“The Family Imprint” von Nancy Borowick

Thomas Gerwers hat mich gefragt, ob ich jeden Monat ein Interview mit einem Fotografen für sein Magazin ProfiFoto führen möchte. Diese Gelegenheit lasse ich mir natürlich nicht entgehen, denn ich finde ohnehin, dass man den Gesprächen mit Künstlern mehr Raum geben sollte.

Auf der ParisPhoto traf ich mich also zu meinem ersten Interview mit Nancy Borowick. Für ihr Buch “The Family Imprint. A Daughter’s Portrait of Love and Loss”, das bei Hatje Cantz erschienen ist, hat die Amerikanerin ihre Eltern Howie und Laurel begleitet. Beide sind innerhalb eines Jahres an Krebs erkrankt und schließlich auch daran gestorben. Dennoch ist “The Family Imprint” kein Buch über den Tod. Es ist vielmehr ein Buch über die Liebe.

Das dreiseitige Gespräch findet ihr hier als PDF.

Links: Nancy Borowick, Hatje Cantz

Geschrieben in Fotobücher, Interviews | 1 Kommentar

“Evidence” von Larry Sultan und Mike Mandel

Ich kenne „Evidence“ von Larry Sultan und Mike Mandel schon eine ganze Weile, aber es hat etwas gebraucht, bis ich es wirklich verstanden und damit lieben gelernt habe. Wobei es nicht unbedingt mein Lieblingsfotobuch ist. Aber es ist vielleicht das wichtigste Fotobuch für mich. Es ist so wichtig, weil mir dieses Buch die Augen geöffnet und verdeutlicht hat, wie Fotografie (auch) funktioniert und wie man sie kritisch und skeptisch hinterfragen sollte. Und das scheint mir in einer Zeit der sogenannten Bilderflut besonders wichtig – schließlich spielt die sich nicht nur auf Facebook, Instagram und Snapchat ab, sondern auch in den (vor allem digitalen) Medien, da diese über die sich überschlagenden geopolitischen Ereignisse nie ohne illustrierende Fotografien berichten.

Meine Besprechung zu “Evidence” ist auf dem Blog on artbooks von artbooksonline erschienen und gibt es hier.

Link: artbooksonline

Geschrieben in Allgemein, Fotobücher | 1 Kommentar

“For Sale” von Oliver Sieber

Fotografen und ihre Kameras – das ist eine ganz besondere Beziehung. Das Klischee vom Fotografen, der technisch immer auf dem neuesten Stand ist, aber kein einziges gutes Bild fotografieren kann, besteht bis heute. Gleichzeitig muss ein Fotograf sein Equipment kennen und beherrschen – und oft erkennt er schon am Geräusch, ob irgendetwas nicht stimmt.

Der Düsseldorfer Oliver Sieber hat nun mit “For Sale” (erschienen bei Böhm/Kobayashi, 68 Euro) ein kleines Buch veröffentlicht, in dem er sich seiner eigenen Fotoausrüstung widmet. Auf 51 Fotografien zeigt Sieber wesentliche Teile wie Kameras, Objektive und Blitzgeräte. Alles in Schwarzweiß fotografiert und oft vor einem grauverlaufenden Hintergrund, manchmal sieht man aber auch schemenhaft sein Düsseldorfer Wohnatelier oder Teile der Studiokonstruktion. Das Buch ist eine Liebeserklärung an den Fetisch Fotografie und zugleich stellt er ihn auch ein Stück weit bloß. Genau dieser Zwiespalt macht es so interessant.

Meine Besprechung ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Oliver Sieber

Geschrieben in Fotobücher | Keine Kommentare

“Buzzing at the sill” von Peter van Agtmael

Mit “Buzzing at the sill” hat Peter van Agtmael seine eigene inoffizielle, traumwandlerische Fortsetzung des Buches “Disco Night Sept 11″ vorgelegt. Die Serie war eine Mischung aus dem wenig heldenhaften Alltag von US-Soldaten im Einsatz und der frustrierenden Zeit danach, wenn sie mit amputierten Gliedmaßen auf dem Sofa sitzen oder mit ihren Kindern und Lichtschwertern ausgestattet Star Wars spielen.

„Buzzing at the sill“ zeigt hingegen keine Kriegsfotos, sondern die Vereinigten Staaten, wie er sie nach seiner Heimkehr vorgefunden hat. Das ist allerdings weniger überraschend als es zunächst erscheint, denn Magnum-Mitglied van Agtmael sieht sich selbst nicht als Kriegsfotograf, sondern als Amerika-Fotograf – sein Buch ist somit eine Art emotionale Bestandsaufnahme einer Nation nach zwei sinnlosen Kriegen und wie sie mit ihrer eigenen, nicht immer ruhmreichen Geschichte umgeht.

Meine Besprechung aus der Photonews gibt es hier als PDF.

Link: Kehrer Verlag, Magnum

Geschrieben in Fotobücher | Keine Kommentare

Peter H. Fürst

40 Jahre lang, von 1960 bis 2000, hat der Kölner Fotograf Peter H. Fürst Dessousmode fotografiert – im Studio genauso wie außerhalb dieses geschützten Raums. Er gehörte zu den ersten, die Miederwäsche an „echten“ Models zeigte – das Zeigen von nackter Haut galt damals noch als unanständig.

Im Verlag der Buchhandlung Walther König ist kürzlich sein Buch “Die Philosophie der zweiten Haut” erschienen, in dem er sein berufliches Leben Revue passieren lässt. Meine Besprechung des Buches ist in der Photonews erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Verlag der Buchhandlung Walther König

Geschrieben in Allgemein, Fotobücher | Keine Kommentare

“The New West” von Robert Adams

Der Steidl-Verlag hat den Fotobuch-Klassiker “The New West” von Robert Adams neu herausgebracht. Die Serie war 1975 Teil der New Topographics-Ausstellung im International Museum of Photography im George Eastman House in Rochester/New York und hat letztlich unsere heutige Sicht auf das Medium Fotografie deutlich geprägt.

Meine Buchvorstellung aus der Photographie gibt es hier als PDF.

Link: Steidl

Amazon: Robert Adams: The New West

Geschrieben in Fotobücher | 1 Kommentar

“Cubic feet/sec” von Andrew Phelps

Es gibt viele Fotobücher, die ich mag. Weil sie starke Konzepte haben oder starke Fotos, manchmal sind es auch einfach starke Themen oder ein starkes Design. Und wenn man Glück hat auch alles zusammen. Aber drei, vier Mal im Jahr entdecke ich ein Buch, das mich ganz besonders berührt. “Cubic feet/sec” (Fotohof Edition, 25 Euro) von Andrew Phelps ist so ein Buch.

Vordergründig sehen wir in dem kleinen Büchlein mit dem Softcover und der offenen Fadenbindung eine Reise durch den Raum. Tatsächlich jedoch ist es eine Reise durch die Zeit, denn die Fotos stammen von ingesamt neun Reisen, die Andrew Phelps und sein Vater Brent zwischen 1979 und 2013 auf dem Colorado River unternommen haben. Entstanden ist dabei eine Art fotografisches Tagebuch von zwei Menschen vor einer spektakulären, zeitlosen Kulisse. Es ist ein Buch über den Fluss des Lebens, aber auch ein Buch über das Erinnern, über die Fotografie und über das Scheitern an und in ihr: „Die Fotografie hat nie das gemacht, was ich wollte. Dieses Scheitern ist natürlich nicht das Scheitern der Fotografie, sondern mein eigenes. Es ist mein Unvermögen zu verstehen, was Fotografie niemals leisten kann.“

Meine Besprechung ist in der aktuellen Ausgabe von Camera Austria erschienen und gibt es hier als PDF.

Link: Fotohof Edition

Amazon: Andrew Phelps. CUBIC FEET/SEC.: 34 YEARS IN THE GRAND CANYON

Geschrieben in Fotobücher | Keine Kommentare

Africa under the Prism

Der tiefschwarze Umschlag ist beeindruckend: Auf dem Titel sehen wir einen alten Kassetten-Radio-Rekorder, der auf einem einfachen Holztisch steht. Die Antenne ragt gekrümmt nach oben – als würde sie im Nichts nach Empfang suchen. Teile des Geräts sind mit Goldlack überzogen, genauso wie der Titel: “Africa Under the Prism” (Hatje Cantz Verlag, 45 Euro).

Auf dem weißen Buchblock erkennt man die farbigen Kapitelmarkierungen – das Buch will das Prisma sein, dass die zahlreichen Facetten der afrikanischen Fotografie aufzeigt. Warum es allerdings mehr einem flüchtigen Kaleidoskop gleicht, erfahrt ihr in meiner Kurzbesprechung, die in der Photographie erschienen ist.

Link: Hatje Cantz

Amazon: Africa under the Prism: Contemporary African Photography from LagosPhoto Festival

Geschrieben in Festivals & Messen, Fotobücher | Keine Kommentare

Pieter Hugo in der Galerie Priska Pasquer

Seit Jahren wünsche ich mir, dass endlich eine Kölner Galerie den südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo zeigt. Vor einem Jahr hat Priska Pasquer das gemacht mit einer kleinen Überblicksschau, die seinem fotografischen Kosmos aber kaum gerecht werden konnte. In ihren neuen und riesigen Galerieräumen kann sie nun allerdings richtig ausholen – und zeigt noch bis zum 9. April die Ausstellung “Kin”, die zuvor in der Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris zu sehen war. Es ist seine bislang komplexeste und auch persönlichste Arbeit, in der er sich mit seiner Heimat Südafrika und seinem gespaltenen Verhältnis zu ihr beschäftigt.

Meine Besprechung ist im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen und gibt es hier.

Link: Galerie Priska Pasquer

Amazon: Kin: Pieter Hugo

Geschrieben in Ausstellungen, Fotobücher | Keine Kommentare

“As Time Goes By” von Barbara Davatz

Der Klappentext zu diesem Langzeitprojekt klingt spannend. Ambitioniert. Und hat mich sehr neugierig gemacht: Im Jahr 1982 hat die Schweizerin Barbara Davatz zwölf Paare fotografiert, die verliebt, befreundet oder verwandt waren. 1988, 1997 und 2014 hat sie dieselben Menschen wieder ins Studio eingeladen. Kein Wunder, dass mich das interessiert, klingt es doch, als wäre es sehr nah am Paareprojekt – nur eben nicht mit unterschiedlichen, sondern immer mit den selben Personen.

Warum mich das Buch “As Time Goes By 1982 1988 1997 2014″ (erscheinen in der Edition Patrick Frey) dennoch ziemlich enttäuscht hat und warum ich es konzeptionell für unausgereift und inkonsequent halte, könnt ihr in meiner ausführlichen Besprechung in der aktuellen Photonews nachlesen – oder hier als PDF.

Link: Edition Patrick Frey

Amazon: As Time Goes By: 1982 1988 1997 2014

Geschrieben in Fotobücher | Keine Kommentare

Most Popular Tags