Interview mit Katrin Koenning

Katrin Koenning gehört ganz klar zu den Künstlerinnen, auf die ich erst durch Instagram aufmerksam wurde. Ihre düsteren, fragilen und oft surrealen Fotografien sind typisch für die in Australien lebende Deutsche – genauso wie ihre Liebe für das Magische im Alltäglichen.

Während der Darmstädter Tage der Fotografie traf ich Katrin zum Interview für die ProfiFoto, das ihr hier als PDF lesen könnt.

Links: Katrin Koenning, Darmstädter Tage der Fotografie

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“Forest” von Yan Wang Preston

Ich brauchte ein bisschen, um in das Buch hinein zu kommen. Und auch um zu kapieren, worum es eigentlich geht. Denn in “Forest”, erschienen bei Hatje Cantz, zeigt die britisch-chinesische Fotografin Yan Wang Preston nicht einfach nur aufgeforstete urbane Landschaften, um deren Künstlichkeit darzustellen. Nein, all diese Bäume auf Straßen, Plätzen, Innenhöfen und Parkanlagen sind umgesiedelt worden. An ihrem ursprünglichen Standort hat man sie vor dem Abholzen gerettet und an ihrem neuen Platz sollen sie den Eindruck erwecken, als wären sie schon immer da gewesen und als hätte mit ihnen auch der junge Ort schon eine ganz eigene, alte Geschichte.

In dem Buch geht es also weit mehr als nur um eine nüchterne Bestandaufnahme, wie ich finde. Preston spricht viele Aspekte unserer heutigen Zeit und ganz besonders im heutigen China an: Es ist ein Buch über Heimat und darüber, was es bedeutet, entwurzelt zu werden. Es ist aber auch ein Buch über Hoffnung und den Wunsch nach Natur und Sinnlichkeit in einer von Beton und Fortschritt dominierten, ja: vergewaltigen Landschaft.  Es ist ein Buch über Täuschung und Fake-Landschaften. Und es ist ein Buch über eine zweite Chance. Für Menschen und für Bäume.

Meine Besprechung zu “Forest” ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

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Interview mit Alec Soth

Auf das Interview mit Alec Soth habe ich mich sehr gefreut – als wir uns dann auf der Paris Photo trafen, war es allerdings etwas … ungewöhnlich. Alec hatte zwar eine halbe Stunde Zeit, doch die verbrachten wir nicht irgendwo in einer ruhigen Ecke, sondern am Messestand seines Verlegers, wo er ununterbrochen Berge seines wiederaufgelegten Buches “Sleeping by the Mississippi” signierte, während ich etwas eingeengt neben ihm saß. Ständig kamen Leute vorbei und unterbrachen uns, weil sie mit ihm reden, ihn fotografieren oder Komplimente loswerden wollten. Naja, dem Interview merkt man es hoffentlich nicht an.

Alec sprach mit mir über seine Mitgliedschaft bei Magnum, den großen Erfolg von eben “Sleeping by the Mississippi”, Roadtrips, seine Schüchternheit und seinen (vielleicht nicht immer nur guten) Einfluss auf die jüngere Fotografengeneration.

Das Interview ist in der ProfiFoto erschienen und gibt es hier als PDF.

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Der Traum vom eigenen Fotobuch

Fotobücher erleben seit mehr als zehn Jahren einen Boom. Die Zahl der Veröffentlichungen ist enorm gestiegen, ebenso die Zahl der Verlage. Auf Fotofestivals und Fotokunstmessen ist das Fotobuch mit Verkaufsständen von Verlagen und Händlern, Preisverleihungen und Signierstunden der Künstler längst ein fester Bestandteil. In Kassel, Wien und Istanbul haben sich sogar Festivals gegründet, die sich nur diesem Medium widmen.  Heute kann jeder Fotograf sein eigenes Buch veröffentlichen – und gefühlt muss er das auch, wenn er eine gewisse Anerkennung für seine Arbeit bekommen möchte.

Für das fotoMagazin habe ich Fotografen, Künstler und Verleger wie Frederik Busch, Klaus Kehrer, David Klammer, Juliane Herrmann, Rob Hornstra und Linn Phyllis Seeger nach ihren Erfahrungen beim Machen von Fotobüchern gefragt und bin auch auf die Vor- und Nachteile des Selfpublishings eingegangen. Den Artikel gibt es hier als PDF.

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Interview mit Txema Salvans

Für die ProfiFoto hatte ich die Gelgenheit, den spanischen Fotografen Txema Salvans zu interviewen und mit ihm über seine Bücher “The Waiting Game” (erschienen bei Editorial RM) und “My Kingdom” (erschienen bei MACK Books) zu sprechen. Wir haben das Interview in einem Seitenkorridor neben der VIP-Lounge im Grand Palais während der letztjährigen Paris Photo geführt und obwohl alles etwas hektisch schien, hat sich Txema viel Zeit genommen. Selten habe ich einen Fotografen erlebt, der so eng mit seiner Arbeit verbunden zu sein scheint und der gleichzeitig sehr genau weiß, was er da macht – emotional und politisch genauso wie moralisch und ästhetisch. Ich war sehr beeindruckt von seiner Sicht- und Arbeitsweise und es war mir eine Freude, mich mit ihm auszutauschen.

Das Interview findet ihr hier als PDF. Ich hoffe, ihr habt ähnlich viel Freude damit, wie ich es hatte.

Links: Txema Salvans, Editorial RM, MACK Books

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“Pictures from Home” von Larry Sultan

Larry Sultan hat sich in den letzten Jahren zu einem meiner Lieblingsfotografen entwickelt und “Pictures from Home” ist meine Lieblingsarbeit von ihm. MACK Books hat den Klassiker, der erstmals 1992 erschienen ist, nun deutlich erweitert neu veröffentlicht. Für mich ist es ein Meisterwerk. Das liegt sicherlich an meinem sehr persönlichen Interesse an den Themen des Buches, die da sind: Familie, Eltern, Herkunft und Erinnerungen, die Melancholie und die Limitierungen des Mediums Fotografie und der Versuch, dagegen anzuarbeiten. Letztendlich geht es um die verzweifelten Versuche der menschlichen Existenz, nicht zu vergessen. Und nicht vergessen zu werden.

Meine ausführliche Besprechung ist jetzt auf dem Blog on artbooks erschienen.

Link: artbooksonline

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“Life in Cities” von Michael Wolf

Letztes Jahr gab es die Ausstellung “Life in Cities” von Michael Wolf bereits beim Fotografiefestival Les Rencontres de la Photographie in Arles zu sehen, nun läuft sie im Fotomuseum Den Haag (noch bis zum 22. April) und im Herbst soll sie Station im Haus der Photographie in Hamburg machen. In der von Wim van Sinderen kuratierten Schau geht es vor allem um die Fragen, unter welchen Bedingungen wir leben und arbeiten, welchen Preis wir dafür zahlen müssen und vor allem: wofür eigentlich?

Michael Wolfs bekannte Serie “Tokyo Compression” mit in U-Bahn-Waggons eingepferchten Passagieren ist genauso dabei wie seine Hochhaus-Szenarien aus “Architecture of Density” und “Transparent City”, aber auch die riesige Wandinstallation “Toy Story” und seine Google-Street-View-Arbeiten.

Meine Besprechung der Ausstellung ist u.a. in der taz erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fotomuseum Den Haag

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“The Family Imprint” von Nancy Borowick

Thomas Gerwers hat mich gefragt, ob ich jeden Monat ein Interview mit einem Fotografen für sein Magazin ProfiFoto führen möchte. Diese Gelegenheit lasse ich mir natürlich nicht entgehen, denn ich finde ohnehin, dass man den Gesprächen mit Künstlern mehr Raum geben sollte.

Auf der ParisPhoto traf ich mich also zu meinem ersten Interview mit Nancy Borowick. Für ihr Buch “The Family Imprint. A Daughter’s Portrait of Love and Loss”, das bei Hatje Cantz erschienen ist, hat die Amerikanerin ihre Eltern Howie und Laurel begleitet. Beide sind innerhalb eines Jahres an Krebs erkrankt und schließlich auch daran gestorben. Dennoch ist “The Family Imprint” kein Buch über den Tod. Es ist vielmehr ein Buch über die Liebe.

Das dreiseitige Gespräch findet ihr hier als PDF.

Links: Nancy Borowick, Hatje Cantz

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“Evidence” von Larry Sultan und Mike Mandel

Ich kenne „Evidence“ von Larry Sultan und Mike Mandel schon eine ganze Weile, aber es hat etwas gebraucht, bis ich es wirklich verstanden und damit lieben gelernt habe. Wobei es nicht unbedingt mein Lieblingsfotobuch ist. Aber es ist vielleicht das wichtigste Fotobuch für mich. Es ist so wichtig, weil mir dieses Buch die Augen geöffnet und verdeutlicht hat, wie Fotografie (auch) funktioniert und wie man sie kritisch und skeptisch hinterfragen sollte. Und das scheint mir in einer Zeit der sogenannten Bilderflut besonders wichtig – schließlich spielt die sich nicht nur auf Facebook, Instagram und Snapchat ab, sondern auch in den (vor allem digitalen) Medien, da diese über die sich überschlagenden geopolitischen Ereignisse nie ohne illustrierende Fotografien berichten.

Meine Besprechung zu “Evidence” ist auf dem Blog on artbooks von artbooksonline erschienen und gibt es hier.

Link: artbooksonline

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“For Sale” von Oliver Sieber

Fotografen und ihre Kameras – das ist eine ganz besondere Beziehung. Das Klischee vom Fotografen, der technisch immer auf dem neuesten Stand ist, aber kein einziges gutes Bild fotografieren kann, besteht bis heute. Gleichzeitig muss ein Fotograf sein Equipment kennen und beherrschen – und oft erkennt er schon am Geräusch, ob irgendetwas nicht stimmt.

Der Düsseldorfer Oliver Sieber hat nun mit “For Sale” (erschienen bei Böhm/Kobayashi, 68 Euro) ein kleines Buch veröffentlicht, in dem er sich seiner eigenen Fotoausrüstung widmet. Auf 51 Fotografien zeigt Sieber wesentliche Teile wie Kameras, Objektive und Blitzgeräte. Alles in Schwarzweiß fotografiert und oft vor einem grauverlaufenden Hintergrund, manchmal sieht man aber auch schemenhaft sein Düsseldorfer Wohnatelier oder Teile der Studiokonstruktion. Das Buch ist eine Liebeserklärung an den Fetisch Fotografie und zugleich stellt er ihn auch ein Stück weit bloß. Genau dieser Zwiespalt macht es so interessant.

Meine Besprechung ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Oliver Sieber

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