“Poststructure II” von Josef Schulz

Für seine aktuelle Serie „Poststructure“ hat der Düsseldorfer Fotograf Josef Schulz seine bisherige Arbeit konsequent weiter- und zusammengeführt: In düsteren Farb- und Schwarzweiß-Fotografien präsentiert er uns leere Geschäfte, Tankstellen, Imbissbuden und Supermärkte in ländlichen Regionen der USA – und stellt damit eine direkte Nähe zum legendären Projekt der Farm Security Administration (FSA) aus den 1930er Jahren her.

Im Kölner Stadt-Anzeiger ist mein Kurzbericht zur Ausstellung in der Galerie Fiebach, Minninger erschienen.

Link: Fiebach, Minninger, Poststructure Video

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“The Asylum of the Birds” von Roger Ballen

Mit seinen Fotografien löst Roger Ballen heftige Reaktionen aus: Entweder man lehnt seine Fotos ab oder man ist begeistert. Etwas dazwischen scheint es kaum zu geben.

Mit seiner aktuellen Serie “The Asylum of the Birds” hat der Wahl-Südafrikaner seine Bildsprache nun erneut verändert – war Ballen in den 1990er Jahren noch ein Reportagefotograf, entwickelte er sich zum großen Inszenierer, der seinen extravaganten Protagonisten vom Rande der Gesellschaft aber auch viel Raum ließ. Heute ersetzt er deren Gesichter durch Masken und Zeichnungen, weil das menschliche Gesicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht – für den promovierten Geologen sind jedoch alle Bildelemente gleich wichtig.

In der März-Ausgabe der Photographie bin ich auf diese Entwicklung ausführlich eingegangen, den Artikel gibt es hier.

Gleichzeitig möchte ich schon einmal auf die nächste Ausstellung von Roger Ballen in der Galerie Karsten Greve in Köln hinweisen, die am 30. Mai 2015 eröffnet wird.

Link: Roger Ballen, I Fink U Freeky, Karsten Greve

Amazon: The Asylum of the Birds

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“Fullmoon” von Darren Almond

Ich liebe die Fotografien von Darren Almond. Da kommt der Romantiker in mir durch. Seit 1998 fotografiert der Engländer Landschaften im Licht des Vollmondes. Es sind Landschaften gefangen in Raum und Zeit, mystisch aufgeladen durch das ungewöhnliche Sonnenlicht, das durch unseren Erdtrabanten wie von einem riesigen Aufheller reflektiert wird und das in dieser Intensivität mit dem bloßen Auge nicht sichtbar ist.

Am eindringlichsten sind Almonds Bilder, wenn wir teilhaben dürfen an seinem subjektiven, fast schlaftrunkenen Blick, der gerade durch das Geäst der Bäume hindurch oder an einem Felsvorsprung vorbei etwas in der Ferne erspäht hat – einen Gipfel, einen Strand, einen Wasserfall, eine Lichtung oder einfach nur die Spiegelglatte See vor der japanischen Küste. Man hat das Gefühl in Landschaften einzutauchen, die noch nie ein Mensch betreten hat. Oder die gerade erst von Menschen nach ihren Idealvorstellungen erschaffen wurden. Der Geist eines Caspar David Friedrich ist in fast jedem Bild spürbar.

Nun sind diese Bilder in dem schweren Bildband “Fullmoon” zusammengefasst (Taschen Verlag, 400 Seiten, 49,99 Euro). Meine Buchvorstellung aus der Photonews gibt es hier.

Link: Taschen

Amazon: Darren Almond. Fullmoon

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