Andreas Gursky im Museum Kunstpalast

Die große Andreas Gursky-Retrospektive im Museum Kunstpalast in Düsseldorf läuft ja schon eine ganze Weile, allerdings ist meine ausführliche Besprechung erst jetzt in der taz erschienen.

Inhaltlich bin ich weniger auf die Ausstellung selbst eingegangen – die meisten Arbeiten kennt man ohnehin. Mich hat vielmehr die Person Gursky und ihre Inszenierung und Mythisierung interessiert: Auch während der Pressekonferenz mit Kunstpalast-Generaldirektor Beat Wismer (ich war noch nie auf einer Fotografie-Pressekonferenz, an der so viele Journalisten teilgenommen haben!) wurde wieder viel von Intuition gesprochen, obwohl sie Genie meinten, was sicherlich auf viele Fotografen zutrifft – nur nicht auf einen alles bis ins Detail planenden, kontrollierenden und manipulierenden Andreas Gursky. Auf die schöne Frage eines Kollegen, wie Gursky damit umgehe, dass er als größter lebender Fotograf gehandelt werde, sagte er zudem, dass er Jeff Wall und Wolfgang Tillmans “als gleichwertig ansehe”. Wenn das als Ausdruck seiner Bescheidenheit gemeint war, dürfte das eher nach hinten losgegangen sein.

Wer mag, kann sich meinen Artikel hier durchlesen.

Link: Museum Kunstpalast

Geschrieben in Ausstellungen | 3 Kommentare

3 Kommentare bisher

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  1. 9. Januar 2013 um 20:38 Uhr

    Noodlez sagt,

    Dein Artikel gefällt mir gut!
    Gursky hat(te) schon was- aber Genie ist was Anderes. Die hohen Preise seiner Bilder sind nicht mit Genialität gleich zu stellen- sie sind lediglich ein Schauspiel des Kunstmarktes…Es gibt da eine interessante Gursky-Doku, welche Arte (ganz ironisch) nach dem Film-Portrait von David Bailey sendete:
    http://www.noodlezphoto.com/2012/01/06/bailey-vs-gursky-br-edges-of-photography/

    Grüße,
    Martin

  2. 15. Januar 2013 um 12:00 Uhr

    Hendrik sagt,

    Nichts gegen Ironie, und das Zeitalter der verordneten Ehrfurcht ist auch vorbei. Aber diese schmallippige Gehässigkeit z. B. des “Sammler”-Schlußsatz (der es, man ist ja die permanent sozialneidende TAZ, prompt in den Vorspann geschafft hat!) finde ich nur klein. Das verdeutlicht mir zwar die–geringe–Meinung des Rezensenten, hilft mir aber wenig, mir eine eigene zu bilden. Sollte das nicht das Ziel sein?

    Übrigens, der Monet-Satz führt irgendwie nirgendwo hin, war das dann der Säzzer?

    Gruß

  3. 16. Januar 2013 um 10:18 Uhr

    Damian Zimmermann sagt,

    Hallo Hendrik,

    ja, beim Monet war es der Setzer: “für die er den Chao Phraya-Fluss in Bangkok als schwarz-funkelnde und mit Unrat übersäte, pseudo-abstrakte Fläche fotografiert hat”, sollte es eigentlich heißen.
    Und nein, meine Gehässigkeit ist nicht schmallippig, sondern vollmundig. Dass der Schlusssatz im Vorspann steht, finde ich auch nicht so toll, sollte dich aber dennoch nicht davon abhalten, dir eine eigene Meinung zu Gursky zu bilden – ich bin ja schließlich nicht der Erste, der einen Text über ihn geschrieben hat. Ich wollte das bestehende Gursky-Bild um einige (wie mir scheint) wesentliche Aspekte ergänzen, die woanders entweder gar nicht wahrgenommen oder einfach unter den Tisch gekehrt werden. Das hat nichts mit Sozialneid zu tun, sondern eher mit Unverständnis über die ansonsten eher weichgespülte Berichterstattung.

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