„Life’s a beach“ von Martin Parr

Passend zur Urlaubszeit nun ein Buch, das sich mit dem Leben am Strand auseinandersetzt. Ach was, für Martin Parr ist das ganze Leben ein Strand – entsprechend heißt das neue Buch auch „Life’s a beach“.

Eigentlich ist es ein längt überfälliges Buch, schließlich treibt sich Parr schon sein Leben lang an touristischen Promenaden und Stränden herum, was ihm 1986 mit „Last Resort“ ja auch internationale Anerkennung gebracht hat. Sein New Brighton-Klassiker mit der Frau, die direkt unter einem riesigen Bagger auf dem Beton-Boden liegt, um sich zu sonnen, darf in seinem neuen Buch deshalb natürlich nicht fehlen. Allerdings sind in „Life’s a beach“ so viele komische bis absurde Alltäglichkeiten dabei, dass man sie hier kaum aufzählen kann. Unterm Strich kann man aber sagen, dass der Parr’sche Mensch mit dem Betreten der Naherholungszone Strand auch seine Würde ablegt und sich merkwürdig bis grotesk verhält z.B. um halbwegs bequem lesen zu können und gleichzeitig nahtlos gebräunt zu werden. Eine Beobachtung, die sicherlich nicht neu ist, die aber selten so konzentriert und komisch aufgearbeitet und zusammengefasst wurde wie hier.

Der einzige Wermutstropfen des Buches ist, dass es sich nun um die günstige Volksausgabe handelt. Sie ist für 19,90 Euro bei Schirmer/Mosel erschienen. Die ist zugegeben sehr erschwinglich und in sich auch wirklich schön aufbereitet: Mit dem kleinen Fotoalbum-Format, dem Haiwaii-Hemd-Look auf dem Cover und der Gesamtanmutung hat „Life’s a beach“ das Zeug zum Klassiker, den man auch gerne mal verschenkt. Dennoch: Vor einem halben Jahr habe ich die Limited Edition des Buches (erschienen bei Aperture für 150 Euro oder so, kostet jetzt aber schon eher 300 Euro und mehr, sic!) gesehen. Es ist aufbereitet wie ein großes, schweres Familienalbum mit schweren Seiten und Transparentpapier dazwischen, in dem jedes Foto einzeln gedruckt und mit Fotoecken eingeklebt wurde und wo der Titel handschriftlich daneben steht. Gleichzeitig wird durch diese enorm aufwendige Aufmachung deutlich, wie absurd doch eigentlich die Fotos sind, die die meisten Menschen in Fotoalben kleben (oder früher geklebt haben), weil dort häufig bereits der gesamte Parr’sche Kosmos verankert ist – nur ohne, dass man es weiß oder bemerkt.

Link: Schirmer/Mosel