare Geschichten purzeln einem entgegen. Mit dieser Symbolik spielt das nüchtern-mathematisch wirkende Cover von Daniel Gebhart de Koekkoeks Buch „The World We Live In“ (Kehrer Verlag, 160 Seiten, 39,80 Euro). Darin zeigt er uns viele kleine Serien über Rituale unterschiedlicher Gruppen wie die über die Wintercamper von Sankt Moritz in ihren schneebedeckten Wohnwagen, die Hubertusfeier in Hintersee und eine Jehova-Massen-Taufe in einem Sportstadion.

Unterbrochen werden sie von persönlichen Einzelmotiven de Koekkoeks, die wie Kurzreisen nach Absurdistan oder Fantasia wirken und wo Dinosaurier miteinander kämpfen, nackte Tennisspieler sich ein Päuschen gönnen, man mit einem Möwenschwarm über den Strand fliegt und eine Tankstelle die letzte, leuchtende Bastion im Schneegestöber bleibt. Vor allem sind es aber auch einfach verdammt starke Einzelmotive. Schöner kann kein Überraschungs-Ei sein.

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