Peter Miller im glasmoog der KHM Köln

Der Amerikaner Peter Miller hat das Förderstipendium der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM) erhalten und zeigt im neuen Ausstellungsraum glasmoog noch bis zum 24. Januar Fotografien und Videoarbeiten. Und die besitzen nicht nur viel intelligenten Humor, sondern spielen auch noch mit der Funktionsweise der meist analogen Medien und stellen diese in Frage. Eine kleine, aber sehr feine Ausstellung!

Den Artikel, erschienen heute im Ksta, gibt es hier.

Geschrieben in Ausstellungen | Keine Kommentare

Schulprojekt “Individuum und Gruppe”

Jetzt werde ich auch noch Lehrer! Im Rahmen des NRW-Landesprogramms Kultur & Schule habe ich gemeinsam mit der Kunstpädagogin Anna-Maria Loffredo am Europagymnasium in Kerpen das Projekt “Individuum und Gruppe – Inszenierte Gruppenfotos” durchgeführt. Neben der Vermittlung eines technischen und fotogestalterischen Basiswissens sollten die 24 Schüler Gruppenselbstporträts entwickeln und sich dabei an verschiedenen Berufsgruppen orientieren. Als fotografische Referenzen habe ich den Schülern vor allem Annie Leibovitz‘ bekanntes Bild von George W. Bush und seiner Crew sowie die Familienbilder von Thomas Struth und Katharina Mayer vorgestellt und diese mit ihnen intensiv besprochen.

Für die eigenen Arbeiten erwies sich die Definition des Begriffs “Inszenierung” anfänglich als etwas schwierig, da dieser von vielen Schülern nur mit Mode- und Glamourfotografie gleichgesetzt wurde – die Familienbilder von Struth wurden hingegen eher als “Schnappschüsse” angesehen. Gleichzeitig war ich jedoch von der ingesamt sehr hohen inhaltlichen Kompetenz, den analytischen Fähigkeiten und nicht zuletzt von den fertigen Bildern des Kurses begeistert.

Geschrieben in Bildung | 1 Kommentar

La Brea Matrix und Jan Dziaczkowski

Das Projekt The La Brea Matrix habe ich bereits im September kurz vorgestellt, nun gibt es in der Galerie Kaune, Sudendorf die Auftaktausstellung mit Arbeiten aller sechs Fotografen plus einem großen Originalabzug von eben jener legendären Stephen Shore-Aufnahme aus dem Jahr 1975 zu sehen. Ein Muss für alle Fans der Fotografiegeschichte im Allgemeinen und der New Color- und der New Topographic-Photography im Speziellen.

Außerdem zeigt die kleine V8-Galerie wunderbare Postkartencollagen von Jan Dziaczkowski, der der Frage nachgeht, wie Europa aussähe, wenn sich der Kommunismus bis an den Atlantik ausgebreitet hättet.

Den Artikel über beide Ausstellungen, erschienen im Kölner Stadt-Anzeiger, gibt es hier.

Geschrieben in Ausstellungen | Keine Kommentare

Ein Jahr “gesehen mit” im Kölner Prinz

Mit der Layout-Reform beim Prinz wurde auf den von mir betreuten Kunstseiten auch eine neue Serie eingeführt. Für “gesehen mit” gehe ich jeden Monat mit einer mehr oder weniger kunstinteressierten Person in ein Museum, eine Galerie oder einen Ausstellungsraum und fasse in ein paar Zeilen zusammen, was meine Begleiter an qualifizierten oder gelangweilten, lobenden oder gar vernichtenden Kommentaren von sich geben und was für kleine Dinge am Rande geschehen. Außerdem fotografiere ich meine Besucher auch in der Ausstellung – was in Museen meist zu lautstarken “Stopp!”-Rufen des offensichtlich sehr engagierten (aber eigentlich über meinen Besuch informierten) Wachpersonals führt.

Anbei meine zwölf Lieblingsbilder des vergangenen Jahres und ein Dankeschön an Lea, David, Sabine, Puya, Verena, Anna-Maria, Herrn Peuckert, Ulla, Carsten, Nadine, Tino und Bettina für eure Zeit und Geduld und dass ihr diese Serie überhaupt erst ermöglicht.

Geschrieben in Auftragsfotografie | Keine Kommentare

“Beyond Borders” von Frederic Lezmi

Als mir Frederic Lezmi sein neues Buch “Beyond Borders – From Vienna to Beirut” auf der Paris Photo in die Hand drückte, dachte ich zuerst “Ach, schon wieder ein Leporello” – diese extravagante und irgendwie auch altmodische Buchbindung wird mir in letzter Zeit doch ein wenig zu inflationär eingesetzt. Beim schnellen Durchblättern wurde mir aber sofort klar, dass es eigentlich die einzig denkbare Form ist, um diese Fotostrecke zu präsentieren, geht es doch um eine Reise quer durch Europa bis in den Nahen Osten, auf der die Grenzen zu verschwimmen scheinen. So hat der Betrachter die Möglichkeit, sich die gesamte Reise als elf Meter langen Streifen anzuschauen oder sich in den Details des Faltbuches zu verlieren – und davon gibt es in den insgesamt 32 Arbeiten viele zu entdecken.

Ein ganz Offensichtliches ist – vor allem zu Beginn des Buches – die Nähe zu Wolfgang Zurborn. Kein Wunder – schließlich hat Lezmi dem Kölner Fotografen und Galeristen ein Jahr lang assistiert, bevor er an der Folkwang Hochschule in Essen studierte. Oft fällt es in seinen Bildern schwer, die Orientierung zu bewahren. Geschickt spielt der 1978 geborene Lezmi mit den sich ständig überlagernden und wieder öffnenden Ebenen, Durchbrüchen, Spiegelungen und Gegensätzen. Was ist real, was eine Spiegelung und was bloß eine Fassade? Wie in einem Kaleidoskop überlagern sich die (Re-)Konstruktionen vielfarbiger fragmentarischer Eindrücke, Architekturen und sozialen Lebens – auf der einen Seite kann man sich nicht auf das Gesehene verlassen, auf der anderen Seite sind die Bilder nur selten geografisch zu verorten.

Zwischenzeitlich ändert Lezmi zwar die Bildsprache, quasi als Hinweis für einen Grenzwechsel. Der wird jedoch nur scheinbar vollzogen, denn gleich danach haut er dem Betrachter Absurditäten und neue Überlagerungen “um die Augen”: Kitschige Elefanten und Palmen aus Autoreifen vor dem Parlament in Bukarest wechseln sich mit einer rostenden Miniaturrakete am Straßenrand in der Türkei ab, die ironischerweise genauso aussieht wie das im Hintergrund emporragende Minarett.

Am kommenden Donnerstag, 10. Dezember 2009, 19 Uhr, präsentiert Frederic Lezmi sein Buch, das auf 150 handgefertigte Exemplare limitiert ist und 88 Euro kostet, in der Galerie Lichtblick, Steinberger Straße 21, in Köln-Nippes. Auf die Homepage von Frederic Lezmi kommt ihr hier.

Geschrieben in Fotobücher | 2 Kommentare

Most Popular Tags