Das Fotobuch-Quartett+ auf “On Artbooks”

Jule Schaffer hat mich zum Fotobuch-Quartett+ interviewt. Sie wollte von mir wissen, wie es zu der Veranstaltungsreihe mit Markus Schaden, Wolfgang Zurborn, Frank Dürrach, Oliver Rausch und mir kam, was ein gutes Fotobuch ausmacht, wie wir die Bücher auswählen und was ich persönlich aus den Diskussionen gelernt habe.

Das Interview findet ihr auf dem Blog On Artbooks von artbooksonline. Und das nächste Fotobuch-Quartett+ findet übrigens am Freitag, 19. Februar, um 19.30 Uhr im Forum für Fotografie in Köln statt.

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Interview mit Böhm/Kobayashi

Katja Stuke: “Bilder im öffentlichen Raum waren damals einfach schon richtig geil. Und ich bin heute jedes Mal enttäuscht, wenn wieder mal irgend so ein Mist plakatiert wird, weil sich niemand mehr wirklich für dieses Medium interessiert.”

Oliver Sieber: “Larry Sultan und Mike Mandel haben ja auch diese Billboard-Aktionen in den 70er Jahren gemacht und beziehen sich quasi auf Marshall McLuhan, den Medientheoretiker. Also dem Nutzen von Plakatwänden und was die für eine Wirkung auf die Gesellschaft haben. Deswegen kriege ich vielleicht so einen schmelzigen Ton, wenn ich an die Motive von damals denke und wie sich das Stadtbild anders dargestellt hat.”

In der Ausgabe 97 von European Photography ist mein Interview mit Katja Stuke und Oliver Sieber alias Böhm/Kobayashi erschienen. Darin spricht das Künstlerduo über Selfpublishing, die Anfänge ihrer Böhm-Hefte, den Reiz von Werbeplakaten, ihr Antifoto-Manifest und was passiert, wenn das eigene Buch plötzlich zum “Photobook of the Year“ gewählt wird.

Das gesamte Interview gibt es hier als PDF.

Link: Böhm/Kobayashi, European Photography

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Vanessa Winship in der Fundación Mapfre

Vanessa Winship zählt zu den großen Unbekannten in der Fotografie-Szene. In Deutschland und selbst in ihrer Heimat Großbritannien muss das Werk der 54-Jährigen erst noch entdeckt werden. Das ist ein wenig verwunderlich, denn in Spanien und Frankreich hat sie sich längst einen Namen gemacht: 2011 erhielt sie – als erste Frau überhaupt – den renommierten International Award der Fondation Henri Cartier-Bresson. Ihr 2013 bei Mack Books erschienenes Buch „She dances on Jackson“ gilt als eines der besten des Jahres und wird bei Amazon mittlerweile für den fünffachen Preis angeboten. Und die Fundación Mapfre in Madrid hat ihr in diesem Sommer nicht nur eine umfangreiche und äußerst eindrucksvolle (und von Carlos Martin kuratierte) Retrospektive, sondern auch gleich eine entsprechende Publikation gewidmet, die einen hervorragend Überblick über ihre Arbeiten der vergangenen 15 Jahre liefert.

All das völlig zu Recht, wie ich finde, denn je länger ich mich mit ihrem Werk beschäftige, desto größer ist meine Begeisterung und Verehrung. Für mich steht sie klar in der Porträttradition von August Sander, Judith Joy Ross oder Rineke Dijkstra, ist dabei aber vollkommen eigenständig und unverwechselbar. Auch hatte ich die Gelegenheit ein Interview mit Winship führen zu können und dadurch ein bisschen mehr von dieser sehr sensiblen und zutiefest am Menschen interessierten Fotografin zu erfahren.

Mein ausführlicher Artikel ist in der Photographie 11/2014 erschienen und gibt es hier als PDF.

Leider ist die Ausstellung bereits vorbei, aber auf der Seite der Fundación Mapfre könnt ihr sie euch als virtuelle Tour anschauen. Das vermittelt zumindest einen kleinen Eindruck. Und das Buch zur Retrospektive ist ebenfalls sehr toll geworden!

Link: Fundación Mapfre

Amazon: Vanessa Winship

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L. Fritz – das Magazin der Photoszene

Darf ich vorstellen: L. Fritz – das Magazin der Photoszene ist erschienen. Benannt nach L. Fritz Gruber wollen wir mit diesem Magazin Kuratoren, Galeristen und Verleger, Studenten und Sammler, Fotografen und Designer, Profis und Amateure gleichermaßen ansprechen. Deshalb ist L. Fritz auch mehr als nur ein Medium – er ist ein lebendiger Bestandteil der Fotografieszene, er ist ein Freund und Experte, dem man vertraut, den man um Rat fragen kann und den man gerne an seiner Seite hat. Vor allem aber liegt L. Fritz kostenlos aus – in Köln sowieso, aber auch an wichtigen Fotografie-Einrichtungen in Deutschland und ganz Europa. Eine genaue Auflistung wird auf der Photoszene-Website folgen. Außerdem könnt ihr euch L. Fritz auch schon auf Issuu ansehen – dort findet ihr übrigens auch den Photoszene-Festivalguide.

Die erste Ausgabe beschäftigt sich vor allem mit dem bevorstehenden Photoszene-Festival und stellt einige Ausstellungen vor. Unter anderem gibt es einen achtseitigen Teil über das PhotoBookMuseum von Markus Schaden, ein Interview mit Bettina Flitner, die Fotostrecke “Wolfskinder” von Fabian Weiß und ein Interview mit der Photoszene-Geschäftsführerin Heide Häusler. Außerdem geht Klaus Honnef in einem Essay der Frage nach, wie sehr Fotografien unsere Wahrnehmung von Realität verändert haben. Viel Vergnügen mit L. Fritz!

Link: L. Fritz #1

"L. Fritz - Das Magazin der Photoszene", No.1, 2014, Cover-Photo: Chargesheimer, „L. Fritz Gruber“, Köln 1955, Museum Ludwig, Fotografische Sammlung, ML/F 1993/150

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Interview mit Markus Hartmann

Die Nachricht, dass Markus Hartmann seinen langjährigen Job als Programmleiter beim re­nom­mierten Hatje Cantz Verlag hinwerfen will, kam im Sommer vergangenen Jahres für viele vollkommen überraschend und ging wie ein Lauffeuer durch die Fotobuchbranche. Umso schöner, dass mir das Freelens Magazin die Möglichkeit gab, ein ausführliches Abschluss-Interview mit Markus Hartmann zu führen, in dem ich mit ihm via Skype über seinen Abschied, gute und schlechte Fotobücher, Marketingstrategien und die Zukunft der gesamten Branche sprechen konnte. Das komplette Interview bekommt ihr hier als PDF.

Gleichzeitig möchte ich allen Fotobuch-Liebhabern das gesamte Ausgabe 34 des Freelens Magazins ans Herz legen: Es ist richtig gut geworden! Chefredakteur Peter Lindhorst und Herausgeber Lutz Fischmann haben eine hervorragende Auswahl an Themen und Autoren gefunden – unter anderem hat Sophia Greiff mit dem Verlagsvertreter Kurt Salchli gesprochen, Klaus Honnef hat sich Gedanken über das Medium Fotografie und die Darstellungsformen in Ausstellungen und in Büchern gemacht, Hans-Michael Koetzle hat das Paradoxon des Fotobuch-Booms unter die Lupe genommen und Michael Klein nennt gelungene Beispiele von Fotobüchern, die im Eigenverlag erschienen sind.

Das Freelens Magazin kostet 5 Euro und kann entweder über Freelens direkt oder aber über einige wenige Verkaufsstellen (siehe Foto) bezogen werden.

Links: Freelens, Hatje Cantz

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Interview mit Rinko Kawauchi

Anfang Dezember habe ich ein kurzes Interview mit der japanischen Fotografin Rinko Kawauchi geführt. Naja, eigentlich war es kein richtiges Interview, eher ein Gespräch, ein Austausch, bei dem ich meine Gedanken zu ihren Fotografien loswerden und mit den ihrigen abgleichen konnte – schließlich bin ich ein Fan ihrer Arbeiten, seit ich sie 2006 das erste Mal in einer Ausstellung in der Galerie Priska Pasquer gesehen habe.

Ausgangspunkt ist ihre aktuelle Serie “Ametsuchi”, die noch bis zum 8. März ebenfalls in der Galerie Priska Pasquer zu sehen ist, und die vor einigen Monaten als Buch im Kehrer Verlag und bei Aperture erschienen ist (80 Seiten, 58 Euro). Wer Kawauchis Œuvre kennt, wird ihre Handschrift wiedererkennen, gleichzeitig unterscheidet sich “Ametsuchi” doch sehr von ihren bisherigen Arbeiten. Zumindest auf den ersten Blick. Keine intimen Nahaufnahmen mehr von flüchtigen Augenblicken, dafür viele Landschaften, in denen das Feuer wütet. Das Buch ist ebenfalls eine Überraschung, befinden sich hinter vielen Abbildungen noch weitere Fotografien, die man aber nur erahnen kann, weil sich die Seiten oben nicht öffnen lassen und der Betrachter somit quasi nur die Hälfte sehen kann. Verborgen bleiben die ins Negativ gekehrte Ansichten der Fotos – in gewisser Weise sind es die “Originale”, schließlich ist es das, was auf einem Negativfilm tatsächlich festgehalten wird.

In der Ausstellung wird dieser Aspekt nur angedeutet: In einer Special Edition für 49 Euro wird der Nachthimmel mit dem roten Laser-Pointer-Zickzack als Negativ-Version angeboten, ansonsten kommen diese Umkehrungen an der Wand nicht vor. Neu ist allerdings die stattliche Größe mancher Abzüge (148 x 185 Zentimeter). Das kannte ich bislang nicht von Kawauchi, aber es tut den fast epischen Aufnahmen des brennenden Hügels sehr gut. Ach, und für alle, die sich genauso wie ich den Kopf darüber zerbrechen sollten, wie zum Teufel der Laserpointerstrahl auf den Sternenhimmel kommt (weil es technisch doch gar nicht möglich ist): Kawauchi hat gar keinen echten, sondern bloß einen projizierten Himmel in einem Planetarium fotografiert. Manche Tricks sind wirklich so einfach, da hätte ich auch von alleine drauf kommen können.

Hier nun das Gespräch mit ihr:

Alec Soth hat gesagt, dass deine bisherigen Arbeiten aussehen wie der Blick eines Neugeborenen auf seine direkte Umgebung. Für „Ametsuchi“ seist du nun einen Schritt zurückgegangen und hast deinen Blick verlangsamt. Dein Buch sei eine gelassene und lange gereifte Offenbarung. Gleichzeitig habe ich bereits von mehreren Leuten gehört, dass sie „Ametsuchi“ für deine erste richtige konzeptionelle Arbeit halten.

Ach, wirklich?

Ja. Ich glaube, dass kommt daher, weil du dich hier streng an einem Thema abarbeitest. Und das wird in Europa und den USA gerne mit Konzeptfotografie in Zusammenhang gebracht.

Das sehe ich anders. Und es stimmt auch nicht, dass ich mich hier auf ein einziges Thema konzentriere.

Wir haben die Aufnahmen der Sternenhimmel und der Klagemauer in Jerusalem, dominiert wird die Serie aber von den Feldern und Hügeln, die von ihren Besitzern gezielt in Brand gesetzt werden. Wie passt das für dich zusammen?

Das sind unterschiedliche Themen, aber es gibt etwas, was sie miteinander verbindet. Es ist das Leben und der Tod, der Respekt und das Gebet und vieles mehr.

Du erwähnst das Gebet. Glaubst du an Gott?

Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an einen spirituellen Weg. Es interessiert mich nicht, ob es einen Gott gibt. Ich glaube an etwas (sie überlegt) … an Etwas.

An Etwas.

(lacht) Ja, an etwa Großes. Denn wir können nicht erklären, warum wir leben, warum wir existieren. Irgendetwas wird da vielleicht sein.

In fast allen deinen Bildern gibt es einen Kontrast zwischen Groß und Klein, Leben und Tod. Auf deiner Website zum Beispiel. Das erste Foto zeigt Kinderhände, die ein Feuerzeug entzünden. Sie schützen die kleine zarte Flamme, aber sie könnten auch jederzeit ein großes Feuer entfachen.

In meinen Bildern verbinde ich immer zwei unterschiedliche Aspekte, denn es gibt so viele Dinge, die wir nicht erklären können. Ich sage damit nie, dass etwas richtig oder falsch ist. Die Möglichkeit dazu ist aber in allem vorhanden.

Häufig gibt es in deinen Fotografien Licht und Schatten. Es gibt beispielsweise deine beiden Aufnahme von der Sonnenfinsternis zu Beginn und zum Schluss von „Illuminance“. Außerdem gibt es häufig Löcher im Boden, lebendige und tote Tiere, Kinder, Seifenblasen.

Ja. Bei mir ist alles fragil.

Und jedes Bild steht bei dir für alles. In jedem Bild geht es um die Möglichkeit der Zerstörung und des Neuanfangs. Auch in deiner aktuellen Serie, in der du die traditionelle Branddüngung dokumentierst. Die eine Hälfte des Hügels ist bereits schwarz, die andere Hälfte wartet noch auf die Zerstörung.

Nach jeder Branddüngung wird etwas Neues kommen. Das gilt für alle meine Bilder, ich sehe den Kreislauf des Lebens. Jemand stirbt, jemand anderes wird geboren. Das alles sind Teile des Gleichen. Und das fasziniert mich.

In Japan sind Fotobücher sehr wichtig für Künstler. Wie wichtig ist für dich heute der Abzug an der Wand?

Für mich sind Bücher und Ausstellungen zwei komplett unterschiedliche Sachen. Im Buch zu “Ametsuchi” kann ich beispielsweise mit den Positiv- und Negativ-Bildern spielen, in der Ausstellung verzichte ich darauf.

Im Buch bekommt man die Negativ-Ansichten nur angedeutet zu sehen. Wenn man das Bild komplett sehen will, muss man die Seiten aufschneiden und damit das Buch zerstören.

Richtig.

Soll der Betrachter das Buch zerstören?

Er muss nicht. Aber er kann.

Mir ist beim Betrachten all deiner bisherigen Bücher aufgefallen, dass fast alle ein blaues Cover haben.

Oh (erstaunt). Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.

Hat es vielleicht etwas mit der Farbe des Himmels und des Wassers zu tun?

(sie überlegt und schaut sich die Cover ihrer Bücher an) Dieses hier ist Pink (weist auf „Illuminance“)

Ja, aber der Leineneinband ist auch hier blau.

(lacht) Ja, das stimmt. Vielleicht bevorzuge ich Blau. Ich weiß es nicht.

Danke für das Gespräch.

Link: Priska Pasquer, Kehrer

Amazon: Rinko Kawauchi: AMETSUCHI

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Interview mit Markus Schaden

In der Doppelausgabe Juli/August der Photonews ist mein Interview mit dem Kölner Fotobuchhändler und -verleger Markus Schaden erschienen. Der hat vor einigen Wochen die Szene überrascht, indem er bekannt gegeben hat, dass er sein Ladengeschäft schließen will. Als ich nach seinen Beweggründen fragte, lieferte er mir eine komplexe Analyse des internationalen Fotobuchmarktes, zeichnete zur Verbildlichung zwei riesige Mindmaps und erklärte, welche Vorteile das Medium eBook auch für das gedruckte Fotobuch haben könnte. Und nach fast zwei Stunden war mir klar: Seine “Mission Fotobuch” bleibt.

Das komplette Interview gibt es hier als PDF.

Link: Schaden.com

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Markus Schaden zum Aus der Visual Gallery

Über das angekündigte Aus für die Visual Gallery auf der Photokina habe ich ja bereits berichtet. Für die StadtRevue habe ich zu diesem Thema ein Interview mit Buchhändler, Verleger und Kurator Markus Schaden geführt. Darin erklärt er, dass die Entwicklung bereits vor zwei Jahren abzusehen war, dass es heute in der Kölner Kultur an starken Einzelpersönlichkeiten wie Kurt Hackenberg und L. Fritz Gruber mangelt, und dass die Visual Gallery nicht nur eine Ausstellungs-, sondern immer auch eine wichtige Begegnungsstätte der Fotografie war.

Das komplette Interview gibt es hier als PDF.

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Interview mit Kotaro Iizawa

Gerade ist im Artnet Magazin mein Interview mit dem japanischen Fotografieexperten Kotaro Iizawa erschienen. In dem Gespräch, das wir vor zwei Wochen anlässlich seines Vortrages “Eine Perspektive auf die zeitgenössische japanische Photographie” in Köln geführt haben, geht es viel um die Unterschiede zwischen westlichen und japanischen Fotografen, deutsche Einflüsse und natürlich die Besonderheit des Fotobuches in der japanischen Fotografie.

Das gesamte Interview gibt es hier.

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