“Sites & Signs” von Georg Aerni

Das Buch “Sites & Signs” von Georg Aerni habe ich bereits im Mai im Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger vorgestellt. In der Juli/August-Ausgabe der Photonews ist nun aber eine ausführlichere Rezension erschienen, in der ich auch erkläre, warum “Sites & Signs” für mich das “ergreifendste Buch der ersten Jahreshälfte” ist.

Den Artikel gibt es hier.

Link: Scheidegger & Spiess, Photonews

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“The Vanities” von Larry Fink

Zehn Jahre lang war Larry Fink offizieller Fotograf der Vanitiy Fair-Parties nach den Oscar-Verleihungen. Da er sich selbst als “Spion” bezeichnet und damit kokettiert, die meisten Stars gar nicht zu kennen (Fink: “Für mich sind es nur Leute.”), nahm er wenig Rücksicht auf Eitelkeiten und blitzte die Menschen gnadenlos an. Allerdings sind seine Bilder nicht bitterböse, und er will die Celebrities auch nicht bloßstellen – vielmehr entdeckte er die kleinen Gesten in einer Welt der großen Gesten, denn die Bussi-Bussi-Gesellschaft fühlt sich untereinander scheinbar sicher.

Fink hielt so Wangenküsse und vertrautes Tête-à-Tête, zärtliche Berührungen und eingeschlafene Gäste, gelangweilte und irritierte Blicke fest. Das ist mal lustig und mal rührend, dann wieder entlarvend oder auch einfach banal, aber immer subtil und leise – Paparazzi dürften sich für die Bilder des 1941 geborenen Amerikaners jedenfalls kaum interessieren. Durch das gewählte Schwarzweiß wirken seine Protagonisten zudem merkwürdig anachronistisch und wie aus der Zeit gefallen – deshalb aber auch zugleich zeitlos, so dass ihnen der Charme und der Glamour vergangener Jahrzehnte anhaftet.

Auch gibt es eine gewisse Verwandtschaft zu den Aufnahmen, die Garry Winogrand 1969 im New Yorker Metropolitan Museum gemacht hat – schließlich beschäftigte sich auch Winogrand mit dem Phänomen der öffentlichen und halböffentlichen Auftritte, die den Zweck der Medienwirksamkeit und Selbstdarstellung erfüllen, wenngleich Winogrands Fotografien frivoler und exentrischer wirken, während Fink das Intime und Alltägliche suchte und darauf pfiff, wer da eigentlich gerade vor ihm stand: Hugh Hefner und seinen Bunnies schnitt er die Köpfe ab und fotografierte eine gesichtslose Kate Winslet, während sie Oscar-Trophäe und Champagner-Glas in den Händen hielt. So oder so: Beide Fotografen haben Ereignisse und Gesten nicht nur festgehalten, sondern diese scheinbar allein durch ihre Anwesenheit provoziert – und das muss man erst einmal hinbekommen.

92 dieser außergewöhnlichen Aufnahmen sind nun in dem Buch “The Vanities” zusammengefasst. Es ist im Verlag Schirmer/Mosel erschienen, hat 140 Seiten und kostet 49,80 Euro.

Link: Schirmer/Mosel

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“Sucht im Alter” fürs Alexianer-Magazin

Für die Sommer-Ausgabe des Alexianer-Magazins sollte ich das Thema “Sucht im Alter” fotografieren, wobei der Schwerpunkt auf Alkohol und Medikamente liegt. Ich habe mich dafür auf den Aspekt des Schämens und Versteckens konzentriert, als Modelle dienten mir meine Eltern. Dabei sind die folgenden Bilder entstanden.

Wer sich auch für den Artikel interessiert – das PDF gibt es hier.

Links: Alexianer

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Lieko Shiga in der Galerie Priska Pasquer

Bereits beim Fotobook Festival in Kassel 2010 habe ich die Serie “Canary” von Lieko Shiga gesehen – und bin vier Tage lang mehr oder weniger daran vorbei gegangen. Es muss an der Präsentation gelegen haben, denn in der Galerie Priska Pasquer wirken die aufgezogenen Bilder in ihren weißen Rahmen nun deutlich stärker, intensiver und konzentrierter. Und das ist auch gut so, wie ich feststellen muss, denn “Canary” ist eine wunderbare und auf ihre Art sehr “japanische” Arbeit: Für ihre Bilder hat Lieko Shiga Fragebogen an Menschen verteilt und diese nach den hellsten und dunkelsten Orten, die sie kennen, befragt – und die Ergebnisse aus persönlichen Berichten, lokalen Mythen, Erinnerungen, Gefühlen und Erfahrungen zu fantastischen und fast immer irritierend-dramatischen Fotografien umgesetzt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juli zu sehen, meine Besprechung aus dem Ksta gibt es hier.

Links: Galerie Priska Pasquer

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“Bestiarium Nipponum” von Frank Dürrach

Im Sommer 2010 ist der Kölner Fotograf und Dozent Frank Dürrach durch Japan gereist. Zwei Dinge sind ihm besonders aufgefallen: die Begeisterung der Japaner für Technik – und für Tiere. Dabei spielt es scheinbar keine Rolle, ob es sich um bereits ausgestorbene Dinosaurier, noch lebende Fische oder nie existente Fantasiewesen handelt. In seiner umfangreichen Serie „Bestiarium Nipponum“, die er wie Doppelseiten eines Buches an die Wände der Fotoschule-Koeln gepinnt hat, nimmt er den Betrachter mit auf diese exotische, skurrile und humorvolle Reise.

Auffällig sind dabei die ineinander verschachtelten Ebenen und der schräge Horizont, vor allem aber das poetisch-subjektive in seinen Bildern, das immer auch etwas melancholisch-bedrohliches hat und nicht von ungefähr an Rinko Kawauchi erinnert – er selbst zählt die Japanerin zu seinen Vorbildern. Zudem haben die meisten Menschen auf seinen Bildern keine Gesichter – sie sind verdeckt, von hinten oder im verlorenen Profil fotografiert oder liegen im Schatten. Selbst die Dame auf dem Werbeplakat scheint sich zu verstecken, ihre Identität zu leugnen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juli in der Fotoschule-Koeln zu sehen.

Link: Fotoschule-Koeln

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Jeff Wall im Bozar in Brüssel

Der Kanadier Jeff Wall gehört zu den wichtigsten Fotografen der Gegenwart. In seinen Bildern zitiert er häufig die Kunstgeschichte, ohne dass sie deshalb nüchtern oder akademisch wirken. Vor allem gelingt es ihm meist, dass seine Bilder wie Dokumentationen wirken, tatsächlich aber bis ins kleinste Detail inszeniert sind.

In der großen Ausstellung “The Crooked Path” zeigt der Palast der Schönen Künste – Bozar in Brüssel nun 25 Arbeiten von Jeff Wall und stellt sie 130 Arbeiten anderer Künstler gegenüber, die Wall inspirieren und begleiten – darunter natürlich auch zahlreiche Fotografen wie August Sander, Bernd und Hilla Becher, Hans-Peter Feldmann, Andreas Gursky, Thomas Struth, Stephen Shore, Walker Evans und Robert Frank.

Meine ausführliche Besprechung über diese besondere Ausstellung ist heute im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen und gibt es hier.

Link: Bozar

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