“Alleine Vereint” von Nadine Preiß

Ich muss an dieser Stelle mal ein wenig Werbung für meine Freundin Nadine Preiß machen: In der gerade erschienenen Juli/August-Ausgabe der Photonews wird ihre wunderbare Diplomarbeit “Alleine Vereint” auf einer Doppelseite vorgestellt und hat es sogar auf die Titelseite geschafft. Dafür meinen Glückwunsch!

In ihrer Serie geht es um Jugendliche, die alle aktives Mitglied in einem uniformierten Verein sind. Nadine interessiert sich für die Übergangsphase, in der man nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz erwachsen ist. Mehr Informationen gibt es in dem begleitenden Text von Anna Gripp. Deshalb: Photonews kaufen gehen!

Geschrieben in Allgemein | 1 Kommentar

Vier neue Fotobücher im Ksta

Das Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger hat heute vier neue Fotobuchrezensionen von mir veröffentlicht.  Mit “Black Passport” von Stanley Greene und “Rituale” von Giorgia Fiorio (deren Ausstellung in der C/O Berlin ich bereits im April auf meinem Blog besprochen habe), sind dieses mal nur zwei Monographien dabei. Die beiden anderen Bücher, “Magnum am Set” und “Starburst”, behandeln hingegen die Arbeiten von Magnum-Fotografen während legendärer Filmarbeiten sowie die Wurzeln der “New Color Photography” in den 1970er Jahren.

Den Artikel könnt ihr euch hier als PDF herunterladen.

Geschrieben in Fotobücher | 3 Kommentare

“Fast Daheim” von Daniel Giesen

Der Kölner Daniel Giesen hat gerade sein Buch “Fast Daheim” in der Buchhandlung Schaden.com vorgestellt. Es ist eine Art düster-melancholischer Spaziergang durch die Domstadt und andere (urbane) Landschaften. Sein fotografischer Stil ist dabei insofern sehr interessant, weil Giesen häufig zwischen streng-subjektiven und verwackelten Hipshots mit teilweise verschiedenen Bildebenen auf der einen Seite und sehr klaren, “gestalteten” Fotografien auf der anderen Seite hin und her wechselt. Das stört jedoch nicht, sondern ist im Gegenteil sogar eine Bereicherung für das Buch, das komplett in Schwarzweiß gehalten ist.

Denn insgesamt sind seine Bilder geprägt von einem ständigen Nicht-weiter-kommen, von sich überlappenden Ebenen, Mauern, Zäunen und Fenstern. Und manchmal auch von allem zusammen, wie beim Foto vom Maschendrahtzaun, hinter dem zusätzlich ein Sichtschutz aus Schilfrohr steht. Die einzige Lücke darin wird wiederum von einem Baum gefüllt, so dass es für den Betrachter definitiv kein Durchkommen geben kann. Zur trostlosen “Garnierung” wächst am Boden noch ordentlich Unkraut.

Aber selbst, wenn Giesen einmal zu einer Art “Überblick” ansetzt, verschwindet die Aufnahme im Nebel wie beim Blick vom Drachenfels hinunter auf den Rhein (bei dem ich übrigens einige Sekunden gebraucht habe, um den Ort wiederzuerkennen, obwohl ich erst zwei Wochen vorher noch selbst dort oben stand!). Oder Giesen fotografiert die Weite eines Nordseestrandes – und zwar so, dass die Spaziergänger im Hintergrund genauso groß (oder klein!) wirken die die Muscheln im Vordergrund. Hoffnung sieht irgendwie anders aus, Poesielosigkeit kann man Giesen allerdings nicht vorwerfen.

Gleichzeitig ist der Einfluss von Daido Moriyama auf seine Arbeiten nicht zu übersehen – und in einem Bild “zitiert” Giesen den Japaner auch direkt, indem er das Ausstellungsplakat zur Moriyama-Retrospektive in der SK Stiftung Kultur zeigt. Wieder woanders taucht eine Szene von der “Schaden.com 10+“-Party vor zwei Jahren auf, in der leicht verschwommen der Kölner Fotograf, Galerist und Dozent Wolfgang Zurborn zu erkennen ist, der sicherlich ebenfalls eine fotografische Referenz für Giesen sein dürfte. Über ihm läuft zudem die Diashow von Ken Schles.

Das Buch “Fast Daheim” hat Daniel Giesen im Eigenverlag und mit Unterstützung von Schaden.com herausgebracht, es hat eine Auflage von 300 Stück, kostet 68 Euro und kann sich etwas genauer hier angeschaut werden.

Geschrieben in Fotobücher | Keine Kommentare

Garry Winogrand und Aitor Ortiz

Wie  am Sonntag versprochen reiche ich nun auch eine ausführlichere Besprechung der beiden Ausstellungen “Public Relations” von Garry Winogrand in der Galerie Thomas Zander und “Lightwalls” von Aitor Ortiz in der Galerie Stefan Röpke nach. Sie sind heute in einem Galerienrundgang-Artikel (gemeinsam mit Joseph Beuys) im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen, den ihr euch hier herunterladen könnt.

Geschrieben in Ausstellungen | Keine Kommentare

Alte Fotografien aus Japan und China

Rund 50.000 Fotografien lagern im Archiv des Museum Ludwig in Köln – neben der Sammlung L. Fritz Gruber und der Sammlung  Agfa Foto-Historama auch die umfangreiche Sammlung Robert Lebeck mit etwa 11.000 Daguerreotypien, Fotografien und Alben des 19. Jahrhunderts. Alles langweiliges Zeug? Von wegen! Nach der sehr schönen Ausstellung “Meisterwerke aus der Fotografischen Sammlung” in der extra dafür eingerichteten Galerie im zweiten Obergeschoss präsentiert Kurator Bodo von Dewitz nun die Schätze aus Japan und China – unter anderem mit Arbeiten von Felice Beato und Kusakabe Kimbei. Und die können sich wirklich blicken lassen.

Wer mehr lesen möchte, kann sich meine Besprechung aus dem Kölner Stadt-Anzeiger hier als PDF herunterladen.

Geschrieben in Ausstellungen | Keine Kommentare

Neue Ausstellungen in Köln und Krefeld

In den vergangenen vier Tagen habe ich fünf tolle Fotografie-Ausstellungen in Köln und Krefeld besucht, auf die ich zumindest schon einmal hinweisen möchte, bevor ich meine ausführlichen Besprechungen in den nächsten Wochen nachreichen werde.

Zum einen ist das “Imaginary Club” von Oliver Sieber in der Galerie Priska Pasquer – sowohl die Bilder als auch die Präsentation finde ich sehr gelungen. Sehr begeistert bin ich außerdem von den beiden musealen Ausstellungen “Fotografien des 19. Jahrhunderts aus Japan und China” im Museum Ludwig und “Eyes look through you” von Ted Partin im Museum Haus Esters in Krefeld. Ebenfalls einen Besuch wert sind “Public Relations” von Gary Winogrand in der Galerie Thomas Zander und “Lightwalls” des Spaniers Aitor Ortiz in der Galerie Stefan Röpke.

Geschrieben in Ausstellungen | 1 Kommentar

WM-Rezension: African Arenas

Heute startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika und neben allen möglichen Merchandising-Schnickschnack gibt es sogar ein Fotobuch, das sich mit dem Phänomen Fußball auf dem Schwarzen Kontinent beschäftigt: “African Arenas” von Thomas Hoeffgen.

Das Buch zeigt in seiner sehr eigenen, farbreduzierten Optik Orte, an denen in Afrika Fußball gespielt und zelebriert wird. Das sind entweder improvisierte Sandbolzplätze mit Holzpflöcken als Tor irgendwo im Nirgendwo, oder aber moderne Betonarenen in den Städten – mit Flutlichtern, Tribünen, Sicherheitspersonal und Stacheldraht drumherum. Das funktioniert anfangs noch recht gut, und Hoeffgen kann mit einigen überraschenden Perspektiven und Perspektivwechseln punkten. Die sind jedoch schnell verspielt, und von da an kratzt der Mode- und Werbefotograf überwiegend an der Oberfläche: Zwar zeigt er “schöne” und gut gestaltete Bilder, die jedoch nur die gängigen Klischees in der entsprechenden Werbeästhetik liefern. Durch das Vermeiden eines kritischen oder ironischen Blickes hat Hoeffgen jedenfalls die Chance verpasst, aus dem bloßen Fußball-Thema ein epochales Foto-Essay zu machen, wie es etwa Pieter Hugo mit den Hyänen-Männern und später mit den B-Movie-Darstellern in Lagos gelungen ist.

Hinzu kommt, dass das ganze Buch den Eindruck erweckt, als wäre es lediglich für die Fußball-Weltmeisterschaft angefertigt und veröffentlicht worden. Oder anders herum: Fände die WM in diesem Jahr nicht zufällig in Südafrika statt, hätte Hoeffgen wahrscheinlich auch keinen Verleger für sein Buch gefunden – oder die Bilder wohlmöglich erst gar nicht fotografiert.

Geschrieben in Fotobücher | 2 Kommentare

“Kinbaku” von Nobuyoshi Araki

Mein Verhältnis zum japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki ist sehr ambivalent. Sein Buch “Tokyo Lucky Hole” war das erste, was ich von ihm gesehen habe – es hat mich fasziniert und abgestoßen zugleich.

Die aktuelle Ausstellung “Kinbaku” in der Jablonka Galerie in Köln hat mich ihm und seiner Arbeit nun ein ganzes Stückchen näher gebracht – wenngleich er mit seiner sexuell-exzentrischen und damit ganz und gar “unjapanischen” Art auch weiterhin Fremdscham in mir auslöst.  Dem gegenüber steht sein Frühwerk “Sentimental Journey”, in dem er sehr einfühlsam und poetisch die eigene Hochzeitsreise beziehungsweise 1990 mit “Winter Journey” das Sterben und den Tod seiner Frau dokumentiert. Mein Verhältnis zu Araki bleibt also ambivalent – allerdings ist es um einige spannende Facetten erweitert worden.

Meine Besprechung aus dem Kölner Stadt-Anzeiger findet ihr hier.

Geschrieben in Ausstellungen | Keine Kommentare

“7 km” von Kirill Golovchenko

Das Buch “7 km – Field of Wonders” von Kirill Golovchenko (Snoeck Verlag, 144 Seiten, 29,80 Euro) macht es mir nicht gerade leicht. Zwar gefällt mir das Thema vom größten Marktplatz Europas, sieben Kilometer südwestlich vor den Toren Odessas, auf dem 16.000 Schiffscontainer stehen, 60.000 Menschen Arbeit finden und auf dem täglich 20 Millionen Dollar umgesetzt werden.

Das Problem ist nur: Golovchenko fehlt es an einem Konzept oder am Willen, eine Geschichte erzählen zu wollen. Stattdessen verliert er sich im wahrsten Sinne des Wortes auf diesem Marktplatz und zeigt uns lediglich einige bunte Details und manchmal ein paar Übersichten in alter Wimmelbild-Manier, bringt sie aber selten zu einem großen Ganzen zusammen. Sein Buch ist weder eine nüchterne Dokumentation und schon gar keine Reportage, sondern wirkt eher wie eine Ansammlung touristischer Hingucker – die bunte Kette vor dem Gesicht eines Fotomodels, die Aufkleberrollen mit den gefakten Modelabeln und die 100-Dollar-Gürtelschnalle sind nur einige Beispiele. Das ist sehr schade, denn der Ort scheint wirklich irre zu sein.

Das Buch ist es leider nicht.

Geschrieben in Fotobücher | Keine Kommentare

Most Popular Tags