Präsentation der Photoszene-Edition

Die Photoszene präsentiert von Freitag, 31. Januar, bis Sonntag, 2. Februar, ihre Edition in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur (Im Mediapark 7). Die 19 Arbeiten stammen von Boris BeckerPeter BialobrzeskiFrank BreuerChris DurhamBoris EldagsenAlbrecht FuchsAndreas GefellerPepa HristovaMatthias JungMichael LangeTamara LorenzIrina RuppertLinn Schröder, Oliver Sieber, Katja StukeAnna VogelPetra WittmarTobias Zielony und Wolfgang Zurborn. Die Ausstellung ist an allen drei Tagen von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Hälfte des Gewinns geht an die Photoszene, die damit ihr Startkapital aufstocken will, um im August/September das traditonelle Fotofestival in Köln mit zusätzlichen Veranstaltungen wie Vorträge, Workshops, Diskussionen, Führungen und einem Portfolio-Review zu finanzieren. Die Schwerpunktwoche wird vom 16. bis 21. September sein, doch bereits am 19. August wird es zum 175. Geburtstag der Fotografie eine große Auftaktveranstaltung geben.

Links: Photoszene, SK Stiftung Kultur

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Interview mit Markus Hartmann

Die Nachricht, dass Markus Hartmann seinen langjährigen Job als Programmleiter beim re­nom­mierten Hatje Cantz Verlag hinwerfen will, kam im Sommer vergangenen Jahres für viele vollkommen überraschend und ging wie ein Lauffeuer durch die Fotobuchbranche. Umso schöner, dass mir das Freelens Magazin die Möglichkeit gab, ein ausführliches Abschluss-Interview mit Markus Hartmann zu führen, in dem ich mit ihm via Skype über seinen Abschied, gute und schlechte Fotobücher, Marketingstrategien und die Zukunft der gesamten Branche sprechen konnte. Das komplette Interview bekommt ihr hier als PDF.

Gleichzeitig möchte ich allen Fotobuch-Liebhabern das gesamte Ausgabe 34 des Freelens Magazins ans Herz legen: Es ist richtig gut geworden! Chefredakteur Peter Lindhorst und Herausgeber Lutz Fischmann haben eine hervorragende Auswahl an Themen und Autoren gefunden – unter anderem hat Sophia Greiff mit dem Verlagsvertreter Kurt Salchli gesprochen, Klaus Honnef hat sich Gedanken über das Medium Fotografie und die Darstellungsformen in Ausstellungen und in Büchern gemacht, Hans-Michael Koetzle hat das Paradoxon des Fotobuch-Booms unter die Lupe genommen und Michael Klein nennt gelungene Beispiele von Fotobüchern, die im Eigenverlag erschienen sind.

Das Freelens Magazin kostet 5 Euro und kann entweder über Freelens direkt oder aber über einige wenige Verkaufsstellen (siehe Foto) bezogen werden.

Links: Freelens, Hatje Cantz

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“Portraits 1988 – 2013″ von Michael Wesely

Wann ist ein Porträt ein Porträt? Kann man einen Menschen überhaupt porträtieren? Oder zeigt man als Fotograf letztlich doch immer nur sich selbst?

Das sind Fragen, mit denen ich mich immer wieder beschäftige, und im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass es auch andere Fotografen tun (vor allem im Gegensatz zu den meisten Nicht-Fotografen, die sich schon mehrfach in meiner Gegenwart gewundert haben, dass diese Frage für Fotografen überhaupt so wichtig ist).

Einer von ihnen ist Michael Wesely – zumindest ist das EIN Aspekt seiner Arbeit. Er geht immer den Abbildungsmöglichkeiten des Mediums Fotografie auf den Grund und bedient sich dabei konsequent dem Mittel der Langzeitbelichtung. Manchmal macht er dadurch Veränderungen sichtbar, die erst während eines ungewohnt langen Zeitraums entstehen wie beispielsweise das Verblühen von Blumen in einer Vase oder die städtebaulichen Veränderungen auf dem Potsdamer Platz in Berlin (wofür er seine Bilder bis zu 34 Monate lang belichtet hat!).

In dem nun erschienenen Buch “Portraits 1988 – 2013″ sind seine Menschenbilder aus den letzten 25 Jahren versammelt. Fünf Minuten hat er jedes einzelne Bild belichtet, in Ausnahmefällen sogar 20 Minuten. In dieser Zeit durften sich die Personen nicht bewegen – zumindest dann, wenn sie möglichst scharf und “realistisch” abgebildet werden wollten. Weil das niemand schafft, schauen wir den Abgebildeten ins Gesicht und finden dort meist bloß ein schemenhaftes Etwas ohne erkennbare Gesichtszüge.

Was wird plötzlich wichtig, wenn wir kein Gesicht mehr sehen? Und welche Veränderungen, und seien sie noch so klein und unbedeutend, werden sichtbar? Man sieht, dass jemand das Standbein gewechselt hat oder dass die Kinder auf dem Schoß unruhig wurden. Vielleicht bekam jemand Rückenschmerzen, vielleicht musste er auch einfach nur gähnen. Gleichzeitig schenkt man den Details drumherum (mehr) Aufmerksamkeit – vielleicht aus Langeweile, vielleicht auch einfach aus Neugier, weil man etwas über die Person wissen will, die man sieht und doch nicht erkennen kann. Man betrachtet die Kleidung ud die Umgebung, sieht Bücherregale oder Sessel, Privat- oder Geschäftsräume und beginnt, sich über diesen Umweg ein Bild zu machen.

Thomas Struth ist das Thema in seinen Video-Porträts, in denen die Personen eine quälende halbe Stunde lang ruhig sitzen oder stehen und dabei in die Kamera schauen sollten, genau andersherum angegangen: Auf den ersten Blick glaubt man, man sehe ein Foto. Erst danach realisiert man, dass es ein Bewegtbild ist, dass scheinbar zum Stillstand gekommen ist. Bei Wesely ist es umgekehrt: Das Standbild gerät in Bewegung. Was beide, Wesely und Struth, vereint, ist, dass sie mit den Erwartungen des Betrachters genauso wie mit den Möglichkeiten des jeweiligen Mediums spielen. Und beides auf eine unheimlich intensive und auch ästhetische Art.

Das Buch “Portraits 1988 – 2013″ ist im Distanz Verlag erschienen. Es hat 368 Seiten und kostet 44 Euro. Außerdem zeigt die Galerie Fahnemann in Berlin noch bis zum 15. Februar die Ausstellung “Another pencil of nature” von Michael Wesely.

Link: Distanz, Fahnemann

Amazon: Michael Wesely: Portraits 1988-2013

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“The Sochi Project” einen Monat vor Olympia

Am 7. Februar werden die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi eröffnet – und damit erstmals in einer subtropischen und von Konflikten geprägten Region. Der Fotograf Rob Hornstra und der Autor Arnold van Bruggen sind aus diesem Grund seit 2009 insgesamt elf Mal in die Kaukasusregion gereist – um zu dokumentieren, zu beobachten und zu verstehen. “The Sochi Project” balanciert zwischen engagiertem Journalismus und Kunst, finanziert wurde es zudem zum überwiegenden Teil über Crowdfunding.

Im Standard aus Wien ist heute mein Artikel dazu erschienen – und zwar im Sportteil, was ich persönlich ziemlich gut finde: Bislang hat “The Sochi Project” vor allem Aufmerksamkeit aus der Kunstszene erhalten, aus dem Bereich Sport hat sich bislang eigentlich fast nie jemand für die Probleme vor Ort interessiert. Schön, dass sich das ändert.

Im Fotomuseum Antwerpen läuft übrigens noch bis zum 2. März die große Ausstellung zu “The Sochi Project”. Und ab 31. Januar ist eine kleinere Version in der Galerie Fotohof in Salzburg zu sehen.

Links: The Sochi Project, FotoMuseum Antwerpen, Fotohof

Amazon: The Sochi Project: An Atlas of War and Tourism in the Caucasus

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Forscher finden Negative in der Antarktis

Es ist ein Gänsehaut-Fund: Wissenschaftler des neuseeländischen Antarctic Heritage Trust (NZAHT) haben in der 1911 von Robert Falcon Scott (genau, das war der, der 1912 35 Tage nach Roald Amundsens am Südpol ankam und auf dem Rückweg zusammen mit seinen vier Begleitern gestorben ist) errichteten Hütte auf Ross Island fast 100 Jahre alte Negative gefunden, festgefroren zu einem Eisklumpen. Die Bilder stammen wahrscheinlich von Arnold Spencer-Smith, der die sogenannte Ross Sea Party als Kaplan und Hobbyfotograf begleitet und nicht überlebt hat.

Für den Standard aus Wien durfte ich der Geschichte auf den Grund gehen. Und ich kann euch sagen: Sie hat mich in den letzten Tagen ganz schön gefesselt, begeistert und fasziniert. Meinen Artikel findet ihr hier – gemeinsam mit einem Bericht von Olga Kronsteiner über die Preise, die Polar-Devotionalien auf Auktionen erzielen.

Link: NZAHT, Robert Scotts Hütte mit StreetView anschauen

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