Kleiner Kunstkauf am Rande

Ich möchte kurz auf das Projekt von Daniel Hofer hinweisen. Der braucht dringend Geld, um seine Diplomarbeit “BIG L” über das Leben am bolivianischen Salzsee Salar de Uyuni zu finanzieren – und hat dabei einen eher unkonventionellen Weg eingeschlagen: Ab einer Spende von 50 Euro erhält der Unterstützer ein Bild Hofers als Fine-Art-Print in einer unlimitierten Sonderedition.

Ich habe auch mitgemacht – und mich für einen seiner Bergmänner entschieden. Den fand ich schon in der Gruppenausstellung “I, Object” in Düsseldorf vor eineinhalb Jahren sehr toll, aber ein 80 mal 110 Zentimeter großes Porträt hängt man sich ja nicht so ohne weiteres in die Bude. In 20 mal 30 dann vielleicht schon eher. Und außerdem ist es ja für einen guten Zweck.

Daniel Hofer, aus der Serie "Bergwerk Ost", 2007

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Nur noch einen Monat bis zur Photoszene

Ich stelle gerade fest, dass es nur noch einen Monat bis zum Beginn der Internationalen Photoszene Köln dauert. Die findet in diesem Jahr zudem zum 20. Mal statt: Vom 3. bis zum 26. September zeigen Galerien, Museen und andere Institutionen zahlreiche Ausstellungen – von der René Burri-Retrospektive im Museum für Angewandte Kunst über Rinko Kawauchi in der Galerie Priska Pasquer, Joachim Brohm in der SK Stiftung Kultur und Stefan Heyne in der Galerie Kaune, Sudendorf bis hin zu großen Themen-Ausstellungen wie die über südafrikanische Fotografen seit 1950 in der Galerie Seippel und die über Dokumentarfotografie mit zahlreichen Magnum-Mitgliedern im Forum für Fotografie. Und nachdem ich mich gerade durch das Programm geklickt habe, kann ich nur froh sein, dass ich im September nicht verreise, denn: Die Photoszene verspricht in diesem Jahr richtig gut zu werden!

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Der Blog feiert Geburtstag!

Heute vor einem Jahr bin ich mit meinem Blog online gegangen. Was als kleines Experiment begann, ist mittlerweile ordentlich gewachsen. Insgesamt 88 Artikel (davon fast die Hälfte Ausstellungsbesprechungen) sind in den vergangenen 365 Tagen erschienen – das macht statistisch alle vier Tage einen Beitrag, was deutlich mehr ist als ich anfangs angestrebt habe. Zwar habe ich insgesamt nur 16 “echte” Kommentare unter meinen Artikeln erhalten, dafür allerdings stolze 803 Spam-Kommentare. Anders herum wäre mir lieber, aber man kann ja nicht alles auf einmal haben.

Denn womit ich überhaupt nicht gerechnet habe, ist die doch enorm gewachsene Anzahl der Besucher. Mit etwa 60 habe ich angefangen, mittlerweile klicken täglich fast 300 User auf damianzimmermann.de/blog. Das freut mich sehr, zeigt mir aber auch, dass der Blog mehr ist als nur ein schnell zu aktualisierendes Online-Portfolio (als was es eigentlich gedacht war). Fotografieinteressierte nutzen es als Informationsquelle für aktuelle Ausstellungen und Bücher, lassen sich aber auch für eigene Arbeiten, egal ob es sich um Fotografie oder Texte zur Fotografie handelt, inspirieren.

Aber auch meine Außenwahrnehmung hat sich verändert. Sah man mich früher, je nach Veranstaltung und Auftrag, entweder als Journalisten oder als Fotografen an, werde ich nun immer häufiger als Blogger vorgestellt. Ich weiß noch nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll, aber es zeigt mir zumindest, dass ich das alles hier nicht umsonst mache.

Was das nächste Jahr bringen wird, kann ich nicht genau sagen. Seit einiger Zeit schwirrt mir aber die Idee für eine neue Kategorie durch den Kopf, in der ich meine Ewige Bestenliste für Fotobücher vorstellen möchte. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Buch erst seit zwei Wochen oder bereits seit 50 Jahren auf dem Markt ist – hauptsache, es hat eine qualitative und emotionale “Macht”, die weit über den Moment hinaus reicht und mich noch Monate oder Jahre später fesselt – kurzum: Es hat Einfluss auf meine Wahrnehmung! Von solchen Büchern gibt es naturgemäß nicht viele – aber es gibt sie. Und sie sind es wert, dass sie möglichst viele Menschen kennen.

Mal schauen – vielleicht fange ich ja bald damit an.

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“Alleine Vereint” von Nadine Preiß

Ich muss an dieser Stelle mal ein wenig Werbung für meine Freundin Nadine Preiß machen: In der gerade erschienenen Juli/August-Ausgabe der Photonews wird ihre wunderbare Diplomarbeit “Alleine Vereint” auf einer Doppelseite vorgestellt und hat es sogar auf die Titelseite geschafft. Dafür meinen Glückwunsch!

In ihrer Serie geht es um Jugendliche, die alle aktives Mitglied in einem uniformierten Verein sind. Nadine interessiert sich für die Übergangsphase, in der man nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz erwachsen ist. Mehr Informationen gibt es in dem begleitenden Text von Anna Gripp. Deshalb: Photonews kaufen gehen!

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Peter Bialobrzeski / Alfred Ehrhardt Stiftung

Dass die Alfred Ehrhardt Stiftung zum Jahreswechsel vom Rhein an die Spree gezogen ist, hat man in Köln zwar beklagt, nicht jedoch ohne hinter vorgehaltener Hand ein beleidigtes  “Na, wenn ihr meint, dass ihr da mehr Erfolg haben wird” hinterherzuschicken. Nun habe ich die Stiftung in der Auguststraße 75 in Berlin besucht und war von den sehr schönen, neuen Räumen und der aktuellen Ausstellung “Paradise Now” von Peter Bialobrzeski gleichermaßen begeistert. Offensichtlich hat sich der Umzug für die Stiftung gelohnt, denn in Köln fristete sie tatsächlich eher ein Schattendasein, während sie im beliebten Galerienviertel Berlins ein zigfaches der Besucherzahlen verzeichnen kann.

Das könnte natürlich aber auch einfach mit der tollen Ausstellung zusammenhängen. Bialobrzeskis Buch Paradise Now kannte ich bereits, doch die Bilder entfalten als Großabzug eine ganz andere, sehr intensive Wirkung. Inhaltlich und ästhetisch hat er es geschafft, die vom Menschen gepflanzte oder aber auch von der Stadt unberührt gelassene, fast urwaldartige Natur in asiatischen Metropolen auf eine sehr individuelle Art und Weise zu dokumentieren – und dabei die Grenze der Dokumentarfotografie regelrecht auszuloten. Oberflächig schön wie romantische Gemälde, werden seine Nachtaufnahmen aus Jakarta, Singapur, Bangkok und Kuala Lumpur gebrochen durch die künstliche Lichtführung der Neonleuchten, die Unschärfe der achtminütigen Belichtungszeit und die modernen Wolkenkratzer und Baukräne, die buchstäblich ihre Spuren in den Bildern hinterlassen. Während es Gang und Gäbe ist, kümmerliche Reste von Natur in der urbanen Landschaft festzuhalten, dreht der 1961 geborene Bialobrzeski den Spieß um: Durch das fast surreale Tropengrün erkennt der Betrachter, dass sich die Natur und damit die Hoffnung nicht länger werden halten können. Wer mag, kann aber auch das Gegenteil darin erkennen – ich fühle mich jedenfalls angenehm an die (alten) Aufnahmen aus Angkor Wat erinnert, auf denen deutlich zu erkennen ist, dass sich die Natur ihren Lebensraum irgendwann wieder zurückholen wird – selbst, wenn es ein wenig länger dauern sollte.

Tipp: Zur Finnisage am Sonntag, 18. April , findet um 14 Uhr ein Künstlergespräch mit Peter Bialobrzeski und der Leiterin der Alfred Ehrhardt Stiftung, Dr. Christiane Stahl, statt.

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Die Ästhetisierung des Scheiterns

Seit vielen Jahren malt und fotografiert, filmt, schreibt und experimentiert mein Freund Arnd Kriegler mit den verschiedensten Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Dabei bringt er immer wieder erstaunliche Ergebnisse zwischen Konzeptkunst und Kunstkritik, Sexualität und Morbidität, Zynismus und Klamauk hervor. Dass er dabei immer einen roten Faden hat, wurde mir schnell klar – ich war nur nicht in der Lage, mir das große Ganze vorzustellen.

Das brauche ich jetzt auch gar nicht mehr, denn mit seiner völlig neu gestalteten Homepage liefert Arnd selbst die Antwort darauf und hat mich zugleich vollkommen überrascht und begeistert: Er wusste (natürlich) viel früher als ich, dass sein Werk weit mehr sein wird als die Summe der einzelnen Teile. Für mich ist seine neue Seite jedenfalls ein Gesamtkunstwerk mit Wimmelbildcharakter, in dessen Details man sich lange verlieren kann. Seine Idee, die Fehler zum Konzept zu erklären, treibt er hier bis auf die Spitze – und ästhetisiert damit das Scheitern.



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Schulprojekt “Individuum und Gruppe”

Jetzt werde ich auch noch Lehrer! Im Rahmen des NRW-Landesprogramms Kultur & Schule habe ich gemeinsam mit der Kunstpädagogin Anna-Maria Loffredo am Europagymnasium in Kerpen das Projekt “Individuum und Gruppe – Inszenierte Gruppenfotos” durchgeführt. Neben der Vermittlung eines technischen und fotogestalterischen Basiswissens sollten die 24 Schüler Gruppenselbstporträts entwickeln und sich dabei an verschiedenen Berufsgruppen orientieren. Als fotografische Referenzen habe ich den Schülern vor allem Annie Leibovitz‘ bekanntes Bild von George W. Bush und seiner Crew sowie die Familienbilder von Thomas Struth und Katharina Mayer vorgestellt und diese mit ihnen intensiv besprochen.

Für die eigenen Arbeiten erwies sich die Definition des Begriffs “Inszenierung” anfänglich als etwas schwierig, da dieser von vielen Schülern nur mit Mode- und Glamourfotografie gleichgesetzt wurde – die Familienbilder von Struth wurden hingegen eher als “Schnappschüsse” angesehen. Gleichzeitig war ich jedoch von der ingesamt sehr hohen inhaltlichen Kompetenz, den analytischen Fähigkeiten und nicht zuletzt von den fertigen Bildern des Kurses begeistert.

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photo.COLOGNE startet 2010

Die internationale Fotofestival-Szene wird um einen Begriff erweitert: Unter der neu gegründeten Dachmarke photo.COLOGNE – Internationale Wochen der Photographie wollen die Koelnmesse GmbH sowie der Verein „Internationale Photoszene Köln“ (IPK) ihre Aktivitäten bündeln und öffentlichkeitswirksamer auftreten. Zur photo.COLOGNE im September 2010 gehören neben dem bereits zum 20. Mal stattfindenden Festival „Internationale Photoszene Köln“ mit rund 100 Ausstellungen und 20.000 Besuchern im Jahr auch die von der Messe veranstaltete, hochkarätige „Visual Gallery“ sowie das erst 2008 ins Leben gerufene „köln fotografiert!“ mit einem Wettbewerb und zahlreichen Workshops für Hobby- und Amateurfotografen. Die IPK will durch die Zusammenarbeit Besucher aus ganz Europa anlocken und das Festival gleichzeitig straffer und professioneller aufziehen. Dazu gehört, dass der begleitende Katalog deutlich früher als bislang erscheint und die darin aufgeführten Ausstellungen qualitativ klarer voneinander getrennt werden, um den Besuchern die Orientierung zu erleichtert, so Organisator Manfred Linke. Auch die Bewerbungsphase für teilnehmende Künstler, Galerien und Institutionen wurde deutlich vorgezogen. Sie läuft vom 18. Februar bis zum 31. März 2010.

Weitere Infos findet ihr direkt bei photo.COLOGNE.

photo.COLOGNE

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“Pimp’d” im Centre Pompidou

Ich habe soeben erfahren, dass das Daumenkino Pimp’d, das ich gemeinsam mit und für meinen Freund Puya Bagheri alias Sair4 produziert habe und das im Fingerfilm-Verlag von Sabine Klar erschienen ist, gerade im Centre Pompidou ausgestellt wird. Der weltgrößte Daumenkinosammler Pascal Fouché zeigt dort noch bis zum 9. November 100 Exemplare seiner Sammlung – und Pimp’d gehört offensichtlich dazu. Ist schon verrückt, dass wir ausgerechnet wegen dieser Spaß-Aktion im Centre Pompidou landen…

Wer sich den Film einmal anschauen möchte, kann dies auf der Homepage vom Fingerfilm-Verlag unter Sortiment tun. Und hier geht es zum Centre Pompidou.

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Die Kölner Galerienszene auf dem Prüfstand

Für die Dezember-Ausgabe vom Prinz Köln habe ich den Ist-Zustand der hiesigen Galerienszene unter die Lupe genommen und dabei auch die Galeristen Linn LühnCoskun Gueven, Christian NagelSusanne Zander, Dagmar Schmidla und Dirk Voss sowie den Art.Fair-Geschäftsführer Andreas Lohaus porträtiert.

Den Artikel dazu gibt es wie gewohnt hier.

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